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WM-Eklat in Katar: Journalist heftig angegangen

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Von: Korbinian Kothny

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Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar kommt es zum Skandal. Ein dänischer Korrespondent wird bei seiner Berichterstattung bedroht.

München – Die WM 2022 in Katar steht vor der Tür. Während sich die teilnehmenden Nationalmannschaften auf den Weg in das Emirat machen, reisen auch nach und nach die Journalisten aus aller Welt nach Katar. Im Vorfeld der WM war auch die Pressefreiheit im Gastgeberland ein großes Thema – während Deutschland sich gespalten über einen möglichen Boykott zeigt. Bereits wenige Tage vor dem Auftaktspiel kam es am Mittwoch zum Skandal, wie tz.de berichtet.

WM in Katar: Sicherheitsleute drohen mit Zerstörung von Kamera

Der dänische Korrespondent Rasmus Tantholdt vom Sender TV2 ist im Vorfeld der WM in Katar in seiner Live-Berichterstattung gestört worden.

Tantholdt sei zudem von Sicherheitskräften bei dem Vorfall vom Dienstag angedroht worden, die eingesetzte Kamera zu zerstören. Dies belegen Bilder, die der Sender auf seiner Homepage veröffentlichte.

Der dänische Korrespondent Rasmus Tantholdt wird während seinen Aufnahmen behindert.
Der dänische Korrespondent Rasmus Tantholdt wird während seinen Aufnahmen behindert. © TV2

WM in Katar: Entschuldigung an dänisches Fernsehteam folgt prompt

„Sie haben die gesamte Welt eingeladen, hierherzukommen. Warum können wir hier nicht filmen? Das ist ein öffentlicher Ort“, sagte Tantholdt zu den Sicherheitskräften und zeigte seine Akkreditierung vor: „Wir dürfen filmen, wo wir wollen. Sie drohen uns damit, die Kamera zu zerstören?“

Dazu kam es nicht, die Journalisten mussten nach dem Vorfall laut TV2 eine halbe Stunde warten, bis ein Vorgesetzter der Sicherheitskräfte dem TV-Team recht gab. Immerhin kam es zu einer schnellen Entschuldigung des katarischen Büros für internationale Medien.

WM in Katar: US-Amerikaner wird zur Löschung von Foto aufgefordert

Trotz der Entschuldigung macht der Vorfall Tanholdt Sorgen. „Es ist so, dass man angegriffen und bedroht werden kann, wenn man als freies Medium berichtet. Dies ist kein freies und demokratisches Land“, berichtet der Däne weiter.

Auch der US-Amerikaner Grant Wahl berichtete auf seiner Homepage von einem Vorkommnis, das die Pressefreiheit beeinträchtigt. Wahl hatte laut eigener Angabe beim offiziellen Akkreditierungszentrum seinen Arbeitsausweis abholen wollen und dabei den Slogan „Now is all“ an einer Wand fotografiert.

WM in Katar: Gastgeber liegt auf Rang 119 bei Pressefreiheit

Eine Sicherheitskraft sei binnen Sekunden bei ihm gewesen und habe ihn zur Löschung aufgefordert, der er offenbar nicht nachgekommen ist. Katar liegt in der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Rang 119 von 180.

Neben den Journalisten müssen sich auch die mitgereisten Fans bei der WM auf besondere Umstände einstellen. Rund 22.000 Kameras sollen laut Al Jazeera die Zuschauer in den Stadien und auf den Straßen überwachen. (kk)

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