35 Fakten und Anekdoten über Beckenbauer

Gratulier’n mer mal: Der Kaiser wird 70

Wie die Zeit vergeht: Franz Beckenbauer im Jahr 1974 – heute wird er 70. Foto: dpa

Mit Franz Beckenbauer feiert heute die Lichtgestalt des deutschen Fußballs ihren 70. Geburtstag. Wir würdigen den Mann, über den alles gesagt ist, mit 35 Anekdoten und Fakten.

1. Erfinder: Ein Fußballer, der hinter der eigenen Abwehr postiert war, hieß früher Ausputzer. Franz Beckenbauer ist der Erfinder des Spielers, der sich auf dem gesamten Feld frei bewegte. Die Position wurde Libero genannt. Im gleichnamigen Film spielte er die Titelrolle. Gage: 15 000 Mark.

2. Doppelter Weltmeister: Es gibt zwei Männer, die als Spieler und Trainer Weltmeister wurden. Einer davon heißt Beckenbauer. Der andere ist der Brasilianer Mario Zagallo.

3. Freund:  Zu Beckenbauers Freunden zählt auch Rolf Hocke. „Franz hat nie abgehoben, obwohl er alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt“, sagt der Präsident des Hessischen Fußball-Verbands.

Franz Beckenbauer

4. Außenpolitiker: „Ich habe in Katar noch keinen Sklaven gesehen.“ So antwortete Beckenbauer Kritikern, welche die Arbeitsbedingungen in dem arabischen Land angeprangert hatten. Da gab es sogar für Beckenbauer medial eine Schelte.

5. Dauergast:  Beckenbauer ist mit 56 Auftritten der Sportler, der am häufigsten im ZDF-Sportstudio zu Gast war. Erstmals trat er an seinem 20. Geburtstag auf – vor 50 Jahren.

6. Alleskönner:  Ball erobern, Dribbeln, Passen, Köpfen, Schießen. Das alles und noch viel mehr konnte Beckenbauer. Und zwar perfekt.

7. Supertechniker:  Viele Fußballer scheitern, wenn sie den Ball mit dem Außenrist fünf Meter weit spielen wollen. Beckenbauer schaffte es aus dem Stand 60 Meter weit. Und das zentimetergenau.

8. Früher Vater:  Beckenbauer war 17, als Sohn Thomas geboren wurde. Dessen Mutter Ingrid und Franz wurden aber kein Paar, und Beckenbauer adoptierte seinen Sohn, nachdem er Brigitte geheiratet hatte. Als Beckenbauer 23 war, hatte er bereits drei Söhne.

9. Trauriger Vater: Beckenbauers dritter Sohn Stephan ist am 1. August gestorben. Deshalb ist Franz Beckenbauer nicht in der Stimmung, seinen Geburtstag zu feiern.

10. Später Vater:  Als Beckenbauer längst Großvater war, wurden seine Kinder Joel Maximilian und Francesca Antonie geboren. Die Mutter der beiden heißt Heidi. Erst später heiratete er sie. Beckenbauer sagte mal: „Ich habe mal einen Stammbaum machen lassen: Die Wurzeln der Beckenbauers liegen in Franken. Das waren lustige Familien, alles uneheliche Kinder. Wir sind dabei geblieben.“

11. Titelsammler:  Als Spieler und Trainer hat Beckenbauer 23 Titel gewonnen.

12. Geohrfeigter:  Als Jugendlicher wollte Beckenbauer vom SC 1906 München zum TSV 1860 München wechseln. Aber beim Aufeinandertreffen der beiden Vereine wurde er von einem Sechziger geohrfeigt. Er beschloss, zum FC Bayern zu gehen.

13. Kunstschütze:  Beckenbauer gelingt (fast) alles: Er traf 1994 an der ZDF-Torwand sogar von einem Weißbierglas aus.

14. Weltreisender:  Als Vorsitzender des Bewerbungskomitees für die Weltmeisterschaft 2006 bereiste er die ganze Welt. Zur Erinnerung: Das war erfolgreich.

15. Spielertrainer:  Als es bei der WM 1974 nicht rund lief, übernahm Libero Beckenbauer das Kommando. Trainer Helmut Schön saß beschäftigungslos auf der Bank.

16. Feinschmecker:  „Kraft in den Teller, Knorr auf den Tisch“, hat Beckenbauer schon 1966 in einem Fernsehspot gesagt. Für die Gage von 12 000 Mark hätte er sich wohl viel Suppe kaufen können.

17. Sänger-Darsteller: „Gute Freunde kann niemand trennen“, hat Beckenbauer - naja - gesungen. Garantiertes Honorar: 100 000 Mark. In den Charts schaffte es der Hit 1966 auf Platz sieben.

18. Sprachkünstler:  Beckenbauer spricht ein mitunter schwer verständliches Bayerisch. Legendär ist seine Aussprache des französischen Stürmers Jean-Pierre Papin. Er nannte ihn Schapapapa.

19. Hubschrauber-Passagier:  Bei der WM 2006 hat Beckenbauer fast alle Spiele gesehen. Sein Verkehrsmittel war ein Hubschrauber, und er stellte fest: „Deutschland ist ein wunderschönes Land. Jeder sollte es sich vom Hubschrauber aus ansehen.“ Nicht wenige behaupten, er habe sich von Hubschrauber zu Hubschrauber selbst zuwinken können.

20. WM-Ehemann:  Beckenbauer heiratete seine heutige Frau Heidi nicht irgendwann, sondern während der WM 2006. Die Feier fand aber nicht im Hubschrauber, sondern in Kitzbühel statt.

21. Dreifacher Ehemann: Heidi ist nicht Beckenbauers erste Ehefrau. Ihre Vorgängerinnen heißen Brigitte und Sybille. Nach der Ehe mit Brigitte war Beckenbauer mit Diana Sandmann zusammen.

22. Suppenkasper: Bei der WM 1986 kam es zum Eklat. Reservetorwart Uli Stein nannte Knorr-Liebhaber Beckenbauer einen Suppenkasper. Der reagierte und suspendierte Stein.

23. Einsamer Trainer:  Das Bild, das vom WM-Triumph 1990 bleibt? Beckenbauer geht – Hände in den Hosentaschen – einsam über den Rasen des Olympiastadions in Rom.

24. Sparfuchs: Beckenbauer wohnt in Österreich. Dort sind die Steuergesetze reichenfreundlicher.

25. Doppelgänger:  Manche behaupten, in der jüngsten ARD-Doku über Beckenbauer habe Olli Dittrich Beckenbauer gespielt. Das hat damit zu tun, dass Beckenbauer manchmal als seine eigene Parodie daherkommt – oder er Dittrich spielt?

26. Briefmarkenmotiv:  Auf Österreichs 75-Cent-Briefmarke ist Beckenbauer zu sehen. Das für die Marke verwendete Bild wurde 1977 von Andy Warhol gemalt.

27. Teamchef: Als Beckenbauer 1984 als Trainer der Deutschen Nationalelf Nachfolger von Jupp Derwall werden sollte, fehlte ihm die Trainerlizenz. Damit er den Job antreten konnte, wurde das Wort Teamchef erfunden.

28. Eigentorschütze: Vier Eigentore erzielte Beckenbauer in der Bundesliga. 60-mal traf er ins richtige Tor bei 424 Einsätzen.

29. Multimillionär:  Beckenbauer zählt zu den reichsten Deutschen mit einem angeblichen Vermögen von 150 Millionen Euro. Als Fußballer verdiente er rund elf Millionen.

30. Sprücheklopfer: Beckenbauers Wort hat Gewicht, auch wenn er einfach nur sagt: „Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage.“ Oder auch: „Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen.“

31. Ausgezeichneter: Viermal wurde Beckenbauer zum besten Fußballer Deutschlands gewählt (1966, 1968, 1974 und 1976). Er ist damit – natürlich – Rekordhalter.

32. Mama-Kind: Franz Beckenbauer hatte eine sehr herzliche Beziehung zu seiner Mutter Antonie. Er sagte einmal: „Ich danke Gott, dass er mich durch diese Mutter zur Welt gebracht hat. Ein größeres Glück gibt es nicht“ Antonie Beckenbauer starb 2006, 29 Jahre nach Beckenbauers Vater, der auch Franz hieß, sich aber nichts aus Fußball machte.

33. Der Kaiser:  Der Spitzname stammt aus dem Jahr 1968, der Ursprung ist nicht geklärt, geht wohl auf einen Zeitungsartikel zurück.

34. Weihnachtsmann:  Der eingängigste aller Werbeslogans, die Beckenbauer so aufsagte, lautete: „Ja is denn heut’ scho Weihnachten.“ Der Spruch für E-Plus lief drei Jahre lang. Ansonsten: Mag Beckenbauer auch Weihnachtsfeiern.

35. Lebenskünstler: Beckenbauers Leitspruch lautet: Schau mer mal. In diesem Sinne.

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