Der spektakuläre Treffer weckt Erinnerungen

Giroud und andere spektakuläre Traumtore im Fußball

Kassel. Ist das Tor des Jahres schon gefallen? Der Franzose Olivier Giroud hat beim 2:0 des FC Arsenal gegen Crystal Palace einen wunderschönen Treffer aus der Luft mit der Hacke erzielt.

Wir nehmen die spektakuläre Szene zum Anlass, die Lieblingstore unserer Sportredaktion zu schildern.

KLAUS FISCHER, FALLRÜCKZIEHER

Ich war 14, als dieses Tor fiel, in einem Länderspiel gegen die Schweiz am 16. November 1977. Rüdiger Abramczik flankt, Klaus Fischer liegt waagererecht in der Luft, erwischt den Ball mit einem Scherenschlag perfekt, jagt ihn ins Netz. Es ist die „Mutter aller Fallrückzieher“. Das Tor des Jahres, des Jahrhunderts. Monatelang haben wir danach auf dem Rasen hinter dem Haus geübt. Flanke. Fallrückzieher. Und natürlich: kein Tor. Frank Ziemke (53)

UWE SEELER, HINTERKOPF-BALL

Am 17. Juni 1970 läuft beim WM-Viertelfinale im mexikanischen Leon zwischen Deutschland und England die 82. Minute. Die Flanke von Karl-Heinz Schnellinger ist missglückt, aber dann passiert etwas, das ich zwar hundertmal gesehen habe, aber trotzdem noch immer nicht fassen kann. Irgendwie kommt Uwe Seeler mit dem Hinterkopf an den Ball und lenkt das Leder ins lange Eck. Gerd Brehm (64) 

 MARIO GÖTZE, VOLLEYSCHUSS

War Götzes Weltmeister-Treffer am 13. Juli 2014 in Rio ein Traumtor? Aber ja. Die mustergültige Ball-Annahme mit der Brust und mein Flehen, dass Götze auf Reporter Tom Bartels und sein „Mach ihn!“ hört. Und wie er ihn trifft: Im Fallen, volley mit dem Spann. Anders als der Kollege Ziemke haben wir danach nicht im Hinterhof geübt – wir waren feiern. Clemens Herwig (30) 

KLAUS AUGENTHALER, FERNSCHUSS

19. August 1989, DFB-Pokal, die Bayern in Frankfurt: Ich war neun Jahre alt, als ich erstmals feststellte, dass Tore so richtig schön sein können. In der 34. Minute marschiert Klaus Augenthaler in der eigenen Hälfte los, überquert die Mittellinie und zieht einfach mal ab – aus fast 50 Metern. Der Ball senkt sich über den hektisch zurückeilenden Eintracht-Torwart Ulli Stein ins Netz. Bayern-Fan bin ich trotzdem nicht geworden. Torsten Kohlhaase (36)

DIEGO MARADONA, SOLO

Vergessen Sie all die bisher geschilderten Traumtore, schließen sie die Augen und erinnern sich einfach an dieses Gedicht von Tor: 22. Juni 1986, WM-Viertelfinale gegen England, der Argentinier Diego Armando Maradona zaubert und tanzt das 2:0 – Fußball in Vollendung. Und den Engländern ist immer noch schwindelig. Florian Hagemann (41)

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