Auch Dortmund und Leipzig siegen

Schnellcheck zur Champions League: Wenn Skandinavier Tore schießen

Erling Haaland (links) und Thorgan Hazard.
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Sie machen Dortmund froh: die Torschützen Erling Haaland (links) und Thorgan Hazard.

Sechs Tore von Gladbach, sechs Tore von den Bayern – da mussten die Fußball-Bundesligisten aus Dortmund und Leipzig am Champions-League-Mittwoch erst einmal nachziehen.

Kassel – Wie das geklappt hat? Der Schnellcheck gibt Antworten.

Nach zwei Siegen am Dienstag: Wie machten es Dortmund und Leipzig?

Nicht so torreich, aber auch erfolgreich. Weil sich der BVB und RB auf Skandinavier verlassen konnten.

Hielt Dortmund mit Bayern und Gladbach mit?

Zumindest eine Halbzeit lang. Das 1:3 gegen Lazio? Schnell vergessen angesichts des Traumstarts der Borussia. In der 14. Minute flankt Thomas Delaney von links in den Strafraum, Thomas Meunier verpasst an alter Wirkungsstätte zwar noch. Doch Thorgan Hazard vollendet den ersten gefährlichen Angriff der Dortmunder zum 1:0. Vier Minuten später macht’s der BVB mit Köpfchen. Wieder ist Delaney der Ausgangspunkt. Diesmal bedient er Axel Witsel, der per Kopf auf Erling Haaland verlängert. Und der macht was? Sie ahnen es: per Kopf das 2:0.

Ging das so weiter?

Okay, sechs Tore wurden es am Ende zwar nicht. Aber weil der Norweger Haaland noch einmal traf (32.), machte der BVB schon vor dem Halbzeitpfiff alles klar. Der Lohn: Er ist neuer Spitzenreiter der Gruppe F. Weil Lazio ohne Toptorjäger Ciro Immobile (Coronaverdacht) nicht über ein 1:1 bei Zenit St. Petersburg hinauskam.

Leipzig trat zunächst ohne etatmäßigen Stürmer an. Clever oder harmlos?

Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth saßen auf der Bank. Dafür sollten Dani Olmo, Emil Forsberg und Christopher Nkunku wirbeln. In einem Duell, das im August ja ein Halbfinale der Königsklasse gewesen war. Damals siegten die Pariser 3:0. Und damals traf Angel Di Maria. Nach einem Fehlpass von Dayot Upamecano wiederholte der Argentinier das bereits in der sechsten Minute, als er den Ball an Peter Gulacsi vorbei zum 1:0 einschob. Dieses Duell gab es in der 15. Minute erneut. Upamecano war der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen. Doch dieses Mal blieb Gulacsi Sieger, parierte den Elfer. Mehr harmlos als clever, diese ersten Minuten der Leipziger.

Änderte sich das?

Sagen wir es so: Es gab eine Vorhersage. Und die bewahrheitete sich. Dazn-Experte Sandro Wagner prophezeite in der 41. Minute: „Es klingelt noch vor der Pause.“ Auf Nachfrage präzisierte er: „Tor für Leipzig.“ Sekunden später: Tor für Leipzig. Nkunku traf gegen sein Ex-Team. Wagner: „Ich muss aufpassen, dass ich mich jetzt nicht zu sehr lobe.“ Loben durften sich dann aber die Leipziger, die ab der 69. Minute und der Gelb-Roten Karte für Paris’ Idrissa Gueye einen Mann mehr auf dem Platz hatten. Schon vorher hatte der Schwede Forsberg es besser gemacht als Di Maria und einen Handelfmeter zum 2:1 verwandelt (57.). Noch so ein Skandinavier, der einen Bundesligisten zum Sieg schoss.

Gab es einen besonderen Moment?

Da springen wir noch mal nach Brügge zu einer Auswechslung, die es nicht alle Tage gibt. Denn in der zwölften Minute war die Partie für Hauptschiedsrichter Damir Skomina bereits beendet, vermutlich wegen einer Muskelverletzung. Es übernahm der vierte Offizielle, Landsmann Dragoslav Peric.

Blicken wir nach London: Was war da los?

Für Kai Havertz war zumindest gar nichts los. Der Mittelfeldspieler von Chelsea London wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Damit fehlt Bundestrainer Jogi Löw in der kommenden Woche neben Niklas Süle ein weiterer Spieler coronabedingt. Aber die Engländer haben ja noch einen zweiten Deutschen. Timo Werner traf in der ersten Halbzeit doppelt vom Elfmeterpunkt und sorgte für den Grundstein des 3:0-Erfolgs gegen Rennes.

Wie war die Übertragung?

Zweigeteilt. Der BVB auf Sky, Leipzig bei Dazn. Beim Internet-Streaminganbieter kommentierte Jan Platte mit Unterstützung von Wagner. Platte zeigte Mitgefühl. Nach dem Handelfmeter für Paris sagte er an Upamecano gewandt: „In der Halbzeit muss den mal jemand in den Arm nehmen, den armen Kerl.“ Wagner hatte weniger Mitgefühl – für die Handspiel-Auslegung. „Das Thema könnt ihr mir von meinem Honorar abziehen. Da blicke ich nicht mehr durch.“ Ansonsten bestach der Ex-Profi aber vor allem mit seinem Durchblick. Reden – das konnte er ja schon immer ganz gut. (Maximilian Bülau und Michaela Streuff)

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