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Union empfängt im DFB-Pokal St. Pauli: Wenn Kultklub auf Kultklub trifft

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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Urs Fischer.
Trainer von Union: Urs Fischer. ©  Matthias Balk/dpa

Union Berlin ist der etwas andere Verein in der Fußball-Bundesliga, trifft heute auf den FC St. Pauli. Hier sind vier Dinge, die die Eisernen für viele Fußballfans zum Kultklub machen.

Die Fans: 20 012 Zuschauer fasst das Stadion An der Alten Försterei – davon sind 18 395 Stehplätze. Die Fans stehen wortwörtlich hinter dem Team, sorgen mit besonderen Choreografien für Gänsehaut. Zuhause verlor Union in dieser Saison nur gegen Bayern und Dortmund, in der vergangenen Saison nur gegen Augsburg. Das kommt nicht von ungefähr.

Die Musik: „Wer spielt immer volles Rohr?“ Die Textzeile aus Nina Hagens Vereinshymne „Eisern Union!“ trifft voll auf den Bundesligisten zu. Die Ost-Berliner spielen leidenschaftlichen Volldampf-Fußball. Das kommt an. Kult ist auch das Weihnachtssingen der Fans im Stadion, das vielerorts adaptiert wurde. Auch in Kassel war es angedacht, musste aber wegen Corona abgesagt werden.

Die Haltung: Union bezieht zu vielen Dingen klar Stellung. In der Flüchtlingskrise wurde das Vereinsheim als Unterkunft angeboten. 2009 wurde der Trikot-Sponsor gekündigt, weil herauskam, dass der Boss ein Stasi-Offizier war. Klare Kante – das kommt an.

Die Trainer: Der Schweizer Urs Fischer ist mittlerweile eine Institution bei Union. Seit 2018 coacht der 56-Jährige die Berliner. Mit ihm gelang 2019 der Aufstieg. (Maximilian Bülau)

FC St. Pauli

Der FC St. Pauli ist der etwas andere Verein in der 2. Fußball-Bundesliga, tritt heute bei Union Berlin an. Hier sind vier Dinge, die die Hamburger für viele Fußballfans zum Kultklub machen.

Die Fans: Sie gelten als schrill, tolerant, engagiert, links. Und, und, und. Die Fans sind Kern des St. Pauli-Kults. Der „Millerntor Roar“ gilt als Mutter aller Fanmagazine. Und klar, das Bündnis Aktiver Fußball-Fans BAFF wurde hier mitgegründet.

Die Musik: St. Pauli und Musik, das gehört zusammen. Für viele Fans gilt die Frage: Was war eigentlich die erste Liebe? Fußball – oder die Musik? Die Rapper von Fettes Brot sind Pauli-Anhänger, Thees Uhlmann hat seinem Verein die Hymne „Das hier ist Fußball“ geschrieben. Bela B von den Ärzten besucht? Natürlich das Millerntor.

Die Haltung: St. Pauli ist kein Chaos-Klub, sondern bestens organisiert. Nur halt anders. In den Leitlinien steht das Wort Lebensgefühl. St. Pauli setzt sich ein gegen Homophobie und für Menschenrechte, gegen Rechtsradikalismus und für Flüchtlinge. St. Pauli will nicht zu viel Kommerz, feiert aber Marketingerfolge wie Weltpokalsiegerbesieger-Shirts nach einem Erfolg gegen die Bayern.

Die Trainer: Timo Schultz macht aktuell sehr viel richtig in Hamburg und ist auf bestem Weg, Kult zu werden. Er stünde dann in einer Reihe mit Holger Stanislawski, Ewald Lienen und Helmut Schulte. (Frank Ziemke)

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