Fußball-Bundesliga: Was auch immer VfL-Trainer Hecking anpackt, es funktioniert

Das Wolfsburger Spaß-Modell

Spaß am Fußball: Die Wolfsburger Aaron Hunt, Christian Träsch und Ivica Olic sicherten sich mit dem 2:0 über den Hamburger SV den achten Pflichtspielsieg in Serie. Foto: dpa

Wolfsburg. Was auch immer Dieter Hecking momentan anpackt, es funktioniert! Am Sonntag vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV musste der Trainer des VfL Wolfsburg seine Startelf einmal mehr auf mehreren Positionen umstellen. Einen Bruch im Spiel der Wölfe gab es dennoch nicht. Im Gegenteil, denn die Wolfsburger spielten beim 2:0 (1:0)-Erfolg phasenweise wie aus einem Guss. Ganz so, als hätte es den Dauerstress der vergangenen Tage einfach nicht gegeben.

Freude durch Rotation

Weil sich Marcel Schäfer am vergangenen Donnerstag beim 5:1 über Krasnodar einen Muskelfaserriss zuzog und Ricardo Rodriguez noch immer verletzt fehlt, musste Wolfsburgs Trainer auf der linken Abwehrseite improvisieren. Der portugiesische WM-Fahrer Vieirinha half hinten aus. „Er hat eine absolute Klasseleistung gebracht“, befand VfL-Manager Klaus Allofs. Und in der Tat glänzte der dribbelstarke Portugiese auf der ungewohnten Position, was aber auch für Aaron Hunt zutreffen dürfte. Der rückte für Kevin De Bruyne ins Mittelfeldzentrum, während der Belgier auf die linke Seite, Ivan Peresic auf die rechte Seite ausweichen musste.

Eine Aufstellung, an der nicht nur Wolfsburgs Manager seine Freude hatte. „Die Art und Weise, wie wir spielen, macht schon Spaß“, sagte Allofs. Von Müdigkeit im Spiel der Gastgeber keine Spur. Das 1:0 durch Ivica Olic (27. Minute) beflügelte die Wölfe, die nicht eine brenzlige Situation zu überstehen hatten. Und die nach der Pause nicht mehr als nötig machten. Nach einem katastrophalen Freistoß von Rafael van der Vaart und einem 70-Meter-Sprint von De Bruyne durchs Mittelfeld verwertete Hunt die Vorlage des Belgiers zum 2:0-Endstand.

„Jeder kämpft für Jeden, es macht einfach Spaß“, antwortete Olic auf die Frage, was denn nun das Geheimnis des Wolfsburger Erfolges sei. Den größten Anteil am neuen „Wolfsburger-Spaß-Modell“ dürfte Trainer Hecking haben. Denn der gibt fast allen Spielern im Kader das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden. Neuzugang Hunt, der in den ersten Partien die Ersatzbank drückte. Neu-Stürmer Niklas Bendtner, der zwischenzeitlich ebenso wie Sturm-Kollege Bas Dost zwischen Reservebank und Tribüne pendelte. Und „Shooting-Star“ Maximilian Arnold. Nach vielversprechendem Saisonauftakt hat der Neu-Nationalspieler seinen Stammplatz wieder verloren.

Das nächste Training steigt erst am Mittwoch. Drei freie Tage für die Wolfsburger Nicht-Nationalsspieler: Hecking weiß ganz genau, wie er seine vielbeschäftigten Spieler bei Laune hält! 

Von Ralf Walle

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