2. Handball-Bundesliga: Schlusslicht Eintracht Baunatal holt beim 24:24 Punkt gegen Coburg

Sie können es also doch noch

Schwungvoll: Andreas Bornemann (Mitte), der später als Torwart verkleidet den Treffer zum 24:24 erzielte. Foto: Fischer

Baunatal. „Ich ziehe den Hut vor dieser Mannschaft“, sagt Markus Berchten. Und wenn sich die Mode seit den Fünfzigerjahren nicht verändert hätte, dann hätte zumindest der männliche Teil der 400 Menschen, die am Samstagabend in der Baunataler Rundsporthalle waren, seine Kopfbedeckung gelüftet.

Es geht hier um ein Spiel der 2. Handball-Bundesliga, das eigentlich schon vor dem Anpfiff entschieden war, denn es war der ungleiche Wettbewerb zwischen dem aufstrebenden HSC Coburg und dem arg gebeutelten GSV Eintracht Baunatal. Ein Coburger Sieg mit 15 Toren Unterschied: Das war ein realistischer Tipp. Dagegen steht die Realität. Eintracht Baunatal und der HSC Coburg trennten sich am Ende 24:24.

Dabei hatte es auch diesmal nach einer klaren Niederlage für die Mannschaft ausgesehen, deren Spieler sich gar nicht mehr daran erinnern konnten, wie sich ein Punktgewinn anfühlt.

Nach einer Viertelstunde stand es 3:9. Das war der erwartete Zwischenstand, und das Unheil schien seinen Lauf zu nehmen. Dann aber konnte sich Conny Paar daran erinnern, dass er einst ein toller Torwart war. Dann wussten Paul Gbur und Phil Räbiger plötzlich wieder wie man Tore wirft, und dann begann die Aufholjagd.

Ereignisse überschlagen sich

Eine Viertelstunde vor Schluss stand es 18:18, und von nun an sprach mehr für einen Baunataler Sieg als für einen Coburger Erfolg. Dennoch führten die Gäste 30 Sekunden vor Schluss 24:23, ehe sich die Ereignisse überschlugen. Baunatals Trainer Markus Berchten nahm eine Auszeit und erklärte der Mannschaft, dass er vorhabe statt des Torwarts einen siebten Feldspieler aufzubieten. Also streifte sich Andreas Bornemann ein Extra-Trikot über.

Die Erwähnung des Extra-Trikots ist wichtig, um die folgende Dramatik zu verstehen. Bornemann nutzte die numerische Baunataler Überlegenheit zehn Sekunden vor Schluss zum Ausgleichstreffer, aber der Baunataler, der am schnellsten zurücklief, war Dennis Weinrich. Nun stand der Feldspieler mit dem Feldspieler-Trikot im Tor und wehrte den letzten Wurf des Spiels ab. Die Regelwidrigkeit, die zu einem Siebenmeter hätte führen müssen, hatten 800 Augen gesehen, aber die Schiedsrichter ahndeten Weinrichs Aktion nicht.

Mit wenig Aussicht auf Erfolg wird der HSC Coburg Protest einlegen, denn eine Tatsachenentscheidung ist eine Tatsachenentscheidung. Und alle Baunataler feierten, als wäre der GSV Eintracht gerade Deutscher Meister geworden.

Eintracht: Paar, Kroll - Gbur 7, Schade 1/1, Fuchs 3, Feuring, Räbiger 6, Geßner 2, Bornemann 3, Weinrich 2, Gabriel

Coburg: Martinsen, Krechel - Barsties, Andersson 1, Kelm 2, Gerlich 2, Kirchner 1, Vitek 2, Riha 1, Coßbau 1, Bilek 4/2, Roth 4, Seitle 6/2

Schiedsrichter: Dauben/Rohmer (Köln) - Z: 400

Von Gerd Brehm

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