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Die Zeit bis zur WM wird knapper: Woran Bundestrainer Hansi Flick nun arbeiten muss

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Von: Maximilian Bülau

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Hansi Flick.
Er möchte etwas formen: Bundestrainer Hansi Flick hat in den zwei Monaten bis zur WM und auch danach einiges zu tun. © Imago/Jan Huebner

Dass Bundestrainer Hansi Flick zuletzt häufig in den Schlagzeilen aufgetaucht ist, kommt nicht von ungefähr. Der 57-Jährige veröffentlichte erst vor vier Tagen sein neues Buch, das den Titel trägt: „Im Moment – Über Erfolg, die Schönheit des Spiels und was im Leben wirklich zählt“.

Klar also, dass hier und da aus diesem Werk zitiert, Nachrichten generiert wurden. Der, von dem es während der WM in Katar ab dem 20. November wieder einmal mehr als 80 Millionen geben wird, ist derzeit noch ganz allein mit seinen Aufgaben. Na gut, sicher nicht ganz allein, er hat ja auch noch einen Haufen Assistenten. Doch sie alle zusammen haben ziemlich viel Arbeit – kurzfristige und langfristige.

Kurzfristige Arbeit

Auf der To-do-Liste stand gestern ein neuer Punkt: den Kapitän ersetzen. Manuel Neuer und Leon Goretzka reisten nach positiven Coronatests aus dem Teamhotel ab und werden die WM-Generalprobe verpassen. Ebenso musste Julian Brandt wegen eines Infekts passen. Das teilte die neue DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle mit. Die 30-Jährige hatte zuvor für den WDR gearbeitet und war Flicks Wunschlösung für den Posten. Haken dran.

Für Neuer wurde der Hoffenheimer Oliver Baumann nachnominiert, gegen die Ungarn am Freitag in Leipzig (20.45 Uhr/RTL), wohin die DFB-Stars mit der Bahn anreisen, wird wohl Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona im Tor stehen.

Kurzfristig muss der Bundestrainer aber auch die sehr begrenzte Zeit bis zur Weltmeisterschaft nutzen – nach dem Ungarn-Spiel steht noch die abschließende Partie in der Nations League am Montag in England und ein Testspiel am 16. November im Oman auf dem Programm – um die offenen Fragen zu klären, was Kader, Grundordnung und Positionen betrifft.

Was den Kader angeht, wird sich Flick sicher seine Gedanken gemacht haben und weiterhin machen. Offen ist, ob Florian Wirtz nach seinem Kreuzbandriss rechtzeitig bis zum Turnier wieder fit wird. In Sachen Grundordnung hat er zuletzt bei seinem FC Bayern vielleicht ein abschreckendes Beispiel gesehen, sollte er überlegt haben, ohne echten Stürmer und mit Leroy Sané und Serge Gnabry in einer Doppelspitze agieren zu lassen. Die Stürmerfrage wird auch Flick aber bis Katar nicht mehr lösen können. Denn: Es ist ja einfach keiner da.

Ansonsten stellt sich vor allem in der Defensive die Frage: Welcher Dortmunder verteidigt neben Antonio Rüdiger? Wird es Senkrechtstarter Nico Schlotterbeck? Oder doch eher der etwas fülligere, aber dafür auch erfahrenere Niklas Süle?

Langfristige Arbeit

Zuletzt war aus dem DFB-Lager immer wieder zu vernehmen, wie wichtig doch diese Nations League sei. Wie wichtig es sei, das Finalturnier im kommenden Jahr zu erreichen. Bei zwei Siegen gegen Ungarn und England hätte die deutsche Nationalmannschaft dieses Ziel erstmals erreicht. Aber warum auf einmal dieser Sinneswandel gegenüber dem anfangs so ungeliebten, weil doch überflüssigen Wettbewerb? Ganz einfach: Weil Deutschland 2024 Gastgeber der EM ist, muss es an den Quali-Spielen nicht teilnehmen. Zwei Pflichtspiele im Juni 2023 wären da gar nicht so schlecht. (Maximilian Bülau)

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