Ganz entspannt in die Handball-WM der Damen  

Interview: Frauen-Bundestrainer Biegler trainiert mit Nationalteam in Rotenburg

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Da geht’s lang: Deutschlands Frauen-Trainer Michael Biegler absolvierte mit seinem Team einen Lehrgang im nordhessischen Rotenburg.

Rotenburg. Die heiße Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft vom 1. bis 17. Dezember im eigenen Land hat für die deutschen Handballerinnen in Nordhessen begonnen.

In der Rotenburger Göbel-Hotels-Arena absolvieren sie einen viertägigen Intensivlehrgang. Wir sprachen mit Bundestrainer Michael Biegler über sein Team und das anstehende Großereignis.

Vor den Tagen in Rotenburg hatten Sie gesagt, Sie seien voller Vorfreude auf den Lehrgang. Wie ist er verlaufen?

Michael Biegler:  Ich bin sehr zufrieden. Wir waren toll untergebracht und hatten tolle Trainingsbedingungen. Leider waren einige Spielerinnen leicht angeschlagen angereist. Deshalb mussten wir sehr differenziert arbeiten.

Wo lagen die Schwerpunkte? 

Biegler: Das war ein reiner Taktiklehrgang. Mit der Athletik werden wir uns ab Freitag in Leverkusen beschäftigen.

Nach der EM 2016, als das Halbfinale knapp verpasst wurde, wurde Ihrem Team schon Weltklasseniveau bescheinigt. Wo sehen Sie die Frauen, genannt die „Ladies“, jetzt? 

Biegler:  Wir haben uns in der Deckung weiterentwickelt, sind aggressiver geworden. Aber die Mannschaft kann sich in allen vier Parametern noch verbessern, also Rückzug, Deckung, Gegenstoß und Angriff.

Der Deutsche Handball-Bund hat als WM-Ziel das Erreichen des Halbfinales vorgegeben. Stimmen Sie dem zu?

Biegler: Ich halte diese Zielsetzung für legitim für eine der größten Handballnationen. Was soll man sonst auch vorgeben? Aber man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Von den Plätzen 13, 10 und 17 bei den letzten Turnieren. Bei der WM wollen wir bis zum Ende dabei sein, aber das ist nicht leicht zu erreichen.

So eine Heim-WM kann großen Druck erzeugen, an dem ein Team zerbrechen oder wachsen kann. Wie können Sie es darauf vorbereiten? 

Biegler: Durch die Doppel-Länderspiele mit den Männern spielten die Ladies in Magdeburg und Berlin vor großen Kulissen gegen Holland. Dort haben sie gesehen, wie man ein Spiel gestalten muss, wenn man ein großes Publikum hinter sich bringen will. Und sie sollen Freude an den Spielen haben, aufgabenorientiert rangehen, dann finden sie für die jeweiligen Situationen auch Lösungen.

Sie haben unter anderem als Trainer der deutschen Frauen und der polnischen Männer Erfahrungen bei großen Turnieren gesammelt. Empfinden Sie diese Wochen als puren Stress? 

Biegler:  Das ist mein zehntes Großereignis. Da ist keine Aufgeregtheit mehr da. Ich bin sehr entspannt.

Sie waren im April 2016 angetreten, um Ihr Team zu einer erfolgreichen WM zu führen, aber auch, um die Strukturen im deutschen Frauenhandball zu verbessern ...

Biegler:Ja, dieses Projekt hat mich gereizt. Die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt. Die Spielerinnen sind fokussiert auf Handball. Sie sind voller Bereitschaft, viel zu investieren. Bei den Strukturen reichen 20 Monate nur dazu, etwas im ersten und zweiten Step auf die Bahn zu bringen. Das haben wir gemacht. Die Beziehungen zwischen Liga und DHB haben sich verbessert, bei der Eliteförderung im Nachwuchsbereich hat sich auch etwas getan, und das Medieninteresse am Frauenhandball ist gestiegen.

Zur Person

Michael Biegler wurde am 5. April 1961 geboren. Der Rheinländer ist seit April Bundestrainer der Frauen des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Seit Mitte der 1980er-Jahre, kurz nach seinem Diplom als Sportlehrer, arbeitete er bei zahlreichen Top-Vereinen der Bundesliga, unter anderem in Großwallstadt, Magdeburg und Hamburg. 2012 wurde Biegler Cheftrainer der polnischen Männer-Nationalmannschaft. Im Januar 2017 wird er den Männer-Erstligisten Leipzig übernehmen.

Deutsche Spiele live bei Sport 1

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trifft bei der Heim-WM in der Vorrundengruppe in Leipzig auf die Niederlande, Serbien, Südkorea, China und Kamerun. Alle deutschen Spiele zeigt Sport 1 live.

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