Grand-Slam-Turnier in Wimbledon

Schweini sieht Ivanovic scheitern - Auch Haas raus

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Ana Ivanovic verlor, Bastian Schweinsteiger schaute auf der Tribüne zu.

London - Die Serbin Ana Ivanovic (27) ist als dritte Top-10-Spielerin in Wimbledon ausgeschieden. Auch Tommy Haas verabschiedete sich aus dem Turnier.

Die Serbin Ana Ivanovic (27) ist als dritte Top-10-Spielerin in Wimbledon ausgeschieden. Vor den Augen ihres Freundes Bastian Schweinsteiger verlor die Weltranglistensiebte in der zweiten Runde gegen Qualifikantin Bethanie Mattek-Sands (USA) 3:6, 4:6. Zum Auftakt waren bereits Simona Halep (Rumänien/Nr. 3) und Carla Suarez-Navarro (Spanien/Nr. 9) beim bedeutendsten Tennisturnier des Jahres gescheitert.

Bei den French Open in Paris hatte Ivanovic noch das Halbfinale erreicht. In Wimbledon stand sie 2007 unter den besten Vier, seitdem kam sie jedoch nicht mehr über das Achtelfinale hinaus.

Oldie Haas kämpft vergeblich, Youngster Zverev scheitert entkräftet, Petkovic gewinnt

Der unermüdliche Kämpfer Tommy Haas verabschiedete sich erhobenen Hauptes und unter tosendem Applaus aus Wimbledon, Kronprinz Alexander Zverev schlich völlig entkräftet vom Heiligen Rasen. Der älteste und der jüngste Spieler im Feld des bedeutendsten Tennisturniers der Welt unterlagen in der zweiten Runde jeweils in vier Sätzen.

Damit droht 30 Jahre nach Boris Beckers erstem Triumph im All England Club zum zweiten Mal in Folge eine dritte Runde ohne deutsche Beteiligung. Am Donnerstag hat nur noch Dustin Brown (Winsen/Aller) Chancen auf den Einzug unter die besten 32 Spieler im Herreneinzel - der Qualifikant trifft allerdings auf den 14-maligen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal.

Für die einzige Erfolgsmeldung am heißesten Tag der Turniergeschichte sorgte aus deutscher Sicht am Mittwoch Andrea Petkovic, die gegen Mariana Duque-Marino aus Kolumbien 6:3, 6:1 gewann und ihr bestes Ergebnis in Wimbledon egalisierte. Die Weltranglisten-14. aus Darmstadt spielt am Freitag gegen die Kasachin Sarina Dijas um den Einzug ins Achtelfinale.

Der 37 Jahre alte Haas kämpfte sich gegen den an Position sieben gesetzten Aufschlagriesen Milos Raonic aus Kanada nach desaströsem Start ins Match zurück, unterlag jedoch nach 2:34 Stunden Spielzeit 0:6, 2:6, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7). Der 18 Jahre junge Zverev verlor bei seinem ersten Grand-Slam-Turnier und mehr als 35 Grad im Schatten gegen Denis Kudla (USA) 3:6, 6:3, 7:6 (7:2), 6:4.

„Wenn mir jemand vor zwei Wochen gesagt hätte, dass ich hier insgesamt acht Sätze spiele und mich danach ganz gut fühle, hätte ich das sofort genommen“, sagte Haas, der sich nach seinem Sieg in Runde eins in den Statistikbüchern des All England Club verewigt hatte. Die führen ihn nun als ältesten Spieler seit US-Legende Jimmy Connors im Jahr 1991, der ein Spiel beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt gewonnen hat.

Zu mehr reichte es in diesem Jahr jedoch nicht, mehr ließ vor allem die viermal operierte Schulter nicht zu. Ob Haas im kommenden Jahr noch einmal - dann zum 16. Mal - in Wimbledon aufschlägt, ist fraglich, am Ende der Saison will er entscheiden, ob ein weiteres Jahr in der Knochenmühle Profitennis für ihn noch Sinn macht. „Noch habe nicht das Gefühl, aufhören zu müssen“, sagte Haas, „wenn es so weiter geht, habe ich nichts dagegen, hier noch einmal aufzuschlagen“.

Gegen Raonic sah es zunächst so aus, als wäre Haas lieber in seiner Wahlheimat Los Angeles geblieben. Bei schwül-warmen Temperaturen von bis zu 35,7 Grad trottete der gebürtige Hamburger von einer Seite zur anderen, zwei Sätze lang erreichte er kaum einen Aufschlag des Weltranglistenachten, der bis zu 233 km/h servierte. Haas selbst schlug im Schnitt 60 Stundenkilometer langsamer als Raonic auf, der zunächst auch exzellent returnierte.

In jüngeren Jahren hätte er zu diesem Zeitpunkt seinem Temperament freien Lauf gelassen, diesmal zügelte er sich und wartete geduldig auf seine Chance, endlich ins Match zu finden. Mit Erfolg: Zur Freude der Zuschauer auf Court 1, unter ihnen seine Verlobte Sara Foster, kämpfte sich Haas zurück und lieferte Raonic ein Duell auf Augenhöhe. Gegen die 29 Asse des Weltranglistenachten - darunter der drittschnellste Aufschlag der Turniergeschichte - fehlten Haas letztlich jedoch die Mittel.

sid

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