21:30 –

Baunataler Handballer unterliegen Eisenach klar trotz 5:4-Führung

Entwischt: Paul Gbur setzt sich auf dem Weg zu einem seiner sechs Tore gegen Daniel Luther durch. Hinten Dennis Weinrich. Foto:  Fischer

Baunatal. Genau elf Minuten lang hatten sie das nötige Tempo, den nötigen Biss und vor allem auch den Mut, gegen die ganz offensive 3:3- oder 4:2-Deckung des ThSV Eisenach in die Lücken zu stoßen.

Der Lohn war eine 5:4-Führung der Baunataler Eintracht. Dann aber kam einmal mehr, was schon in fast allen anderen ihrer 18 Zweitliga-Spiele den Handballern die Siegchance gekostet hat: ein Zweifeln, ein Nachlassen, ein Einbruch. Und der mündete diesmal im Duell des Aufsteigers aus der dritten Liga gegen den Absteiger aus der ersten Liga in eine verdiente 21:30 (8:15)-Niederlage.

„Es geht uns wie Borussia Dortmund im Fußball“, zog Paul Gbur einen gewagten, aber treffenden Vergleich: „Ohne das nötige Selbstvertrauen machen wir wie der BVB Fehler, die wir noch nie gemacht haben.“ Sieben Ballverluste bis zur Pause, als die Partie bereits entschieden wurde, dazu Pech beim Auslassen klarster Chancen mit Latten- und Pfostentreffern und einem vorzüglichen ThSV-Torwart Villadsen – „das war dann schon die Geschichte dieses Spiels“, so Paul Gbur.

Denn mit jedem Fehler schwand der Eintracht wieder ein wenig mehr vom ohnehin geringen Selbstvertrauen, ein wenig mehr vom Mut, der doch zu Beginn noch belohnt worden war. Als vor allem Dennis Weinrichs Spiel an den Kreis vorzüglich geklappt und der erneut treffsichere Marius Fuchs die Basis zur 5:4-Führung gelegt hatte. „Daraus haben wir zu wenig gemacht“, gestand Gbur ein – und meinte auch sich selbst: „Gerade eine solch offensive Deckung liegt mir eigentlich. Aber heute war ich grottenschlecht, bin nicht dahin gegangen, wo es wehtut“, haderte „Paule“. Immerhin: In der zweiten Halbzeit lief es viel besser beim Rekonvaleszenten. Sechs Tore warf der Halbrechte noch, freute sich aber vor allem über eines: „Nach meiner Verletzung bin ich endlich wieder schmerzfrei und kann Gas geben.“

Als Gbur auf Touren kam, war die Partie jedoch längst entschieden. Zumal der Eintracht ohne Marvin Gabriel (Fingerverletzung) und Hendrik Pollex (spielte für Bundesligist Hannover) die personellen Alternativen fehlten, die Eisenach mit den Bundesliga-erfahrenen Sklenak und Jurdsz hatte. Denn der ThSV hatte die Lücken nach dem 4:5 dichtgemacht und war binnen sechs Minuten entscheidend auf 9:5 davongezogen (17.). Angeführt vom famosen Isländer Bjarki Elisson, der als dritter Linksaußen in Folge die Baunataler Abwehrschwäche dort nutzte, 13/4 Treffer bilanzierte und 150 ThSV-Fans jubeln ließ.

Die Hausherren indes steckten diesmal nicht auf, zeigten sich als Team wieder gefestigt und bekamen viel Applaus für jede mutige Aktion – gegen einen übermächtigen Gegner.

Von Gerald Schaumburg

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