Nach den letzten Spielen in der Gruppenphase der Champions League

Schnellcheck: Für RB Leipzig und Borussia Dortmund geht’s in die Europa League

Auf dem Weg zum 2:2: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (links) lupft den Ball zum 2:2 ins Tor. Rechts im Bild: der Dortmunder Christian Pulisic. Foto: dpa

Kassel. Ja, sie überwintern beide in Europa, RB Leipzig und auch Borussia Dortmund. Das ist im Fall von Leipzig erst mal keine so neue Nachricht. Neu ist allerdings: Die beiden Fußball-Bundesligisten sind nach der Winterpause in der Europa League vertreten.

Das haben die letzten Spiele in der Gruppenphase der Champions League am Mittwoch ergeben. Hier ist unser Schnellcheck der deutschen Konferenz.

Was hat der letzte Abend in der Gruppenphase für die deutschen Teams gebracht? 

Klarheit, logisch. Dortmund hat sich bei der 2:3-Niederlage bei Real Madrid achtbar aus der Affäre gezogen. Leipzig ist an der eigenen Chancenverwertung gescheitert. Unterm Strich stand eine 1:2-Heimpleite. Durch Portos frühe klare Führung in Monaco war die Hoffnung aufs Achtelfinale der Königsklasse ohnehin schnell verflogen.

Wie haben sich die Leipziger geschlagen? 

Für ein entscheidendes Spiel in der Gruppenphase? Geht so. Es ist den Sachsen in der ersten Hälfte anzumerken: Sie wollen - trotz oder gerade wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Forsberg, Sabitzer und Upamecano. Aber Kleinigkeiten passen nicht bei den Gastgebern. Und die bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Gäste spielen auch nicht, als hätten sie vor der Partie noch zu viel türkischen Nougat genascht. Im Gegenteil: Die vermeintlich bessere Reserve von Besiktas findet gut in die Partie. Nach Foul von Willi Orban verwandelt Alvaro Negredo den fälligen Strafstoß zur Pausenführung (10.).

Nach dem Wechsel wird Leipzig druckvoller. Es gibt gute Chancen - für Timo Werner, für Naby Keita. Nur: Immer wieder pariert Istanbuls Keeper Tolga Zengin. Ein Unentschieden ist durchaus möglich. Zumal von Besiktas nicht mehr so viel kommt. Erst in Unterzahl - Stefan Ilsanker sieht die Gelb-Rote Karte (82.) - ist RB erfolgreich: Keita (87.). Bitter nur: Fast postwendend stellt Anderson Talisca den alten Abstand wieder her (90.). Leipzig verliert.

Blicken wir auf Dortmund. Wie hat sich der BVB verkauft? 

Respektabel. Bis zur 7. Minute ist die BVB-Welt gegen eine bessere B-Elf der Madrilenen ohne Kroos, Modric, Benzema und Marcelo noch in Ordnung. Dann aber sind die weit aufgerückten und damit defensiv anfälligen Dortmunder zu langsam in der Rückwärtsbewegung. Der Ball läuft über Cristiano Ronaldo und Isco zu Borja Mayoral, der sein erstes Tor in der Königsklasse erzielt (8.). Vier Minuten später stellt Ronaldo sein feines Füßchen unter Beweis - 2:0. Dann aber flankt Marcel Schmelzer auf Pierre-Emerick Aubameyang - und der Stürmer tut mit dem 1:2 was fürs Dortmunder Selbstvertrauen (43.). Und weil Tore im Bernabeu etwas Besonderes sind, legt er nach: Den ersten Versuch wehrt Torhüter Navas noch ab - allerdings genau vor die Füße des Gabuners. Im zweiten Versuch lupft dieser - und drin ist das Ding. Geht doch. 2:2 (49.).

Ein Abseitstor Ronaldos (79.) zählt nicht. Puh. Doch dann trifft Lucas Vazquez mit dem Außenrist zum 3:2 (81.) für Real. Der BVB sorgt trotz Niederlage für ein Novum, qualifiziert sich als erster Gruppendritter der Königsklasse mit nur zwei Punkten für die Europa League.

Gab’s denn am Mittwochabend einen Aufreger? 

In Leipzig springen die Fans in der 21. Minute von ihren Sitzen auf. Erst aus Freude, weil Timo Werner zum vermeintlichen 1:1 trifft. Dann noch mal aus Entsetzen, als Schiedsrichter Victor Kassai aus Ungarn dem Treffer die Anerkennung verweigert. Die Zeitlupe gibt Aufschluss: Als Orban den Ball auf Werner spitzelt, steht der Stürmer im Abseits.

Wie war die deutsche Konferenz bei Sky? 

Kurzweilig. „Zum Herrenabend der Herren Dittmann und Lindemann“ begrüßt Kai Dittmann, der das BVB-Spiel kommentiert, die Zuschauer. Dafür erntet er ein Schmunzeln. Nach dem 0:2 des BVB prophezeit er: „Für Dortmund wird’s fürchterlich.“ Als Orakel taugt Dittmann also nur bedingt. Marcus Lindemann stellt fest: „Bei Leipzig hapert es an der Chancenverwertung.“ Stimmt wohl.

Welche anderen Entscheidungen sind noch gefallen?

Erwischt: Wir haben nebenbei noch den Liveticker mit allen acht Partien laufen - und fühlen uns gut unterhalten. Tor hier, Tor da, Tore überall. Nach 26 Minuten sind in allen Partien Treffer gefallen, elf in acht Partien. Nun zum Wichtigen: Schachtar Donezk zieht ebenso in die Runde der letzten 16 ein wie der FC Sevilla.

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