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Messi und sein „Fliegengitter“-Gewand sorgen für weltweite Diskussionen

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Von: Stefan Schmid

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Bevor Lionel Messi den WM-Pokal in die Höhe recken kann, wird ihm vom Emir noch ein extra Gewand umgehängt. Das sorgt für Empörung unter Zuschauenden.

Lusail - Der argentinische Kapitän Lionel Messi machte den letzten in der Reihe derer, die sich die Sieger-Medaille der WM 2022 von Gianni Infantino und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani abholten. Doch bevor Messi den Weg zu seinem Team antreten konnte, um den WM-Pokal in die Höhe zu stemmen, wird ihm ein Bisht, ein arabisches Gewand, vom Emir höchstpersönlich umgehängt. In wenigen Minuten sind die Social-Media-Kanäle mit Diskussionen zu der kuriosen Szene voll und auch TV-Experte Bastian Schweinsteiger ist wenig glücklich über die Aktion, wie tz.de berichtet. Doch die Meinungen gehen auch hier auseinander.

WM 2022: Infantino und Al Thani kleiden Messi bei Siegerehrung nach Finale neu ein

Das Team von Argentinien wartete schon auf seinen Kapitän Messi, der auch im gewonnen Finale gegen Frankreich wieder alle Fäden zog. Doch dieser musste nach dem Umhängen der Goldmedaille nochmal kurz stoppen. FIFA-Präsident Infantino und Katars Emir nahmen ihn in ihre Mitte und kleideten den verdutzten Argentinier in ein volkstümliches Gewand. Messi ließ die Prozedur über sich ergehen, ehe er den WM-Pokal in Empfang nahm und dann endlich zum Rest der Mannschaft durfte.

Messi wird vom katarischen Emir in den Bisht gekleidet.
Messi wird vom katarischen Emir in den Bisht gekleidet. © Screenshot: ARD Sportschau

Aber nicht nur Messi selbst zeigte sich einigermaßen verwundert ob des scheinbar nicht abgesprochenen Vorgangs, denn auch TV-Experte Bastian Schweinsteiger und Moderatorin Esther Sedlaczek waren nicht gerade glücklich über die Situation. „Da nimmt man den Spieler einen ganz großen Moment. Ich fand‘s auch nicht gut, ich finde, das kann man in der Kabine machen oder später“, so Schweinsteiger nach der Siegerehrung.

Politisches Statement bei der „unpolitischen“ FIFA?

Selbstverständlich dauerte es nicht lange, bis der Vorgang auch in den sozialen Medien aufgegriffen wurde. Schnell wurde der Vorwurf der politischen Vereinnahmung des Aktes durch den katarischen Emir laut. Journalist Marius Mestermann twitterte ein Bild von der Situation mit dem ironischen Verweis „die unpolitischste WM aller Zeiten.“

Der Vorwurf der politischen Vereinnahmung, sollte er denn zutreffen, birgt sicherlich einiges an Diskussionsstoff. Denn auch FIFA-Präsident Infantino war Teil des Schauspiels, obwohl gerade er im Vorfeld und während der WM immer wieder auf den angeblich unpolitischen Sport verwies. Und so jede Kritik an der Vergabe nach Katar abschmetterte.

Unverständnis bei Fans trotz großer Ehre für Messi

In vielerlei Hinsicht kann man Katar, auch in Verbindung mit der FIFA, mit gutem Grund politisches Kalkül bei dieser Weltmeisterschaft unterstellen. In diesem Fall ist es wohl anders. Die Geste, einem Fremden das Bisht-Gewand umzuhängen, gilt in der arabischen Welt als große Ehre und darf wohl als zusätzliche Auszeichnung Messis verstanden werden. Dennoch stößt der Vorgang nicht überall auf Verständnis und führt zu teils rüden Beiträgen auf Twitter, in denen das Gewand unter anderem als „Fliegengitter“ oder „Bademantel“ bezeichnet wird.

Andere Twitter-Nutzer sehen die Sache hingegen differenzierter und weisen auf den wahrscheinlicheren Hintergrund hin. Vom Staatsoberhaupt persönlich das Gewand umgehangen zu bekommen, „gilt in der arabischen Welt als Zeichen der höchsten Ehrerbietung“, meint ein User. Der Vergleich des Bisht mit einem Bademantel ist übrigens nicht neu. Auch Sandro Wagner hatte sich mit diesem zweifelhaften Vergleich während der WM schon Ärger eingehandelt. (sch)

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