"Er war keine Privatperson"

Zwanziger: Beckenbauer war verantwortlich für Unterschrift

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Theo Zwanziger sieht Franz Beckenbauer in der Verantwortung. Foto: Thomas Frey

Berlin (dpa) - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat die Kritik von Franz Beckenbauer im Rahmen der Affäre um die WM-Vergabe 2006 gekontert und den früheren Organisationschef in die Verantwortung genommen.

"Er war keine Privatperson, sondern DFB-Repräsentant, der an Recht und Satzung gebunden war. Er war verantwortlich für seine Unterschrift", sagte Zwanziger der "Bild am Sonntag".

Beckenbauer hatte sich zuvor in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" zu den Vorgängen geäußert und weitgehend ahnungslos gezeigt. Er habe immer alles einfach unterschrieben, sogar blanko, hatte der 70-Jährige gesagt. Das nehme er ihm auch ab, meinte Zwanziger, "schließlich kenne ich ihn seit Jahren". Dann habe er aber die falschen Berater gehabt.

Auch sonst ging Zwanziger auf Distanz zu Beckenbauer. "Wenn Freundschaft daraus besteht, Fehlverhalten zu decken und die Öffentlichkeit zu täuschen, dann ist sie nichts Wert", ergänzte Zwanziger. Zuvor hatte Beckenbauer den früheren DFB-Chef kritisiert. "Er hat sich verändert, ich weiß nicht, was in ihn gefahren ist. Wir waren doch Freunde. Da kriegt er den Brief von uns, und der nächste Schritt ist: Er läuft zum Spiegel. Da war mir klar, da stimmt was nicht", sagte Beckenbauer. Zwanziger betonte, dass er nicht die Quelle der ersten "Spiegel"-Enthüllung gewesen sei.

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