851 Tore

Denk-Team im Positionsangriff so variabel wie nie zuvor

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Zwei, die sich im Angriff blind verstehen: Spielmacherin Danique Boonkamp (l.) und Kreisläuferin Dionne Visser.  

Kirchhof. Die SG 09 Kirchhof stellt mit 851 Toren den zweitbesten Angriff der 2. Bundesliga. Nur Meister HL Buchholz-Rosengarten traf öfter (907).

Das ist für einen Aufsteiger eine beeindruckende Bilanz, keine Frage, aber auch keine große Überraschung, schließlich wird bei den heimischen Handballerinnen die Abteilung Attacke (Stichwort Tempohandball) von je her großgeschrieben.

Überraschend ist indes die Art und Weise, wie die Treffer erzielt wurden. Erwies sich in der Drittliga-Saison die eigene erste und zweite Welle als unwiderstehlich, wurden die Gegner phasenweise schlichtweg überrannt, glänzte eine Etage höher der Positionsangriff.

„Wir haben mehr taktische Varianten“, sagt Trainer Denk, der im dritten Jahr auf den gleichen Stamm von Schlüsselspielerinnen wie Diana Sabljak, Danique Boonkamp, Christin Kühlborn und Dionne Visser bauen konnte. Und mit diesem Kern besonders zwei Varianten entwickelte bzw. perfektionierte, die - gemeinhin nur im Notfall eingesetzt - bei der SG 09 längst zum festen und erfolgreichen Offensivrepertoire gehören.

Etwa das Spiel mit zwei Kreisläuferinnen, auf das häufig dann zurückgegriffen wird, wenn eine Linkshänderin im rechten Rückraum oder auf Rechtsaußen ausfällt (im Kirchhofer Fall Karolina Bijan). Geprägt von zwei Kleingruppen: Kim Mai, die in der Nahwurfzone durch Sperren und Absetzen Lücken bzw. Raum für Torjägerin Sabljak schafft, also die gegnerischen Abwehrspielerinnen bindet, damit ihre Kollegin abziehen kann.

Mit siebten Feldspieler

Sollte die trotzdem angegangen werden, kommt die zweite Kleingruppe ins Spiel: Regisseurin Danique Boonkamp, die am Kreis die dynamische Dione Visser sucht, die auf diese Weise fast immer zum Abschluss kommt. „Das ist schwierig zu verteidigen“, weiß Christian Denk, zumal der Innenblock des Gegners durch die zwei Kreisspielerinnen fast immer auseinandergezogen wird und so Teile des Zentrums frei gibt.

Beim Spiel „Sieben gegen Sechs“, der zweiten (risikoreichen) Variante, bei dem die Torfrau durch eine zusätzliche Feldspielerin ersetzt wird, setzt der SG-Coach dann noch einen drauf. Und schafft damit eine dritte vielversprechende Option zum Abschluss: über außen.

„Für uns ist das eine ganz normale taktische Maßnahme“, beteuert er. Muss sich aber nach dem Spiel auch schon mal Kritik gefallen lassen, wenn sich die Treffer ins eigene leere Tor häufen. Doch der Eindruck täuscht. Die (Tor)-Bilanz spricht für seinen Mut zum Risiko. Und spätestens dann, wenn sich ein Gegner auf das Überzahlspiel eingestellt hat, lässt Christian Denk flugs zurückrudern. Er hat ja - siehe oben – noch andere Varianten.

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