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WM 2022: Organisator nennt konkrete Zahl von toten Gastarbeitern

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Von: Sascha Mehr

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Gastarbeiter beim Stadionbau in Katar (Archivbild von Januar 2017)
Gastarbeiter beim Stadionbau in Katar (Archivbild von Januar 2017) © Bernd Feil/M.i.S. via www.imago-images.de

Der Generalsekretär des Organisationskomitees der WM in Katar hat eine Zahl von toten Gastarbeitern genannt.

Katar – Die Debatte um die umstrittene WM 2022 in Katar spaltet die Fußall-Nation Deutschland. Zahlreiche Menschen boykottieren das Event wegen der Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle von Bauarbeitern im Gastgeberland. „Die ganzen Umstände sind schon so, dass sie sicher fragwürdig sind“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf vor Beginn der Weltmeisterschaft im Emirat.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert gemeinsam mit Human Rights Watch und anderen Organisationen von Katar und dem Weltverband Entschädigungszahlungen für Arbeiter, die beim Stadionbau für die WM ums Leben gekommen sind, verletzt oder ausgebeutet wurden. 

WM 2022: „Jeder Toter ist einer zu viel“

Hassan al-Thawadi, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees, hat sich nun in einem Interview dazu geäußert, wie viele Gastarbeiter im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft in Katar gestorben sind. „Die Schätzung ist bei 400, zwischen 400 und 500. Ich habe die exakte Zahl nicht, aber jeder Toter ist einer zu viel“, sagte er im Gespräch mit Piers Morgan für den britischen TV-Sender Talk TV.

Bislang sprach der Weltfußball-Verband FIFA und offizielle Stimmen aus Katar von lediglich drei toten Gastarbeitern auf WM-Baustellen. Zur genauen Anzahl von toten Gastarbeitern, die im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft ums Leben kamen, schwieg das Organisationskomitee bislang. Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung The Guardian aus dem Jahr 2021, sollen mehr als 6500 Gastarbeiter in den letzten zehn Jahren in Katar gestorben sein. Das wies der Wüstenstaat aber stets zurück.

WM 2022: „Verbesserungen in Bezug auf Sicherheits- und Gesundheitsstandards“

Im Gespräch mit Piers Morgan für den britischen TV-Sender Talk TV erklärte Hassan al-Thawadi, dass es in den vergangenen Jahren viele Reformen gegeben habe, die zu einer Verbesserung der Bedingungen für Gastarbeiter auf den WM-Baustellen geführt haben sollen. „Die Verbesserungen in Bezug auf Sicherheits- und Gesundheitsstandards sowie die Abschaffung des Kafala-Systems haben wir vorgenommen, weil es unseren eigenen Werten entspricht“, so der 44-Jährige.

Unterdessen hat die Fußball-Nation Katar plötzlich eigene Ultras. Ein Bericht erhärtet nun einen lange gehegten Verdacht. (smr)

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