Fazit: Faire Begegnungen, tolle Außenseiter

Erster WM-Spieltag vorbei: Nur wenige Stars jubeln bisher

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Bilder der WM: Englands Star Harry Kane (links) legte mit einem Doppelpack los, die Unparteiischen haben die Spiele weitestgehend im Griff, und die isländischen Fans sorgen für gute Stimmung.

Kassel. Mit den beiden Partien der Gruppe H am Dienstagnachmittag ist der erste Spieltag der Fußball-Weltmeisterschaft abgeschlossen. Nach 16 Begegnungen ziehen wir ein erstes Fazit.

Eine Erkenntnis lautet: So richtig ist das WM-Feuer noch nicht entfacht. Was sonst beim Turnier in Russland auffällt?

1. Ronaldo und Kane setzen Ausrufezeichen: Im Vorfeld eines großen Turniers wird immer gerätselt, welcher Top-Spieler in den Vordergrund rückt – oder wie es meistens heißt: wessen WM das wird. Bis jetzt lässt sich festhalten: Nur wenige Stars haben Grund zum Jubeln. Lediglich Portugals Cristiano Ronaldo mit einem Dreierpack und Englands Harry Kane mit seinen beiden Treffern gegen Tunesien setzen Ausrufezeichen. Andere Hoffnungsträger wie etwa der Franzose Antoine Griezmann, Brasiliens Neymar und vor allem Argentiniens Lionel Messi bleiben beim Auftakt hinter den Erwartungen zurück.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Darüber hinaus lässt sich nicht sagen, ob in den kommenden Wochen die Stunde eines Spielers schlägt, den noch niemand auf der Rechnung hatte. Ein Überraschungsstar ist nicht in Sicht.

2. Schiedsrichter haben die Spiele im Griff: Bis zum Spiel Kolumbien gegen Japan kamen die Unparteiischen ohne Rote Karte aus. Überhaupt verlaufen die WM-Partien äußerst fair. Kaum Aufreger. Die Schiedsrichter haben alles im Griff und treten souverän auf. Das ist insofern erwähnenswert, weil es bei früheren Weltmeisterschaften durchaus den einen oder anderen haarsträubenden Auftritt eines Unparteiischen gab. Und in diesem Zusammenhang muss erwähnt werden: Allen Unkenrufen zum Trotz macht der Videobeweis bislang keine Probleme.

3. Underdogs verbreiten gute Laune: Stars hin, Favoriten her, für das Salz in der Suppe sorgen die Außenseiter. Wie bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren verbreiten die isländischen Fans gute Laune. Und beim Anblick der Spieler Panamas, wie sie voller Inbrunst ihre Hymne schmettern, kann einem nur das Herz aufgehen. Das sind die tollen Begleiterscheinungen eines großen Turniers.

4. Nullnummern kommen nicht vor: Viele späte Treffer, überdurchschnittlich viele Tore nach Standards, das hat zur Folge, dass bislang kein 0:0 vorkommt. Leidtragende dieses Trends sind vermehrt die Teams aus Afrika, als Beispiel sei Tunesien erwähnt. Erstens, beide Gegentreffer am Montagabend kassierten sie nach einer Ecke. Und zweitens, das entscheidende Tor durch Kane fiel in der Nachspielzeit. Ungeachtet dessen dürfen sich die Fußballfans über eine erstaunliche Zahl an wirklich sehenswerten Treffern erfreuen. Nachos Knaller gegen Portugal, Coutinhos Schlenzer gegen die Schweiz, Mertens Geniestreich gegen Panama – schöner geht’s fast nicht.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

5. Ein bisschen mehr Spektakel darf’s ruhig sein: Mal abgesehen vom 3:3 der Spanier gegen Portugal – richtig packende Partien bietet die WM noch nicht. Nach dem ersten Spieltag gibt es sonst keine Begegnung, die hängen geblieben ist. Das liegt aber in der Natur der Dinge, dass im ersten Gruppenspiel kein Risiko eingegangen wird. Außerdem haben sich die vermeintlich kleinen Fußballnationen bestens auf die Topteams eingestellt. Die Mitfavoriten tun sich schwer, so kommt kein Spielfluss zustande, kein Spektakel. Zum Glück gibt es ja noch ein paar Spieltage.

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