Mannschaft und Umfeld nicht zweitligareif

Kommentar zu den Problemen der Baunataler Eintracht: Schwaches Signal

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Trainergespann Dominik Schwietzke und Ralf Horstmann

Nach der Entlassung von Trainer Ralf Horstmann und dem angekündeten Rückzug aus der 2. Liga steht Eintracht Baunatal vor einem Neuanfang. Ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Gerald Schaumburg.

Nur fünf Punkte, das Saisonziel Klassenerhalt in weiter Ferne – das reicht nun also auch in Baunatal als Argument für die Trennung vom Trainerduo. Das ist nachzuvollziehen, einerseits. Andererseits ist diese Entscheidung angesichts des angekündigen Rückzugs in die dritte Liga ein nur schwaches Signal an Spieler, Fans und Sponsoren, im Rahmen der geringen Möglichkeiten zumindest alles versucht zu haben, was Besserung bringen könnte. Noch am Sonntag hat Ralf Horstmann betont, dass der Aufstieg in die zweite Bundesliga eine Sternstunde war für die Eintracht und das Maximum, das angesichts der Rahmenbedingungen dort möglich ist.

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Und traf damit genau den Nagel auf den Kopf. Denn wie die Mannschaft - auch angesichts immensen Verletzungspechs – ist derzeit auch das Umfeld nicht zweitligareif. Strukturelle Probleme, am Sonntag sichtbar an langen Warteschlangen frierender Zuschauer vor der einzigen Tageskasse (!), werden nicht gelöst, weil Geschäftsführer Jens Reinhold zwar viel Herzblut und wohl auch privates Vermögen investiert, aber mit Vielem – wie dem Aufbau eines Orga-Teams hinter dem Team - genauso überfordert scheint wie die Sportler im Spiel. Und: Reinhold selbst hat mit mangelnder Glaubwürdigkeit viel Kredit verspielt. Vor wenigen Wochen erst hat er erklärt, für die zweite Liga 2015/16 gemeldet zu haben. Nun verkündet er das Gegenteil…

Von der Wirtschaft fühlt sich Reinhold im Stich gelassen, kostspielige Verstärkungen mit Zweitliga-Niveau seien so nicht möglich. Aber genau das war im Konzept von Hostmann UND Reinhold nie geplant. Nein: Das Baunataler Modell mit talentierten Spielern aus der Region, mit der Synthese aus Sport und Beruf/Ausbildung ist im ersten Zweitliga-Anlauf gescheitert. Leider. Die Trennung von Ralf Horstmann aber macht nur Sinn, wenn sich nun auch im Umfeld etwas ändert.

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