Riesenjubel beim 35:32 gegen Dormagen

Endlich: Der erste Heimsieg für Baunatal

Unwiderstehlich: Der Baunataler Marius Fuchs ist gegen Dormagens Jonathan Eisenkrätzer auf dem Weg zum Tor. Foto:  Fischer

Baunatal. Um 18.32 Uhr war im siebten Anlauf der Bann endlich gebrochen, und die Rundsporthalle bebte in ihren Grundfesten: 1133 Zuschauer (!) feierten am Sonntag ausgelassen den ersten Heimsieg der Baunataler Handballer in der zweiten Bundesliga.

„Endlich! Endlich!“ Auf der Bank der Großenritter, im Kreis der freudetrunken hüpfenden Spieler und Trainer und auf den Rängen waren diese Worte hundertfach zu hören. „Wir haben immer an uns geglaubt. Jetzt können auch alle anderen an uns glauben“, bilanzierte Felix Geßner breit strahlend nach dem 35:32 (14:14) gegen den TSV Bayer Dormagen, das die Eintracht im Rennen hält um den Klassenerhalt.

„Die Baunataler waren die bessere Mannschaft und haben die größere Leidenschaft gezeigt“, konstatierte Gästetrainer Jörg Bohrmann, der angesichts von 35 Gegentreffer mit der Abwehrleistung seiner Truppe haderte. Denn die hatte nach dem Ausstieg ihres erkrankt geschwächten Defensivstrategen Dennis Marquardt (10.) zu selten verstanden, das Baunataler Angriffsspiel zu stoppen. Vor allem über Kreisläufer Marius Fuchs, der clever in die Räume hinter der TSV-Deckung stieß und – bestens angespielt – mit acht Treffern bester Schütze war, liefen die Attacken der Eintracht. Und über die erste und zweite Welle, die gleich fünfmal erfolgreich abgeschlossen wurden.

Grundlage dessen waren das hohe Tempo der Hausherren und ihr Biss. Couragiert leistete der Defensivverbund großartige Lauf- und Handarbeit. Allein gegen Dormagens Kreisläufer Kübler, der sechs Tore bis zur Pause erzielte, fanden sie zunächst kein Mittel. „Dass eine Mannschaft nach 3:21 Punkten so entschlossen, so energisch auftritt, das ist keine Selbstverständlichkeit“, befand daher Kapitän Christian Schade. „Selbst aus der bitteren Niederlage in Bad Schwartau, die wir nicht verschuldet haben, zieht diese unglaubliche Truppe noch Kraft, statt den Kopf einzuziehen.“

Und genau so fuhren sie den ersehnten ersten Heimsieg ein. In der ersten Halbzeit hatten sie Führungen von 6:3, 10:7 und 12:9 noch preisgegeben, „weil sie voller Ungeduld das Spiel wieder in drei Minuten gewinnen wollten“ (Trainer Ralf Horstmann). Nun aber bestätigten die Baunataler nach der Pause ihren individuellen und mannschaftlichen Reifeprozess der letzten Wochen.

Bei Eisenkrätzers 14:15 (31.) lagen sie zum zweiten, letzten Mal zurück, dann folgte die große Schau des Hendrik „Henne“ Pollex im rechten Rückraum. Am Samstag noch mit Hannovers Drittliga-Team Sieger in Bernburg, drehte der „Förderlizenzler“ nun sensationell auf. Beim ersten Treffer noch knallte er aufs Parkett und brach sich einen Schneidezahn ab. Danach aber erzielte der Linkshänder sechs weitere Tore und freute sich unbändig, „dass wir endlich den Lohn ernten für unseren Kampfgeist“. Denn, wie es Kreisläufer Fuchs erklärte: „Wir haben endlich mal die Geduld bewahrt und die Punkte dann abgezockt nach Hause gebracht.“

Von Gerald Schaumburg

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