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Die wundersame Reise ist vorbei: Saarbrücken unterliegt Leverkusen im Pokal-Halbfinale

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Ungewollter Aufprall: Saarbrückens Torhüter Daniel Batz stößt mit Mitspieler Manuel Zeitz zusammen. Aus dieser Szene entsteht in der Folge das 2:0 für Bayer Leverkusen durch Lucas Alario.  

Mehr Außenseiter ging ja nicht. Regionalligist Saarbrücken konnte als erster Klub aus der Viertklassigkeit ins Finale des DFB-Pokals einziehen.

Es gab da aber zwei Probleme: Der Gegner war Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen. Und: Fans als Antreiber durften nicht dabei sein. Ob es so lief, wie zu erwarten war, verrät der Schnellcheck:

War des Fehlen der Zuschauer denn ein großer Nachteil für Saarbrücken?

Auf jeden Fall. Im spektakulären Viertelfinale gegen Düsseldorf wurde der Außenseiter im Ausweichstadion in Völklingen von seinen Anhängern ja auch durch schwere Phasen getragen. So triumphierte er im Elfmeterschießen. Es ist diese Unterstützung, dieser gemeinsame Traum vom Wunder, der den Außenseiter im Pokal trägt. Saarbrücken war ohne seine Fans. Und ohne Wettkampfpraxis. Was in dieser Situation nicht passieren darf: ein früher Rückstand. Passierte aber. Diaby erzielte das 0:1 bereits in der 11. Minute. Ging also nicht gut los.

War das ungleiche Duell damit schon entschieden?

Zumindest dauerte es nur acht Minuten, bis endgültig klar war, dass hier nur einer siegen würde: der Gast. Lucas Alario erhöhte auf 2:0. Schon jetzt ging es für Saarbrücken also nur noch um Schadensbegrenzung.

Konnte Pokalheld Daniel Batz diesmal nichts ausrichten?

Im Elfmeterschießen des Viertelfinals hatte Saarbrückens Torhüter vier Versuche gehalten – dazu einen in der regulären Spielzeit. Im Achtelfinale waren es im Elfmeterschießen gegen Karlsruhe drei gehaltene Bälle. Das Problem gegen Leverkusen: Es gab kein Elfmeterschießen. So konnte Batz auch nicht erneut zum Pokalhelden avancieren – auch wenn er nach dem 0:2 einige Bayer-Großchancen vereitelte und ganz sicher kein schlechtes Spiel machte. Batz hat übrigens auch schon mal Bundesliga gespielt: für den SC Freiburg am letzten Spieltag 2012 gegen Dortmund. Ergebnis: 0:4.

Dieses Mal also kein böses Erwachen für einen Klub vom Rhein?

Nein. Die Bundesligisten Düsseldorf und auch Köln hatten sich am Viertligisten in dieser Pokal-Saison die Zähne ausgebissen, dazu eben auch Zweitligist Karlsruhe und Ligakollege Regensburg. Der dritte Klub vom Rhein ließ sich aber nicht erschrecken. Zwar kam Saarbrücken verbessert aus der Pause, hatte sogar gleich zu Beginn der zweiten Hälfte den ersten ernstzunehmenden Torschuss. Der nächste Treffer fiel aber wieder auf der Gegenseite. Karim Bellarabi traf zum 3:0 für die Leverkusener (58.).

Gab es noch ein Trostpflaster für Saarbrücken?

Im Völklinger Exil gab es keins. Aber zumindest auch keinen Gegentreffer mehr. Bemerkenswert: Der baldige Drittligist gab sich bis zum Schlusspfiff nicht geschlagen. Einsatz war hier nicht das Problem. Und ein Trostpflaster gibt es dann doch noch. Durch den Halbfinaleinzug hat Saarbrücken 5,4 Millionen Euro verdient.

Wie war die Übertragung des Spiels in der ARD?

Litt natürlich an einem Mangel an Spannung. Trotzdem ist es an der Zeit für eine Lobeshymne auf den Experten Thomas Broich. Der frühere Gladbacher und Fußball-Auswanderer erklärt den Fußball mit einer Lässigkeit, die er offenbar aus Australien mitgebracht hat. Das ist kein Fischen nach Pointen, kein Klopfen von Sprüchen, sondern ein souveränes Erklären und Deuten des Geschehens auf dem Platz. Warum fiel das frühe 0:1? Broich macht es deutlich: Weil Saarbrücken nur „zwei Ebenen“ auf den Platz stellte, also in einem 5-5-0 komplett auf einen vorgezogenen Spieler verzichtete. So war niemand da, der den langen Pass von Kerem Demirbay in die Spitze unterbinden konnte. Respekt.

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