Europa League, 0:2 gegen Everton

Wolfsburg: "Bisschen dumm angestellt"

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Die K.o.-Runde in Gefahr: Nach dem 0:2 gegen Everton herrscht beim VfL Wolfsburg Ernüchterung.

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg kommt aus dem Tritt. Das 0:2 gegen den FC Everton war die zweite Niederlage in Folge, plötzlich ist die K.o.-Runde in der Europa League wieder fraglich.

40:11 Torschüsse, 11:4 Ecken, 57:43 Prozent Ballbesitz - in fast allen Statistiken hat der VfL Wolfsburg den Premier-League-Klub FC Everton beherrscht, nur in der entscheidenden nicht. Beim bitteren 0:2 (0:1) gegen die „Toffees“ in der Europa League offenbarte der Bundesliga-Zweite eine gewisse Naivität, durch die er sich nun ein „Endspiel“ um den Einzug in die K.o.-Runde eingebrockt hat.

„Vorne fehlte uns die Präsenz, hinten haben wir zweimal gepennt“, sagte Linksverteidiger Marcel Schäfer treffend. Und Mittelfeldspieler Aaron Hunt gab zu: „Wir haben uns ein bisschen dumm angestellt.“

Statt mit den Fans das vorzeitige Erreichen der Zwischenrunde zu feiern, heißt es für die Wölfe zum Gruppenabschluss am 11. Dezember beim OSC Lille: Verlieren verboten! Eine Niederlage würde für den hoch gehandelten VfL das frühe Aus bedeuten.

Es ist den Wolfsburgern positiv anzurechnen, dass sie die zweite Pflichtspiel-Niederlage in Folge nach zuvor acht Siegen nicht nur dem fehlenden Glück oder dem zu Unrecht aberkannten Abseitstor von Ivan Perisic (22.) zuschrieben. VfL-Trainer Dieter Hecking hatte zwar „90 Minuten Einbahnstraßen-Fußball“ gesehen, aber auch „fehlende Konsequenz“ und „einfache Fehler“ bei gegnerischen Kontern.

Gefehlt hat dem Ex-Meister ein Typ wie Romelu Lukaku, der Everton mit dem Führungstreffer (43.) und der Torvorlage zum 2:0 (75.) fast im Alleingang zum Gruppensieg schoss. Die Wucht und Kaltschnäuzigkeit des bulligen Belgiers begeisterte die Wolfsburger schon im Sommer, doch 35 Millionen Euro Ablöse wollte selbst der finanzstarke Werksklub nicht an den FC Chelsea überweisen.

Durch die jüngsten Rückschläge ist der Druck vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gegen Verfolger Borussia Mönchengladbach größer geworden. Innenverteidiger Naldo wollte sich aber keine Mini-Krise einreden lassen: „Das ist nicht in den Köpfen. Man merkt, dass Selbstvertrauen da ist.“

In der Tat spielte der Ex-Meister gegen den Tabellen-Neunten der englischen Premier League vor 23.375 Zuschauern dominant, aber eben auch ohne Durchschlagskraft. Allein Mittelfeldstar Kevin de Bruyne war nach Angaben eines Sportdatenanbieters an 18 Torschüssen der Gastgeber beteiligt. Das ist Bestwert in der Geschichte der Europa League.

Wie ein Rekordmann sah der belgische Nationalspieler aber nicht aus, als er mit gesenktem Kopf das Stadion verließ. De Bruyne stand symbolisch für die Leistung des VfL an diesem Donnerstagabend: Viel Wirbel, kein Ertrag.

sid

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