Interesse an Kiels Sagosen

Hier soll Großes entstehen: Handball-Klub Kolstad aus Trondheim lockt Topstars aus der Bundesliga

Bald Heimat eines international erfolgreichen Handballvereins? Die norwegische Stadt Trondheim.
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Bald Heimat eines international erfolgreichen Handballvereins? Die norwegische Stadt Trondheim.

Die Handball-Spitzenklubs in Europa kommen aus Paris, Barcelona, Kiel, dem ungarischen Veszprem und Kielce in Polen. Doch bald könnte in dieser Reihe auch noch Kolstad auftauchen.

Kassel - Die Handball-Spitzenklubs in Europa kommen aus Paris, Barcelona, Kiel, dem ungarischen Veszprem und Kielce in Polen. Doch bald könnte in dieser Reihe auch noch Kolstad auftauchen. Kolstad? Ja, der Verein kommt aus der norwegischen Stadt Trondheim – und hegt große Pläne. Kolstads Manager Jostein Sivertsen macht auch kein Geheimnis daraus, dass er den Klub zu einer Top-Adresse in Europa entwickeln möchte.

Spielerberater: Ates Oelke.

Dazu beitragen sollen auch Weltklasse-Spieler aus der deutschen Bundesliga. In den vergangenen Wochen wurden einige Akteure mit dem Verein in Verbindung gebracht. Neben dem Flensburger Magnus Röd und dem Magdeburger Kreisläufer Magnus Gullerud steht insbesondere Handball-Star Sander Sagosen vom THW Kiel im Fokus. Dessen Profi-Karriere begann in Kolstad. Und dort gehört sein Vater Erlend Sagosen aktuell zum Trainerteam.

In der norwegischen Liga belegt Kolstad zurzeit allerdings nur den zehnten Platz, hat aber heute noch ein Nachholspiel gegen Kristiansand zu bestreiten. Im kommenden Frühling möchte der Verein aus Trondheim bereits dabei sein, wenn es in den Playoffs um die Meisterschaft geht. Nummer eins in Norwegen ist momentan Elverum, ein Champions-League-Vertreter.

„Ich finde das Projekt gut“ sagt Ates Oelke, einer der bekanntesten deutschen Spielerberater. „Es ist ein positives Signal für unseren Sport, den Handball,“ Er rechnet damit, dass im Zuge einer weiteren Handball-Großmacht in Europa auch in Deutschland wieder mehr Sponsoren die Bundesligisten unterstützen werden. „Und“, ergänzt Oelke, „es macht die Königsklasse interessanter, wenn es neben Vereinen wie Veszprem, Paris und Kielce noch weitere Klubs mit hohen Ambitionen gibt.“

In Dänemark unternimmt seit geraumer Zeit auch Aalborg einige Anstrengungen, um dauerhaft zur europäischen Spitze zu zählen. Im Juni schafften es die Dänen immerhin bis ins Endspiel, indem sie dann dem FC Barcelona allerdings klar unterlegen waren. Im kommenden Sommer verstärkt sich Aalborg mit dem dreimaligen Welthandballer Mikkel Hansen.

Mit großen Namen können Kolstad und sein Trainer Stian Gomo Nilsen (noch) nicht dienen. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis der norwegische Erstligist den ersten spektakulären Transfer verkündet. Einer der wichtigsten Geldgeber ist Rema 1000, eine große Supermarktkette. Das Unternehmen, das auch Namensgeber der höchsten Spielklasse ist und den norwegischen Handball-Verband unterstützt, machte sich auch schon als Sponsor des international bekannten Fußballklubs Rosenborg Trondheim einen Namen.

Trainer von Notteroy in Norwegen: Robert Hedin.

„In Norwegen wird das Projekt insgesamt positiv gesehen“, sagt Robert Hedin. Der frühere Melsunger Coach trainiert den Erstligisten Notteroy, in der Tabelle aktuell drei Punkte schlechter als Kolstad.

Neben guten Gehältern kann Kolstad potenziellen Neuzugängen noch etwas Anderes bieten: weniger Belastung. In Norwegen haben die Klubs nicht so viele Spiele zu absolvieren wie die stärksten Mannschaften in der Bundesliga. (Björn Mahr)

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