Fußball-Bundesliga

Top 5 des Wochenendes: Torfluten und Jugenddrang

Hier war es klar: Leverkusener Torwart Bernd Leno foult gleich den Kölner Matthias Lehmann, es gibt Elfmeter. Foto: dpa

Der Sport bietet mehr als nur Ergebnisse. Es gibt Herzergreifendes, Kurioses, Interessantes. Auch in der Fußball-Bundesliga war einiges los an diesem Wochenende. Die Höhepunkte in unseren Top 5:

1. Jede Menge Tore: An solchen Spieltagen macht Konferenz richtig Spaß. Egal ob im Radio oder im TV. „Toooorr in ...“, hallte es unentwegt. Fünf schon beim Freitagspiel in Stuttgart. Fünf auf Schalke, Sechs in Leverkusen. Am Abend dann in Hoffenheim sogar sieben. Am Ende des Samstags waren bereits 32 Tore gefallen. Dreimal traf allein Schalkes Klaas-Jan Huntelaar. Und sagte hinterher: „Wenn wir offensiv spielen dürfen, können wir das auch.“ Das übernehmen wir einfach mal als Appell an alle Trainer: Lasst sie offensiv spielen. Sie können es doch! Fast schon lustig, dass nur einer nicht mitmachte: Der Spitzenreiter! Bayern München kam zu einem 1:0 in Berlin. In diesem Fall siegte dann eben nicht der Offensivdrang, sondern die Effektivität.

2. Jede Menge Gegentore: Jedes Tor hat natürlich seine Schattenseite. Die nennt sich Gegentor und ist schlicht eine Frage der Perspektive. Aus Perspektive der Aufsteiger Köln und Paderborn war die Torflut des Wochenendes nur eins: ärgerlich. So böse hat es das tapfere Duo bisher noch nicht erwischt. Zu Kölns bisher 13 Gegentoren gesellten sich fünf - und die ausgerechnet im rheinischen Derby in Leverkusen. Das tut weh. Vor allem, wenn man 1:0 führt (Lehmann, Elfmeter/ 4.) und einen weiteren Strafstoß verwehrt bekommt (siehe Punkt 4). Paderborn verlor zum zweiten Mal 0:4. Beim ersten mal hieß der Gegner Bayern, diesmal aber eben nur Bremen. „Wir waren nicht wachsam genug“, stellte Trainer Andre Breitenreiter fest, der jetzt ganz wach sein sein muss, damit solche Ergebnisse nicht einreißen.

3. Jede Menge Jugenddrang: Die Agentur nennt Viktor Skripnik jetzt Papa. Weil Bremens Trainer den Weg geht, den ihm einerseits das fehlende Geld vorgibt, den er andererseits als ehemaliger U 23-Trainer auch kennt: Er setzt auf die Jugend. Gegen Paderborn hatte erdamit richtig Erfolg. Unter den vier Torschützen; Davie Selke, 19 Jahre, und Levent Aycicek, 20 Jahre. Dazu kamen noch die Liga-Debütanten Janek Sternberg (22) und Maximilian Eggestein (17). Mut, der belohnt wird: Bremen hat die Abstiegsränge mit diesem Sieg erstmal verlassen. Und Papa Skripnik ist richtig stolz auf seine Jungs.

4. Jede Menge Überheblichkeit: Richtig stolz war auch Roger Schmidt. So stolz, dass Leverkusens Trainer nach dem Triumph gegen Köln die Grenze zur Überheblichkeit nicht mehr sah. Hochverdient sei der Sieg auch in dieser Höhe gewesen. Köln habe so defensiv agiert, dass es zum Spiel fast nichts beigetragen habe. Und überhaupt: bevor er so spiele wie Köln, wolle er lieber kein Trainer mehr sein. Nun ja. Was Schmidt vergaß: Köln führte 1:0. Und das Foul von Torhüter Bernd Leno an Anthony Ujah (15.) hätte Elfmeter Nummer zwei und Gelb-Rot für Leno zur Folge haben müssen. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gab nichts, Kölns Trainer Peter Stöger dafür die richtige Antwort: „Respekt kann man sich am Transfermarkt eben nicht kaufen.“ Wenigstens ein Punktsieg nach der Niederlage.

5. Jede Menge gute Laune: Die herrscht zur Zeit in Augsburg. Vor allem jetzt, wo sie auch noch Spiele drehen. 0:1 stand es gegen den Hamburger SV zur Pause (van der Vaart, 45+1). Nach einem Pausenrückstand ein Heimspiel zu gewinnen, das war dem FCA zuvor noch nicht gelungen. Diesmal klappte es. Altintop (50.), Bobadilla (62.) und Verhaegh (70.) trafen nach dem Wechsel. Und überhaupt klappt einfach irgendwie alles. Kapitän Paul Verhaegh schoss fünf Elfmeter in dieser Saison, fünfmal war der Ball drin. Und Halil Altintop gelang dann auch noch ein richtig guter Spruch: „Wenn wir das nächste Heimspiel gegen Bayern gewinnen, dann werden wir Meister“, scherzte der Mittelfeldakteur. Merke: Wer ganz urplötzlich auf einem Champions-League-Platz steht, der hat gut Lachen.

Von Frank Ziemke

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