Goldene Sportpyramide für Henry Maske

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Henry Maske

Berlin - Sein großer Erfolg deutete sich früh an. 1977 wurde Henry Maske in der DDR als 13-Jähriger Spartakiadesieger - keiner schaffte mehr Liegestütze als er.

Aber das war nur der Anfang. Der in Treuenbrietzen geborene Boxer des ASK Vorwärts Frankfurt/Oder wurde bei den Amateuren Europameister, 1988 Olympiasieger im Mittelgewicht und 1989 Weltmeister. Er war ein gefeierter Sportstar in der DDR, am Freitag erhält der 48-Jährige die “Goldene Sportpyramide“. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hält die Laudatio. Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten des Sports für ihr Lebenswerk geehrt.

Nach der Wende nahm der verdiente DDR-Sportler Maske ohne mit der Wimper zu zucken Wilfried Sauerlands Angebot an und wurde Profi. Mit Hilfe eines ausgetüftelten Marketingkonzepts des TV-Senders RTL schaffte er den Aufstieg zum ersten angehimmelten gesamtdeutschen Sport-Idol vor Jan Ullrich - Popstar-Appeal inklusive.

Der “Gentleman“, so genannt wegen seiner tadellosen Umgangsformen und seines eleganten Boxstils, sorgte für TV-Einschaltquoten von bis zu 18 Millionen Zuschauern. Seine Kämpfe wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen. Drei Jahre nach seinem Übertritt ins Profilager wurde er 1993 gegen “Prince“ Charles Williams aus den USA IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht - und verteidigte seinen Titel zehnmal.

Er hatte den Faustkampf aus der Schmuddelecke herausgeholt, auch wenn die ersten Reihen bei seinen Kämpfen von den gleichen schillernden Herrschaften bevölkert waren wie zuvor die Fights des Weltmeisters Eckhard Dagge oder des Europameisters René Weller. Skandale hatten in Maskes Leben keinen Platz.

Schauspieler, Künstler, Wirtschaftsgrößen und Politiker huldigten dem einstigen Oberleutnant der Nationalen Volksarmee aus Neuberesinchen in Frankfurt/Oder. Bundespräsident Johannes Rau verlieh ihm 2001 das Bundesverdienstkreuz. Wolf Wondratschek schrieb ein Gedicht (“Du bist nicht zu haben für den Haß, den die Massen fordern von dir“), und der für seinen Abschiedskampf komponierte Song “Time to say Goodbye“ sprengte alle deutschen Verkaufsrekorde.

Der “Krawattenmann des Jahres 2008“ machte meist eine gute Figur, außer vielleicht als Schauspieler in der Film-Biografie über Weltmeister Max Schmeling, der ihn einmal als einzigen rechtmäßigen Nachfolger bezeichnete.

Maske beherzigte als Boxer die Devise seines Mentors und Trainers Manfred Wolke: “Geben ist seliger denn nehmen“. Er war ein begnadeter Konterboxer: Technisch versiert, blitzschnell, trainingsfleißig und ehrgeizig. Seine Schläge waren nicht allzu hart, aber meist präzise. Für manchen Puristen der Sportart war sein Stil zu akademisch, zu wenig Alles oder Nichts, zu wenig Blut.

Beim ersten Kampf gegen den Berliner Graciano Rocchigiani im Mai 1995 ließ er sich auf eine wüste Prügelei ein und stand am Rande des K.o. Der Ringrichter rettete ihn, die Punktrichter errechneten einen mehr als schmeichelhaften Sieg. Im Rückkampf konnte Maske die Scharte mit einer eindeutigen Punktentscheidung aber auswetzen.

Seine einzige Niederlage im Profilager kassierte er ausgerechnet in seinem letzten Kampf - gegen den Amerikaner Virgil Hill am 23. November 1996. Das konnte Maske nicht auf sich sitzen lassen. Am 31. März 2007 kam es nach über zehnjährige Ringpause in der Münchner Olympiahalle zu einer Revanche: Maske siegte als 42-Jähriger einstimmig nach Punkten - und wurde noch einmal überschwänglich im Boxring gefeiert.

Geschäftlich hatte er sich längst etabliert als Leiter zahlreicher McDonalds-Filialen in Leverkusen, Bergisch Gladbach und Köln. Bei ARD-Boxkämpfen ist er der Experte am Ring, der sich nach anfänglicher Zurückhaltung inzwischen auch zu pointierten Stellungnahmen durchringen kann. Seit über zwölf Jahren engagiert sich der dreifache Familienvater im “Henry Maske Fonds“ für benachteiligte Jugendliche.

dpa

Die besten Boxer-Sprüche

"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde." Eckhardt Dagge (rechts), Superweltergewichts-Weltmeister 1976. © dpa
George Foreman auf die Frage eines Interviewers, warum seine fünf Söhne alle "George" heißen: "Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen." © dpa
"Falls Du davon träumst, mich zu schlagen, dann wachst Du besser sofort auf und entschuldigst Dich bei mir!" Muhammad Ali © getty
"Ich weiß, wie ich Mike Tyson schlagen kann!" Das verkündete Peter Mc Neeley 1995 vor seinem Kampf gegen Mike Tyson (links). Tyson haute McNeeley (rechts) anschließend in der ersten Runde K.o. © dpa
"Er war unheimlich schnell als Champion. Er war so schnell, dass er das Licht löschte und im Bett war, bevor es im Schlafzimmer dunkel wurde..." George Foreman (links) über Muhammad Ali (rechts). Foreman wurde bei dem legendären Fight der beiden 1975 in Zaire ausgeknockt. © AP
"Es gibt schlaue Deutsche und schlaue Polen, aber Du bist ein dummer Pole. Mit Dir kann man nicht diskutieren, Du bist zu dumm..“ Graciano "Rocky" Rocchigiani (rechts) zu Dariusz "Tiger" Michalczewski (links) auf einer Pressekonferenz vor dem Kampf im Januar 2000. © dpa
„Er ist ein Asozialer. Der sollte sich auf der Straße prügeln". “ Der Tiger im April 2000 über Rocky. © dpa
Muhammad Ali wurde in einem Flugzeug vor dem Start von einer Stewardess aufgefordert, den Gurt anzulegen. Ali prahlte: "Superman braucht keinen Gurt." Die Stewardess konterte: "Superman braucht kein Flugzeug." © dpa
"Einmal machte ich zwei Wochen lang Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen." George Foreman © dpa
"In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal." Vitali Klitschko rechnete sich gute Chancen für sein Comeback aus. © dpa
Auf die 1939 gestellte Frage, ob er eigentlich wisse, wer William Shakespeare sei, antwortete Schwergewichtsboxer Tony "The TNT Kid" Galento: "Shakespeare? Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich vermute mal, er ist einer dieser ausländischen Schwergewichtler. Die sind alle lausig. Eins ist sicher, ich vermöbel den Penner." Da war die Dichterlegende nur schon fast ein halbes Jahrtausend tot. © dpa
Vor seinem letzten Profi-Kampf gegen  Trevor Berbick (links) 1981 war  Muhammad Ali (rechts) schon deutlich von seiner Parkinsonkrankheit gezeichnet. Die Bedenken, ob er überhaupt noch antreten solle, kommentierte Ali trocken: "Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht." © dpa
Alis Humor ist legendär: Nachdem er durch einen IQ-Test der US-Armee fiel, meinte er nur: “Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste” © dpa
Halbschwergewichtler Willie Pastranos kassierte böse Treffer bei einem Kampf in New York . Als er vom Ringarzt gefragt wurde, ob er überhaupt wisse, wo er sei, sagte Pastrano: “Davon kannst Du verdammt noch mal ausgehen. Ich bin im Madison Square Garden , wo ich gerade die Scheiße aus mir herausgeprügelt bekomme” © dpa
Ralf Rocchigiani lästerte: “ Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht” © dpa
Mike Tyson hörte von einem Reporter, dass sein Gegner Bruce Seldon über beeindruckende athletische Fähigkeiten verfüge. Tyson meinte nur: "Was will er tun, wenn ich ihn voll treffe? Hürdenlaufen?" Einen Tag später haute er Seldon in der ersten Runde die Lichter aus. © dpa
Mittelgewichts-Legende Hector "Macho" Camacho über seine Vorlieben: "Meine Frau buht mich aus, wenn wir Sex haben. Sie weiß, dass mich das anmacht." © dpa
Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis erzählte, wie er sich an seine einzige KO-Niederlage 1994 gegen Oliver McCall erinnert: "Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!" © dpa
"Iron-Mike" Tyson über sich selbst: "Ich weiß, ich bin ein Arschloch, aber das ist nun mal mein Stil." © dpa
Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Hein ten Hoff, als der 1952 Europameister im Schwergewicht geworden war und auf USA-Reise ging: "Nun boxen Sie mal schön, aber vergessen Sie nicht, daß wir mit den Amerikanern jetzt befreundet sind." © dpa
"Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen", erklärte Mike Tyson (links), nachdem er Evander Holyfield (rechts) 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte. Das Foto beweist das Gegenteil... © dpa
Der frühere britische Europa- und Weltmeister im Mittelgewicht, Alan Minter , meinte leicht verharmlosend: "Sicher, es gab Verletzungen und Todesfälle im Boxsport. Aber keine ernsthaften." © Getty
"Man weiß ja nicht, wie groß das bei einem da unten alles ist." Premiere-Kommentator und Ex-Profi Axel Schulz während des "Tiefschlag-Festivals" zwischen John Ruiz und Kirk Johnson . © dpa
"Er ist ein Typ der morgens um sechs Uhr aufsteht, egal welche Uhrzeit es ist." Coach Lou Duva 1996 über das harte Training von Andrew Golota (links). © Getty
"Ich werde dieses In terview sofort abbrechen, wenn Sie nicht ihr Maul halten!" US-Kommentatorenlegende Larry Merchant (Foto) während eines Interviews mit Hector Camacho Jr . zu Promoter Dan Goossen - der sagte Camacho die Antworten vor. © Screenshot: Youtube
Auf die Reporter-Frage, wie es denn zu seinem WM-Gewinn kam, antwortete Ralf Rocchigiani: “Ich habe es mal mit Training versucht” © dpa
"Ich finde, die Deutschen sind wunderbare Leute." Promoter-Legende Don King 1995 nach dem Skandal-Kampf zwischen Axel Schulz und Francis Botha , bei dem die aufgebrachten Zuschauer den Ring bewarfen. © dpa
„Warum sind Sie Boxer?“ wurde der irische Federgewichts-Champion Barry McGuigan (links) gefragt. Seine Antwort: „Weil ich kein Dichter bin. Ich kann keine Geschichten erzählen.“ © Getty
Mike Tyson über seine Ring-Strategie: "Ich versuche, die Nasenspitze meines Gegners zu treffen. Ich will ihm das Nasenbein ins Gehirn treiben." © Getty
Vor seinem Kampf gegen Rocky Marciano (Foto) verkündete Schwergewichts-Weltmeister "Jersey" Joe Walcott 1952: "Ihr könnt meinen Namen aus den Annalen streichen, wenn Marciano mich besiegt!" Marciano haute Walcott in der ersten Runde um. © AP
"Warum glaubte irgendjemand, dass er schlauer rauskommt? Er war drei Jahre im Knast - nicht auf der Uni." Promoter Dan Duva über Tyson, der sich vertraglich wieder an Don King band, kaum dass Tyson wieder ungesiebte Luft atmete. © dpa
"Mann am Bo den - jutet Jefühl" Lebensweisheit des Philosophen und Boxers Graciano "Rocky" Rocchigiani. © dpa
"Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?" Das fragte sich Schwergewichtler Michael Moorer. Doch entgegen seiner Prognose besiegte Holyfield Tyson 1996 per K.o. © dpa
"Wir sind verheiratet, wie Vater und Sohn." So beschrieb Promoter Don King sein Verhältnis zu Halbmittelgewichtler Julio César Chavez.  © dpa
Quizmaster und TV-Legende Robert Lembke ("Was bin ich?") befand: "In dieser Welt sind die einzigen Menschen, die noch die Rechte anderer beachten, die Berufsboxer." © dpa
"Foreman kann mich gar nicht getroffen haben, die Hallendecke muß heruntergekommen sein." "Smokin'" Joe Frazier (links) wurde von Foreman (rechts) 1973 mit einem linken Aufwärtshaken ausgeknockt. Frazier hob bei diesem Treffer mit beiden Beinen vom Boden ab. © Getty

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