16:27 - Neuer Trainer, aber alte Fehler bei Baunataler Packung gegen Primus Leipzig

„Leipzig hat uns vorgeführt“

Sprungwurf: Der Baunataler Andreas Bornemann steigt hoch und nimmt Maß. Marius Fuchs, Bastian Roscheck, Marvin Gabriel und Philipp Pöter stehen eine Etage tiefer. Foto:  Fischer

baunatal. Nein, es war kein Freundschaftsspiel. Obwohl ihr Rückzug aus der zweiten Liga schon feststeht, gaben die Baunataler Handballer gegen den SC Leipzig kämpferisch alles. Doch alles war gegen diesen Gegner bei Weitem nicht genug: Denn am Ende stand eine selbst in dieser Höhe verdiente 16:27 (7:13)-Packung des Zweitliga-Schlusslichts gegen den Tabellenführer.

„Leipzig hat uns vorgeführt und alle Defizite bei Athletik, Dynamik und Präzision aufgezeigt“, zog Markus Berchten nüchtern Bilanz. Denn auch beim Einstand des neuen Trainers offenbarten die Großenritter altbekannte Fehler.

Einmal mehr boten sie einem Rivalen nur eine Viertelstunde lang und bis zum 5:5 couragiert und gut organisiert Paroli. Die läuferisch verbesserte 6:0-Abwehr um den neu formierten Innenblock mit Phil Räbiger und Andi Bornemann zeigte aufsteigende Tendenz. Im Angriff aber, wo Hendrik Pollex rechts und Frederik Drönner (17) anstelle des verletzten Felix Geßner links randurften, da brachen allzu früh schon alle Dämme.

Ballverluste zuhauf und nicht zu zählende Fehlwürfe luden den Favoriten immer wieder zu Tempogegenstößen ein. Die Folge: Nicht weniger als 15 Schnellangriffe ließen die Leipziger auf den vollends alleingelassenen Maximilian Kroll zurollen. Der Torwart war mit 15 Paraden noch bester Baunataler, verhinderte eine noch höhere Niederlage und ging zu Recht hart mit seinern Vorderleuten ins Gericht: „Es ist nicht zu fassen, dass einzelne Jungs ohne jede Vorbereitung schon nach drei, vier Sekunden aufs Tor werfen. Das kann nicht klappen“, schimpfte der Schlussmann.

So ließ die teuflische Kombination aus nicht vorhandenem Selbstvertrauen (was angesichts von 5:39 Punkten plausibel ist), noch immer mangelnder Athletik, fehlender Dynamik, taktischer Disziplinlosigkeit und viel zu großer Streuung beim Wurf rasch die Zuversicht schwinden.

Bis zum 5:5 hatte die Eintracht zwei Zwei-Tore-Rückstände wettgemacht. Und warf doch die Chance, selbst in Führung zu gehen und Leipzig in Zugzwang zu bringen, leichtfertig weg. Kroll parierte gegen Krzikalla, doch Bornemann verfehlte bei sechs gegen vier frei den Kasten und kassierte im Gegenzug, als Leipzig auf Ballhalten bedacht war, selbst eine völlig unnötige Strafzeit.

„Zum Glück haben wir uns dann mit einem emotionalen, aggressiven Auftritt rasch Luft verschafft und so einen guten Start ins neue Jahr erwischt“, bilanzierte SCL-Trainer Christian Prokop erleichtert. Denn schon zur Pause (13:7) und spätestens beim 17:9 (38.) war der Favorit durch.

Von Gerald Schaumburg

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