Zwei Tore des Chelsea-Angreifers

Schnellcheck zum 4:0-Sieg der DFB-Elf in Nordmazedonien: Werner, Werner, WM gebucht

(von links) Karim Adeyemi, Timo Werner, Thomas Müller und Florian Wirtz.
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Da jubeln sie: (von links) Karim Adeyemi, Timo Werner, Thomas Müller und Florian Wirtz.

Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft sehen in der WM-Qualifikation häufig so aus: Das Team von Bundestrainer Hansi Flick läuft an, der Gegner verteidigt. Mit allem, was er hat.

Nichts für Freunde des temporeichen Fußballs. Ob das in Nordmazedonien genauso aussah? Der Schnellcheck verrät es.

Wie viel Hinspiel steckte noch im Rückspiel?

Trainer weg, Legende weg: Genau wie Deutschland haben auch die Nordmazedonier ihren Nationaltrainer gewechselt. Im März gelang ihnen die Sensation noch unter Igor Angelovski, mittlerweile heißt der Mann an der Linie Blagoja Milevski. Ebenfalls nicht mehr dabei: Goran Pandev. Nordmazedoniens Nationalheld, Rekordspieler sowie Rekordtorschütze trat nach der Europameisterschaft zurück. So weit zum Personal. Spielerisch erinnerte dann doch eine ganze Menge ans Hinspiel. Nordmazedonien konzentrierte sich vor allem auf die Defensive, setzte offensiv immer wieder Nadelstiche. Deutschland spielte geduldig, kombinierte viel und suchte Lösungen.

Und fand sie auch?

Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick erspielte sich ein klares Chancenplus, hatte bereits nach zwei Minuten eine Riesenchance durch Joshua Kimmich. Kurz vor der Pause traf Timo Werner den Pfosten. Doch das Heimteam machte es in Skopje lange auch clever, drängte die DFB-Spieler aus dem Zentrum auf die Außen. Doch die Flanken – oft von David Raum, der sein Startelf-Debüt gab – fanden keine Abnehmer.

Apropos Timo Werner und Nordmazedonien: Da war doch was.

Genau. Im Hinspiel vergab Werner mehrfach recht kläglich. Die nordmazedonische Zeitung Vecer Mk stellte dem Angreifer daraufhin einen nordmazedonischen Personalausweis aus, erklärte ihn scherzhaft zum Ehrenbürger des Landes. Die Ausweisnummer? 1:2 1:2 1:2 1:2. In Nordmazedonien war man eben stolz, den viermaligen Weltmeister besiegt zu haben.

Gab es denn wieder Chancen für eine Sensation?

Das deutsche Tor hütete anders als gegen Rumänien wieder Kapitän Manuel Neuer. Und doch, der 35-Jährige war nicht ganz beschäftigungslos, musste hier und da mal eingreifen. Denn die Konter der Nordmazedonier waren nicht ungefährlich. Vor allem der sehr agile Eljif Elmas tat sich dabei immer wieder hervor. Der 22-Jährige vom SSC Neapel hatte im März noch den Siegtreffer fünf Minuten vor dem Ende erzielt.

Die Deutschen hatten ja die WM-Qualifikation vor Augen, brauchten dafür einen Sieg und Hilfe von Rumänien. Konnte schon gefeiert werden?

Zunächst einmal gingen die Rumänen in der 26. Minute gegen Armenien in Führung. Der Weg war also bereitet. Die DFB-Elf benötigte länger, aber kurz nach der Pause klappte es dann endlich mit einem Treffer. Serge Gnabry spielte einen Traumpass auf Thomas Müller, der legte quer und Kai Havertz musste nur noch einschieben (50.). Da ging es einmal schnell – und durchs Zentrum.

Ist die WM also gebucht?

Spätestens nach 70 Minuten stand fest: Deutschland erledigt seine Aufgabe. Einen schnell ausgeführten Freistoß leitete Müller direkt und technisch anspruchsvoll zu Werner weiter. Und der zog einfach ab – 2:0. Drei Minuten später bekam der 25-Jährige den Ball am linken Strafraumeck und drehte ihn ins lange Eck – 3:0. Und weil Armenien das Spiel in Rumänien nicht mehr drehte, ist die WM gebucht. Dafür könnte Werner seinen nordmazedonischen Pass verlieren. Der eingewechselte Jamal Musiala stellte in der 83. Minute den Endstand her.

Wie war die Übertragung im TV?

Kommentator Marco Hagemann und Experte Steffen Freund waren im Einsatz. Wie immer bei RTL. Und wie immer machten sie ihren Job solide. Freund regte irgendwann ein Gedankenspiel an: „Jetzt stellen wir uns mal vor, die Nordmazedonier treffen aus Versehen.“ Wir haben uns dann gefragt: Was passiert erst, wenn sie das auch noch absichtlich machen? Aber gut, es passierte nicht. Nicht aus Versehen, nicht absichtlich. Darüber nachgedacht haben wir dennoch. (Maximilian Bülau und Pascal Spindler)

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