Schnellcheck

Gladbach unterliegt: Schuberts Elf spät im Pech

+
Das 1:0: Gladbachs Lars Stindl überwindet Joe Hart. Links: Manchesters Martin Demichelis.

Kassel. Das war bitter. Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach verlor auch das zweite Spiel in der Champions League.

Die Elf des aus Kassel stammenden Interimstrainers André Schubert unterlag vor 46.279 Zuschauern im eigenen Stadion dem teuren Starensemble von Manchester City mit 1:2. Die Entscheidung fiel durch einen Elfmeter kurz vor Schluss. Der Schnellcheck:

Wie war das Spiel im Borussiapark?  

Sehr attraktiv mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. Das begann schon in der fünften Minuten mit Sergio Agueros Schuss aus kurzer Distanz, den Gladbachs Torwart Yann Sommer glänzend parierte. Manchester City blieb am Drücker, Gladbach verlegte sich auf feinen Konterfußball und befreite sich mit zunehmender Zeit vom Druck der Gäste.

Auch nach Raffaels verschossenem Elfmeter in der 18. Minute verließ die Borussia nicht der Mut. Sie machte einfach weiter und erarbeitete sich ein Plus an Möglichkeiten. Raffael scheiterte erneut, anschließend hielt Manchesters Torwart Joe Hart gegen Patrick Herrmann.

Belohnt wurde Gladbachs engagierter und temperamentvoller Auftritt erst nach dem Seitenwechsel: Lars Stindl traf in der 54. Minute nach einer tollen Kombination zum bis dahin verdienten 1:0. Das erinnerte an den alten Fußball unter dem zurückgetretenen Trainer Lucien Favre.

Danach übernahm aber Manchester City wieder das Kommando. Nach Nicolas Otamendis Ausgleich in der 65. Minute drängten die Gäste auf das Siegtor, Gladbach kämpfte aufopferungsvoll, aber es half nichts: 90. Minute, Fabian Johnson foult Aguero, Elfmeter, Aguero verwandelt, 1:2. Aus der Traum vom ersten Punkt.

Wer war der Mann des Abends? 

Jetzt kommt es: ein englischer Torhüter, ein ENGLISCHER TORHÜTER. Joe Hart hielt nicht nur einen Elfmeter, sondern auch sonst fast alles, was auf sein Tor kam. Wenn die Engländer jetzt noch irgendwann Elfmeterschießen lernen, dürften sie glücklich sein. Nur zur Erinnerung: Den Elfmeter für Manchester City schoss ein Argentinier, kein Engländer.

Gab es einen Aufreger? 

Einen? Der erst 33 Jahre alte Schiedsrichter Clement Turpin aus Frankreich gab einen Elfmeter für Gladbach, obwohl Raffael nicht gefoult wurde. Dafür verweigerte Turpin der Borussia auch zwei Elfmeter. Souverän geht anders.

Machte André Schubert auch im Anzug eine gute Figur? 

André Schubert

Da ziehen wir mal die Meinung einer Frau zurate: Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek machte Schubert gleich zu Beginn ihres Interviews vor dem Spiel mit dem Interimstrainer ein Kompliment: „Steht Ihnen gut.“ Schubert trug diesmal nicht seinen grünen Glückspulli, sondern dunklen Anzug und schwarzes Hemd, aber: keine Krawatte. Wäre das auch geklärt. Was sich auf jeden Fall sagen lässt: Anzug und Champions League waren keine Nummer zu groß für den Nordhessen.

Wie geht es mit Schubert nun weiter? 

Gladbachs Manager Max Eberl betont so häufig, dass Schubert nur Interimstrainer sei und er auf der Suche nach einem Nachfolger für Lucien Favre ist. Das ist schon fast wieder verdächtig. Die knappe Niederlage gegen Manchester City hat Schuberts Ansehen zumindest nicht geschadet. Seine Arbeit und seine eloquente Art werden wahrgenommen – und von allen Experten sehr positiv bewertet. Und es hat ja niemand gesagt, dass ein Interimstrainer nicht auch ein oder zwei Jahre Interimstrainer sein kann. Zumal Augsburg sehr sauer darauf reagiert hat, dass Eberl angedeutet hat, Markus Weinzierl könne ein Kandidat für Mönchengladbach sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.