Spiel der Baunataler Zweitliga-Handballer gegen die Franken muss wiederholt werden

Coburg kommt noch mal

Szene aus dem ersten Heimspiel gegen Coburg: Eintracht Baunatals Dennis Weinrich (links) gegen Jiri Vitek. Foto: Fischer

Baunatal. Für die Zweitliga-Handballer von Eintracht Baunatal läuft es in dieser Saison alles andere als rund – um nicht zu sagen: Es läuft alles schief.

Die Mannschaft ist abgeschlagen Tabellenletzter, die Spielbetriebs-GmbH hat Insolvenzantrag gestellt – und jetzt, ja jetzt, ist auch noch der einzige Punkt abhanden gekommen, den das Team in der Rückrunde geholt hat. Das Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes in Frankfurt hat nämlich dem Einspruch des HSC 2000 Coburg gegen die Wertung der Partie stattgegeben. Die Begegnung ging damals 24:24 aus. Nun ist sie für den 8. Mai in der Baunataler Rundsporthalle neu angesetzt.

Kurios: Für beide Teams geht es um nichts mehr. Baunatals Abstieg ist schon lange besiegelt – und Coburg hat nach drei Niederlagen in Folge auf Tabellenplatz acht nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun. Das hat zur Folge, dass die Franken Anfang Mai zu einem völlig bedeutungslosen Spiel aufbrechen, das schon einmal ausgetragen worden ist. Dementsprechend sauer reagierte Baunatals Trainer Markus Berchten: „Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen. Aber wir werden auch das über die Bühne bringen.“

Grund für diese Kuriosität ist eine Begebenheit, die sich während des Spiels Ende März in den Schlusssekunden ereignet hat: Damals streifte sich Baunatals Andreas Bornemann ein Extra-Trikot über, um als siebter Feldspieler agieren und den Torwart ersetzen zu können. Nachdem Bornemann zehn Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielt hatte, machte sich allerdings mit Dennis Weinrich ein anderer Feldspieler als Torwart nützlich. Er wehrte einen letzten Wurf der Coburger ab – eine Regelwidrigkeit, die aber nicht geahndet wurde.

Das Bundessportgericht sah darin einen Regelverstoß – und keine Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter. Bei einer solchen hätte es kein Wiederholungsspiel geben dürfen. Dem Vernehmen nach sollen die Referees den Regelverstoß nicht wahrgenommen haben. Vom Bundessportgericht war gestern niemand zu erreichen.

Die Coburger sehen sich nun in ihrem Protest bestätigt. Pressesprecher Thomas Apfel sagt: „Es ging hier um eine große Ungerechtigkeit. Ein Wiederholungsspiel ist die logische Konsequenz.“ Dass die Franken nun nochmal die Fahrt nach Nordhessen auf sich nehmen müssen, nimmt er gelassen: „So bleiben wir im Rhythmus.“

Baunatals Dennis Weinrich sagt: „Es geht um nichts mehr. Das Spiel hätte man sich schenken können. Aber nun wollen wir beide Punkte haben. Jetzt erst recht.“

Von Florian Hagemann

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