Schnellcheck: Norweger räumt alles ab – nur ein Durchgang am Sonntag

Skisprung-Weltcup in Willingen: Granerud siegt auch im Windchaos

Er überragte alles an diesem Wochenende: der Norweger Halvor Egner Granerud.
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Er überragte alles an diesem Wochenende: der Norweger Halvor Egner Granerud.

Der Norweger Halvor Egner Granerud ist und bleibt das Maß aller Dinge in der Skisprung-Welt. In Willingen holte er sich trotz schlechten Wetters beide Tagessiege. Unser Schnellcheck.

Willingen – Letzter Weltcup-Tag – und eigentlich sollten noch drei Durchgänge stattfinden, die alle in die Wertung Willingen 6 eingegangen wären: die Qualifikation und die beiden Wertungsdurchgänge. Sie merken am Konjunktiv: Funktioniert hat das nicht. Der Wind war Schuld. Was aber noch funktioniert hat, lesen Sie hier:

Vorab: Wer setzte sich in der Quali durch?

Die fiel dem Wind zum Opfer, lediglich 26 Springer konnten starten, danach wurde abgebrochen, da die Jury kein Risiko für die Athleten eingehen wollte. Außerdem hätte die Zeit nicht mehr gereicht für einen pünktlichen Start des ersten Wertungsdurchgangs.

Wer schnappte sich den zweiten Tagessieg nach Granerud am Samstag?

Na wer wohl? Halvor Egner Granerud. Der Norweger siegte auch im Windchaos, das nur in einem Durchgang entschieden werden musste. Dieser war aber einer der längsten der Skisprung-Geschichte und dauerte fast zwei Stunden. Markus Eisenbichler wurde Dritter.

Noch mal zurück zum Thema Wind: Da war doch schon mal was, oder?

2013 wurde erstmals in der 26-jährigen Willinger Weltcup-Geschichte ein Sonntagsspringen wegen zu starker Winde abgesagt. Die Veranstalter reagierten schnell und organisierten ein Jux-Springen auf dem Aufsprunghang. 2020 musste der Weltcup dann wegen Sturmtief Sabine abgesagt werden.

„Der Wind aus Südost war auch dieses Mal das Problem. Südwest und West sind nicht schlimm, die würden von rechts und links auf die Schanze treffen und gar nicht ankommen“, erklärte OK-Chef Jürgen Hensel.

Ein kurzer Blick zurück: Wie verlief der Samstag?

Aus deutscher Sicht enttäuschend. Nur Markus Eisenbichler, Karl Geiger und Pius Paschke schafften es überhaupt in den zweiten Durchgang. Eisenbichler wurde nach einem schwachen zweiten Sprung Achter, Geiger nach einem schwachen ersten Elfter. Mit dem Sieg hatten beide nichts zu tun. Dafür war Granerud auch an diesem Tag zu stabil (siehe Star in Zahlen).

Feuerte seine Kollegen an der Schanze an: Stephan Leyhe.

Vorjahressieger und Lokalmatador Stephan Leyhe setzt diese Saison wegen eines Kreuzbandrisses aus. War er trotzdem vor Ort?

Aber klar, das Springen in der Heimat, Leyhe startet für den SC Willingen, hat er sich nicht entgehen lassen. „Es kribbelt schon sehr in den Beinen, wenn man nur zuschauen kann“, sagte der 29-Jährige.

Auch wenn er seinen Kollegen fest die Daumen drückte, so schafften es nur noch Pius Paschke als Achter, Severin Freund auf Rang 17 und Karl Geiger als 23. in die Weltcup-Punkte. Martin Hamann (31.) und Constantin Schmid (48.) blieben ohne Zähler.

Gab es einen besonderen Moment?

Da müssen wir noch einmal ganz an den Anfang gehen. Der Pole Klemens Muranka wusste am Freitag in der Qualifikation den guten Aufwind zu nutzen und sprang mit 153 Metern Schanzenrekord.

Die bisherige Bestweite von Janne Ahonen (Finnland) und Jurij Tepes (Slowenien) lag bei 152 Metern, auf die auch Quali-Sieger Andrzej Stekala aus Polen kam.

Willingen 6 – wer hat abgeräumt?

Sechs Wertungssprünge, zwei Qualis, dazu die vier Sprünge der Einzelweltcups – so war’s geplant – am Ende wurde daraus ein Willingen 4 – und in der Summe ist natürlich Granerud am weitesten gesprungen und freut sich über 15 000 Euro Prämie.

Und wie war die TV-Übertragung?

Leider zäh – was aber nicht an Moderatoren und Kommentatoren lag. Rauf auf den Balken, runter vom Balken. Von Gelb auf Rot und mal auf Grün sprang die Ampel, die entscheidet, ob es losgehen kann. Alles sollte so schnell wie möglich über die Bühne gehen. ARD-Kommentator Tom Bartels sagte: „Es ist ein Irrenhaus. Aber die Springer müssen das annehmen.“

Von Friederike Weiler Und Maximilian Bülau

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