Auch Borger/Kozuch siegen

Golden Girls "lange nicht bei 100 Prozent"

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Laura Ludwig (r.) und Kira Walkenhorst besiegten das deutsche Perspektivteam Nadine Glenzke und Julia Großner mit 2:1. Foto: Soeren Stache

Für die Olympiasiegerinnen Ludwig/Walkenhorst ist jedes Spiel wichtig, bevor es in die K.o.-Phase geht. Sie müssen während der WM in Wien ein Handicap beseitigen. Von der nationalen Konkurrenz werden die Rio-Heldinnen gefordert. Borger/Kozuch gewinnen zum zweiten Mal.

Wien (dpa) - Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die Golden Girls Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind auch bei der Beachvolleyball-WM in Wien in der Erfolgsspur.

Doch die Mission "erste WM-Medaille" ist für die Olympiasiegerinnen in Wien weiter ein Geduldsspiel mit vielen Unbekannten. "Wir sind noch lange nicht bei 100 Prozent, wir haben immer wieder durchwachsene Phasen, in denen wir Schwierigkeiten haben, unser Spiel durchzuziehen", erklärte Blockerin Walkenhorst nach dem mühevollen 2:1 (17:21, 21:15, 15:12) gegen das deutsche Perspektivteam Nadine Glenzke und Julia Großner (Berlin).

Mit ihrem zweiten Erfolg haben auch Karla Borger und Margareta Kozuch den vorzeitigen Sprung in die K.o.-Runde geschafft. Das in diesem Jahr neu gegründete Beachvolleyball-Duo siegte gegen die Außenseiterinnen Mahassine Siad und Imane Zeroual aus Marokko klar mit 2:0 (21:10, 21:11). Damit kommt es in der mit drei deutschen Teams besetzten Vorrundengruppe D zum "Finale" zwischen Borger/Kozuch und Ludwig/Walkenhorst.

Die in diesem Jahr von Verletzungen gehandicapten Hamburgerinnen mussten bei schönstem Sommerwetter auf der Wiener Donauinsel sogar den ersten Satz abgeben. Nachdem Abwehrspielerin Ludwig im zweiten Durchgang überraschend als Blockerin agierte und damit zwei Punkte sicherte, drehte das Favoritenduo die Partie und brachte sich vorzeitig in die K.o.-Runde. Glenzke/Großner, die am neuen zentralen Stützpunkt in Hamburg für die Zukunft aufgebaut werden, wehrten sich 52 Minuten stark. "Nadja und Julia haben das sehr gut gemacht, während uns längst nicht alles gelungen ist", betonte Ludwig.

Das Jahr zwischen dem glanzvollen Olympiasieg an der Copacabana und der aktuellen WM war für die beiden gefeierten Rio-Heldinnen ein Ritt zwischen den Extremen. Schulter-Operation bei Ludwig, Krankheiten und anschließende Verletzungen bei Walkenhorst, lange Pausen, Reha, Turnierabsagen. Doch Aufgeben war "nie ein Thema", unterstrich die 31 Jahre alte Ludwig. "Es gab nur den Gedanken: Wie schaffe ich es, richtig fit zu werden? Ich freue mich einfach, dass die Schulter wieder zu mir gehört", sagte sie zu ihrer Leidensgeschichte. Und durch die schwierigen Zeiten, die beide auch schon vor Olympia reichlich hatten, "ist man wieder stärker geworden", meinte Ludwig.

"Ich habe Glenzke/Großner noch nie so gut spielen sehen wie heute, Respekt vor dieser Leistung", bemerkte Olympia-Goldtrainer Jürgen Wagner, der den fehlenden Spielrhythmus seines Teams noch in den WM-Tagen mit einem speziellen Trainingsprogramm ausgleichen will.

Das mutige Duo Glenzke/Großner, dass von Chefbundestrainer und Laura-Ludwig-Freund Imornefe "Morph" Bowes gecoacht wird, braucht im letzten Gruppenspiel aber jetzt einen Sieg, um die Minimalchance auf das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten zu wahren.

Ein Einstand nach Maß gelang Chantal Laboureur und Julia Sude. Die Weltranglisten-Zweiten aus Stuttgart und Friedrichshafen fegte die Kolumbianerinnen Gorda und Andrea Galindo glatt mit 2:0 (21:14, 21:14) vom heißen Sandplatz. Victoria Bieneck und Isabel Schneider (Berlin/Leverkusen) unterlagen dagegen den US-Amerikanerinnen Emily Day und Nicole Branagh 0:2 (16:21, 24:26).

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