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Fragen und Antworten zum Afrika-Cup: Zwischen Vorfreude, Ärger und Sorgen

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Von: Maximilian Bülau

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Mohamed Salah.
Spiel für Ägypten: Mohamed Salah. © Matt Dunham/dpa

Nicht erst seit diesem Jahr sorgt der Afrika-Cup bei so manchem Verantwortlichen eines Profi-Fußball-Klubs für Kopfzerbrechen. Das liegt am Zeitpunkt, zu dem dieses Turnier traditionell ausgetragen wird.

Die Ligen laufen, nehmen wieder Fahrt auf, im Februar beginnen die K.o.-Runden der Champions, Europa und Conference League. Weil bei den Spielern die Vorfreude aber groß ist, eine Abstellungspflicht besteht, müssen Vereine auf wichtige Stützen verzichten. Vor dem Start des Afrika-Cups am Sonntag in Kamerun kommt zum Abstellungsärger dieses Mal aber auch eine gehörige Portion Corona-Sorgen. Fragen und Antworten zum Wettbewerb:

Warum wird die Kritik in diesem Jahr so laut?

Normalerweise wird der Afrika-Cup alle zwei Jahre ausgetragen, hätte also 2021 stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde er aber um ein Jahr verschoben. Nun gibt es zwar Impfstoff – doch laut der ARD-Sportschau sind im Gastgeberland Kamerun mit 28,5 Millionen Einwohnern nur etwa drei Prozent der Bevölkerung geimpft. Erste Infektionen gab es schon. So wurde der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang – nun in Diensten von Arsenal London – kurz vor Turnierstart positiv getestet. Seit Beginn der Pandemie wurden in Kamerun 109 000 Coronainfektionen registriert, 1850 Menschen starben an dem Virus. Die Dunkelziffer soll aber deutlich höher sein. Zudem befindet sich das Land in einer innenpolitischen Krise. Seit 2016 schwelen Konflikte. In den englischsprachigen Provinzen North-West und South-West kämpfen Separatisten für eine Loslösung und die Gründung der Republik Ambazonien. Im Norden verübt die Terrororganisation Boko Haram immer wieder Selbstmordanschläge.

Welche Spieler aus der Bundesliga sind dabei?

Zwölf Akteure aus der Bundesliga sind beim Afrika-Cup vertreten, aus Deutschland sind es sogar 16. Denn zu Ramy Bensebaini (Gladbach), Edmond Tapsoba, Odilon Kossounou (beide Leverkusen), Omar Marmoush (Stuttgart), Ilaix Moriba, Amadou Haidara (beide Leipzig), Eric Maxim Choupo-Moting, Bouna Sarr (beide FC Bayern), Diadie Samassekou (Hoffenheim), Aymen Barkok (Frankfurt), Taiwo Awoniyi (Union) und Ellyes Skhiri (Köln) kommen auch Daniel-Kofi Kyereh und Jamilu Collins von den Zweitligisten St. Pauli und Paderborn sowie Daniel Francis vom Regionalligisten Ahlen und Baboucarr Gaye vom Südwest-Viertligisten Rot-Weiß Koblenz, der sonst gegen den KSV Hessen Kassel spielt.

Wie viel Star-Potenzial hat das Turnier?

Viel. Vom FC Liverpool sind Mohamed Salah (Ägypten) und Sadio Mané (Senegal) dabei. Manchester City stellt Riyad Mahrez (Algerien) ab, Paris St. Germain Achraf Hakimi (Marokko). Der Ex-Frankfurter Sébastien Haller (jetzt Amsterdam) stürmt für die Elfenbeinküste.

Wer ist Favorit?

Glaubt man den Wettanbietern, der Senegal. Aber auch Titelverteidiger Algerien gehört wieder zum heißen Kreis der Anwärter auf den Finalsieg am 6. Februar. Zudem werden Ägypten, die Elfenbeinküste, Gastgeber Kamerun und Marokko Chancen ausgerechnet – eben die Teams, bei denen die großen Stars spielen. (Maximilian Bülau)

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