Ausgerechnet auf die englischen Keeper kommen Probleme zu

Ärger um WM-Ball! DFB-Star kritisiert: Er „könnte besser sein“

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Die Angst des Torwarts vor dem Ball: Marc-Andre ter Stegen, Andreas Köpke und telstar 18.

Nach den Testspielen kritisieren gleich mehrere Torhüter den offiziellen WM-Ball. Er sei „unmöglich einzuschätzen“. Eine große Fußballnation trifft es besonders hart. 

München - Normalerweise gehört der Ball zu den besten Freunden des Profi-Fußballers. So mancher Virtuose kann mit der runden Lederkugel Kunststücke anstellen, die Otto-Normalfußballer schon beim Zuschauen schwindelig werden lassen. Von schmetternden Vollspann-Stößen bis sanften Streicheleinheiten - das Repertoire an Möglichkeiten ist groß. So auch bei Thomas Müller, der sich nach seinem Traumtor gegen Spanien hochzufrieden mit der Flugbahn des Balles zeigte. Doch was des Stürmers Freud ist, ist des Torhüters Leid und so zeigte sich Marc-Andre ter Stegen alles andere als begeistert vom „Telstar 18“, dem offiziellen WM-Ball des Sportartikel-Herstellers adidas. „Der Ball könnte besser sein. Er flattert sehr stark", sagte der deutsche Nationaltorhüter, der den Ball beim Testspiel gegen Spanien zum ersten Mal in der Hand hielt, der spanischen as

Auch Spaniens Torhüter klagen

Beistand bekam er von anderen Größen seiner Zunft. Spaniens National-Torhüter David De Gea findet das neue Spielgerät "wirklich merkwürdig.“ Der Ball „hätte deutlich besser konzipiert werden können", bemängelt er. Auch sein Ersatzmann und Ex-Bayer Pepe Reina findet deutliche Worte: „Ich wette, wir sehen beim Turnier mindestens 35 Tore aus der Distanz. Es ist unmöglich, den Ball einzuschätzen", kritisierte Reina bei ESPN. Die Plastik-Schicht, mit der der Ball umhüllt ist, erschwere sein Festhalten deutlich. Doch aller Kritik zum Trotz, letztlich müsse man sich wohl oder übel mit dem Ball arrangieren, weiß ter Stegen. „Wir Torhüter müssen uns daran gewöhnen und viel mit dem Ball arbeiten, damit wir uns bis zur WM darauf eingestellt haben. Wir haben keine andere Option", erklärte der 25-Jährige. 

Ausgerechnet Englands Torhüter werden es schwer haben

Besonders schwierig wird dies allerdings für die Schlussmänner einer ohnehin nicht vom Torwart-Gott geküssten Fußballnation: England. Hier schlägt die Kommerzialisierung des Fußballs wieder ganz besondere Blüten: Weil die FA einen Sponsoring-Vertrag mit adidas‘ größtem Rivalen Nike hat, dürfen die „Three Lions“ den Telstar 18 lediglich dann nutzen, wenn sie nicht vor Medienvertretern und Kameras trainieren, berichtet die Times. Demnach zahle Nike dem englischen Verband als offizieller Trikot- und Ballausrüster bis 2030 jährlich rund 39 Millionen Euro. Dafür habe sich die FA verpflichtet, dass die englische Nationalmannschaft ausschließlich gegen Nikes „Ordem V“ trete - und gegen nichts anderes. Lediglich für die WM-Vorbereitungspartie gegen Costa Rica, die letzte vor Turnierbeginn am 7. Juni, dürften die Engländer auf das Spielgerät des Konkurrenten zurückgreifen. 

Ob so kurzfristig, elf Tage vor dem ersten Gruppenspiel der Engländer gegen Costa Rica, ausreichend Zeit bleibt, um sich mit dem eigenwilligen Telstar 18 und seiner Flugbahn vertraut zu machen, darf hinterfragt werden. 

dk

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