Viel Arbeit für FIFA-Referee Tobias Stieler 

Zehnmal Gelb und einmal Rot: In Mainz gibt es ein Spiel für Holzfäller

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FIFA-Referee Tobias Stieler hatte bei der Partie in Mainz viel zu tun.

Mainz. Es gibt Fouls, für die wurde die Rote Karte erfunden. In der 89. Minute von Mainz beim 2:3 des heimischen FSV gegen RB Leipzig passiert ein solches Vergehen. 

Die Hauptdarsteller dieser Szene: Wiederholungstäter Jean-Philippe Gbamin (Mainz 05), Opfer Rani Khedira (RB Leipzig) – und FIFA-Referee Tobias Stieler (Hamburg), der in dieser Situation gleich mehrere Rollen auf einmal ausfüllen muss: Staatsanwalt, Richter, Sozialpädagoge, Psychologe, Ringrichter. Da hilft es bestimmt, dass der 35-jährige Unparteiische von der SG Rosenhöhe im Hauptberuf Jurist ist.

Der ehemalige Spitzen-Referee Marco Haase, seit 30 Jahren Unparteiischer und als Schiedsrichter und Assistent viele Jahre in der 3. u. 4. Liga aktiv, analysiert die Szenen mit der Frage: Warum ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

Insgesamt ist diese Partie des 27. Bundesligaspieltages eher etwas für Holzfäller denn für Liebhaber des technisch versierten Balls. Zehn Gelbe Karten verteilt Tobias Stieler, zudem kurz vor Schluss einmal glatt Rot. Für den Unparteiischen, der seit 2012 in der Bundesliga amtiert und seit 2014 auf der FIFA-Liste steht, ist diese Auseinandersetzung schwer zu leiten, in einigen Szenen sogar sehr schwer. Regeltechnisch steht in den 95 umkämpften Minuten die Fußball-Regel Nummer 12 im Zentrum, Titel: „Fouls und unsportliches Betragen“. Davon gibt es in Mainz wahrlich mehr als genug.

Der aktuelle "Pfiff der Woche" auf az-online.de beleuchtet die Situation in der 89. Minute, in der Jean-Philippe Gbamin im Mittelfeld von der Seite gegen Rani Khedira grätscht – und ob der Schiedsrichter hier richtig agiert. Zudem stellt sich die Frage, ob man als Unparteiischer bei elf „Persönlichen Strafen“, wie die Karten im Fachjargon genannt werden, bei der Spielleitung wirklich alles richtig gemacht hat.

Von Marco Haase

Weitere Analysen von Marco Haase zu Schiedsrichter-Entscheidungen gibt es auf unserem Partnerportal az-online.de im „Pfiff der Woche“.

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