Olympia-Generalprobe: Dahlmeier glänzt, Männer mit Abstrichen

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Laura Dahlmeier zeigte in Antholz starke Leistungen.

Laura Dahlmeier hat sich bei der Olympia-Generalprobe in Antholz endgültig zur Top-Favoritin für die Spiele in Pyeongchang aufgeschwungen. Auch die Biathlon-Männer gaben Grund zur Zuversicht.

Antholz - Laura Dahlmeier lag nach dem Ende einer fast perfekten Olympia-Generalprobe im Schnee - extrem erschöpft, aber um die wichtigste aller Erkenntnisse reicher. "Ich weiß, wo ich stehe und was möglich ist. Wenn ich ein gutes Rennen zeige, dann kann ich ganz vorne angreifen", sagte die Königin der Biathleten in Antholz.

Dort hatte sie am Sonntag im Massenstart, dem letzten Weltcup-Rennen vor den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar), zwar "nur" den fünften Rang belegt, aber dennoch: "Die Formkurve", versicherte die siebenmalige Weltmeisterin nochmal mit fester Stimme, "die zeigt nach oben."

Dahlmeier: „Ich kann sehr zufrieden sein mit der Woche“

Während die Männer in Südtirol gegen die Superstars der Szene nahezu chancenlos waren, meldete sich Dahlmeier spätestens an diesem Wochenende in der Weltspitze zurück. Platz zwei im Sprint, der Sieg in der Verfolgung und zum Abschluss eben jene vielversprechende Leistung im Rennen der 30 weltbesten Athletinnen. "Ich kann sehr zufrieden sein mit der Woche. Am Ende war ich ziemlich k.o.", sagte die 24-Jährige, die nun einige Tage ausspannen darf: "Darüber sind wir alle heilfroh."

Doch nicht nur die Überfliegerin der vergangenen Saison, die als heißeste deutsche Medaillenkandidatin nach Südkorea reisen wird, ließ aufhorchen. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung vor allem am Sonntag liefen alle Olympia-Starterinnen in Antholz mindestens einmal in die Top Ten: Franziska Hildebrand (9.) und Denise Herrmann (10.) gelang dies im Sprint, Maren Hammerschmidt (6.), Franziska Preuß (8.) und Vanessa Hinz (9.) zum Abschluss im Massenstart.

Preuß, die in Antholz auch die Olympia-Norm erfüllte, war zudem in der Verfolgung als Zehnte noch einmal vorne gelandet. "Mich freut es total, dass die alte Franzi wieder zurück ist", sagte Preuß, die in der Vorsaison mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte: "Es ist schön, wenn man jetzt belohnt wird. Es macht wieder viel mehr Spaß."

Nur Peiffer bei den Männern auf dem Podest

Etwas weniger Spaß bereiteten hingegen die Auftritte der Männer - sofern es sie überhaupt gab. Die deutsche Nummer eins Simon Schempp war wegen anhaltender Rückenprobleme schon nach dem Sprint abgereist, er wird sich am Montag in München eingehend untersuchen lassen. "Wir müssen das medizinisch abklären und dann alles dafür tun, dass er schmerzfrei nach Pyeongchang reisen kann", sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

So erreichte einzig Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) das Podest. Der 30-Jährige landete bei den zwei Siegen des überragenden Norwegers Johannes Thingnes Bö in Sprint und Verfolgung auf den Plätzen drei und vier, zum Abschluss überzeugten im Massenstart Benedikt Doll (Breitnau) als Vierter und Johannes Kühn (Reit im Winkl) als Fünfter. Kühn erfüllte damit auch als letzter von insgesamt zwölf deutschen Skijägern (sechs Frauen, sechs Männer) die Olympia-Norm.

Nach den strapaziösen Heimspielen in Oberhof und Ruhpolding sowie der kraftraubenden Generalprobe in Antholz dürfen sich die deutschen Biathleten nun erst einmal erholen und neue Kräfte sammeln. Vor den Winterspielen findet noch einmal ein mehrtägiges Trainingslager in Hochfilzen statt, ehe am 5. Februar der Flieger nach Südkorea abhebt.

SID

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