Unterstützung aus Berlin

DOSB-Präsident Hörmann: "Sehnsucht nach Olympia"

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Frankfurt/Main - Auf Hamburg ruhen die Hoffnungen, dass Deutschland nach 52 Jahren wieder Schauplatz Olympischer Spiele wird. Geschlossen schickt der deutsche Sport die Stadt in den Wettbewerb.

Den großen Schulterschluss bei der Krönung von Hamburg zur deutschen Olympia-Bewerberstadt für 2024 hat selbst die streitbare Sylvia Schenk nicht stören wollen. „Olympische Spiele gibt es alle vier Jahre, im eigenen Land aber nur höchstens einmal in einer Generation“, sagte die Ex-Leichtathletin, die heute für Transparency International dem Sport kritisch begleitet. „Lassen sie uns gemeinsam dafür kämpfen, für die nächste Generation den Staffelstab weiterzugeben.“

Die unerwartete Absolution der Olympia-Teilnehmerin von München 1972 war am Samstag in der Frankfurter Paulskirche das i-Tüpfelchen auf den 410:0-Beschluss der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), mit dem Hamburg ins internationale Rennen fast katapultiert wurde. „Uns eint die Sehnsucht nach Olympia“, befand DOSB-Präsident Alfons Hörmann erleichtert über den perfekten Start für die Elbmetropole ohne Widerworte und Misstöne.

Dazu gehört auch die große Geste von Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller („Es tut immer noch ein bisschen weh“). Trotz der Niederlage im Bewerberduells bot er in einer Rede den Hanseaten die Unterstützung der Bundeshauptstadt an. Hörmann nannte Müllers Auftritt „das vielleicht wichtigste Signal an diesem Tag“ und stellte in Aussicht, über „Vorrundenspiele in Ballsportarten“ in Berlin nachzudenken.

Obwohl noch nichts gewonnen ist, herrscht große Siegesgewissheit, dass Deutschland 52 Jahre nach München wieder Schauplatz von Olympischen Spielen wird. „Wer die deutsche Bewerbung schlagen will, muss eine Menge bieten. Keine Angst vor Boston, Rom und wer da noch kommen mag. Sollen die mal Angst vor Hamburg haben“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. „Wir sind davon überzeugt, dass Olympia Deutschland gut tut, sagen aber auch ohne falsche Bescheidenheit: Olympia in Deutschland tut auch der Welt gut.“

Bloß keinen Zweifel aufkommen lassen will der hanseatische Sportminister Michael Neumann, dass bei der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Sommer 2017 in Lima/Peru einer der Konkurrenten gewinnen könnte. „Wir müssen uns selbst wieder beweisen, dass wir ins Gelingen verliebt sind“, betonte er. „Wir sind Feuer und Flamme für unser Land, für Olympia.“

Bestärkt wurden die Hamburger durch die IOC-Aktivensprecherin Claudia Bokel, für die das hanseatische Olympia-Konzept „hervorragend zur Agenda 2020“ des IOC passe: „Wer für Deutschland ins Rennen geht, hat hervorragende Chancen zu gewinnen.“

Minister de Maziére weiß auch, dass man erstmal im eigenen Land um Unterstützung für Olympia werben muss. Lohnt Olympia? Wie hoch sind die Kosten? Gelingen die IOC-Reformen? „Das Leben besteht nicht nur aus Bedenken. Wir sollten uns durch sie nicht lähmen lassen und die Chancen sehen“, appellierte er. „Das täte unserem Bedenkenland weit über Olympia hinaus gut.“ Nach dem einstimmigen Votum für Hamburg seien schon mal „viele Diskussionen und Bedenken vom Tisch“, glaubt Hörmann. „Heute haben wir gesehen, wie wir zum Chancenland werden können. Das Projekt ist eine wunderschöne Möglichkeit dazu.“

Wie groß die notwendige Zustimmung der Hamburger Bürger für das Olympia-Spektakel sein wird, soll bei einem Referendum im Herbst abgefragt werden. Um nicht noch Schiffbruch zu erleiden, muss man an der Elbe noch ordentlich die Trommeln rühren. „Wir sind überzeugt, dass die Hamburger erkennen, dass es nicht nur eine faszinierende Chance für die Stadt, sondern für das ganze Land ist“, sagte Hörmann und erwartet, „dass ein klares Votum beim Referendum möglich wird“.

Davon ist auch der frühere Tennis-Profi Michael Stich nach dem klaren Entscheid in der Paulskirche überzeugt. „Das ist ein tolles Signal an die Menschen in unserem Land. Das ist wie ein 6:0, 6:0 im Tennis“, meinte der einstige Wimbledonsieger.

Allerdings mahnte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper die Hamburger, sich „nicht auszuruhen“. Nicht nur, um intern Sympathien für Olympia zu schüren, sondern auch weltweit. „Hamburg ist in der Welt bekannt, aber noch nicht weltberühmt“, sagte er. Sein Chef Hörmann zweifelt nicht, dass dies gelingt: „Wer Hamburg nicht kennt, wird die Stadt durch den Bewerbungswettbewerb kennenlernen.“

dpa

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