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WM-Affäre: Warner soll Geheimkonto besessen haben

Frankfurt/Main - Neben Franz Beckenbauer rutscht auch Jack Warner immer mehr in die Rolle einer Schlüsselfigur im Skandal rund um die Vergabe der Fußball-WM 2006.

Nach Informationen der Bild-Zeitung geht aus Unterlagen der US-Bundesbehörde FBI hervor, dass der frühere Vize-Präsident des Weltverbandes FIFA bei der First Citizen Bank ein geheimes Konto unter dem Namen „LOC Germany 2006 Limited“ geführt haben soll. LOC steht bei der FIFA als Abkürzung für „Lokales Organisationskomitee“.

Jack Austin Warner aus Trinidad und Tobago (Archivbild vom 06.07.2005)

Am Dienstag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigt, dass Beckenbauer und Warner (Trinidad und Tobago) ein Dokument unterschrieben haben, welches den Verdacht des versuchten Stimmenkaufs nahelegt. In diesem Vertragsentwurf sind laut DFB-Interimspräsident Rainer Koch „diverse Leistungen, keine direkten Geldleistungen von deutscher Seite zugesagt worden“. Der zweite DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball wertet dies als Bestechungsversuch.

Das Dokument stammt vom 2. Juli 2000, vier Tage vor der WM-Vergabe. Ob der Vertrag zwischen WM-Organisationsboss Beckenbauer und dem früheren Präsidenten des Verbands für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (CONCACAF) vollzogen wurde, ist unbekannt. Deutschland gewann die Abstimmung des FIFA-Exekutivkomitees mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika, der CONCACAF stimmte nach SID-Informationen geschlossen gegen Deutschland.

Die bisher letzte Aussage Warners zum Thema WM 2006 ist fünf Monate alt. „Ich habe mich nie bestechen lassen. Es hat mir nie jemand Geld angeboten, auch nicht die Deutschen“, sagte der 72-Jährige im Juni dem Nachrichtenmagazin der Spiegel.

Dass Warner korrupt ist, hat allerdings mittlerweile sogar die FIFA erkannt. Die Ethikkommission sperrte Warner im Zuge des FIFA-Skandals Ende September lebenslang. Warner habe in seiner Zeit als Funktionär eine Hauptrolle beim Anbieten, Annehmen und Akzeptieren von illegalen Zahlungen gespielt.

„Jack Warner verübte fortwährend und wiederholt verschiedene Vergehen, während er bei der FIFA und der CONCACAF als Funktionär verschiedene hochrangige und einflussreiche Ämter bekleidete“, schrieb die Kommission über Warner, der in seinem Heimatland derzeit gegen eine Auslieferung in die USA kämpft. Warner gehört dort zu den angezeigten FIFA-Funktionären, denen ein Strafverfahren droht.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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