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Schattenseiten des Spieltags in der Fußball-Bundesliga: Wo der Feiertagsregen droht

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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Matthias Ginter.
Derby verloren: Matthias Ginter. © Marius Becker/dpa

In Bielefeld gab es viel Aufregung um einen Platzverweis, der nicht ausgesprochen wurde. In Mönchengladbach stürmten Fans nach der Derbypleite das Vereinsgelände.

Der VfL Wolfsburg stellt für eine Viertelstunde die Arbeit ein: die Tiefpunkte, die Schattenseiten des Spieltags.

Pleite und Protest

Diese Niederlage hat gesessen. Das schmerzhafte 1:3 im Derby gegen Köln war für Borussia Mönchengladbach die nächste deftige Pleite in einer an Rückschlägen ohnehin nicht armen Saison. Nach zehn Punkten in den letzten vier Spielen sahen sich die Gladbacher eigentlich im Aufwind. Der wurde schmerzhaft gestoppt. Und weil es die zweite Derby-Niederlage gegen Köln war, gingen die Fans auf die Barrikaden. Einige erzürnte Anhänger stürmten das Vereinsgelände, standen vor der Geschäftsstelle. Nach Polizeiangaben gab es drei verletzte Ordner und leichte Schäden am Bus der Gäste. Trainer Adi Hütter zeigte Verständnis: „Grundsätzlich kann ich verstehen, dass die Fans ihre Wut äußern.“ Im Stadion hatte es bereits wütende Gesänge und „Hütter-raus“-Rufe gegeben.

Tiefschlaf und Torflut

Des einen Freud ist des anderen ... Leiden sind sie gewohnt in dieser schwierigen Saison beim VfL Wolfsburg, der auch unter Trainer Florian Kohfeldt finden die Niedersachsen nie zu Konstanz. Eine Phase wie am Samstag beim 1:6 in Dortmund ist aber sogar für die Wölfe etwas Neues. Fünf Gegentore in vierzehn Minuten – schlimmer geht es kaum. Die Torflut in der Tiefschlafphase hat dann auch Folgen. Nein, nicht für den Trainer, der von Manager Jörg Schmadtke Rückendeckung erhielt, obwohl die Abstiegsplätze immer noch nicht so weit weg sind. Nein, Wolfsburgs Training findet ab jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wenn es denn hilft.

Keller und Köpfe

Ohne den Kölner Keller wäre die Partie von Arminia Bielefeld gegen den FC Bayern womöglich ganz anders ausgegangen. Die Ostwestfalen unterlagen dem Tabellenführer 0:3 – doch gleich dreimal in der ersten Halbzeit musste der Schiedsrichter aus dem Kölner Keller eingreifen – der Videobeweis war also gefragt. Was dazu führte, dass der Führungstreffer für die Bayern durch ein Eigentor des Bielefelders Jacob Laursen erst wegen Abseits nicht zählen sollte, dann aber doch gegeben wurde. Dass der vermeintliche Ausgleich durch Masaya Okugawa auch nach Studium des Videomaterials nicht anerkannt wurde (43.). Und dass das Tor zum 2:0 von Serge Gnabry ebenfalls nach dem VAR-Einsatz seine Anerkennung erhielt (45.+7).

Dazwischen schaltete sich der Videoassistent allerdings nicht ein, nachdem Bayerns Tanguy Nianzou Bielefelds Fabian Kunze im Luftduell rüde mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen hatte. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zeigte Gelb – und deswegen durfte sich der Kölner Keller gar nicht mehr einmischen, da es sich um eine Tatsachenentscheidung handelte. Kunze musste allerdings mit einer Halskrause vom Platz getragen werden. Diagnose: Prellung der Wirbelsäule und der Schulter. Nach den schweren Kopfverletzungen von Fabian Klos und Cedric Brunner ist Kunze bereits der dritte Armine, der ausfällt, weil er am Kopf getroffen wurde.

Ach so, beim dritten Treffer der Bayern durch Jamal Musiala ging es dann tatsächlich auch mal ohne Videobeweis. Sachen gibt’s.

Serien und Sorgen

Die TSG Hoffenheim hat durch ein 0:0 gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth im Kampf um einen Europapokalplatz einen Rückschlag einstecken müssen. Für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß war es bereits die fünfte Partie in Folge ohne Sieg, Union und Köln zogen vorbei. Gut, von Platz acht können die Fürther nur träumen. Für sie war es gar das vierte Spiel in Serie ohne eigenen Treffer, das achte in Folge ohne Erfolg. Immerhin gab es zuletzt auch gegen Freiburg und Frankfurt trotz der fehlenden Tore zumindest einen Punkt. Am Ende war dieser aber für Fürth und die TSG zu wenig, um die Ziele zu erreichen. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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