Wildkatzen, Elfen und neue Trainer

SG 09 Kirchhof veranstaltet erstklassiges Turnier in Melsungen

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Szene aus dem Vorjahr: Kirchhofs Kim Mai (am Ball) tankt sich im Spiel gegen Werder Bremen durch. 

Melsungen. Da wird sich der Titelverteidiger mächtig strecken müssen: 2017 gewann der SV Union Halle-Neustadt das Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier.

Obwohl anschließend der Aufstieg in die 1. Liga folgte und das Team nun noch stärker ist, sind die Wildcats keinesfalls der Favorit in der Melsunger Stadtsporthalle. „Wir haben drei gute Erstligisten am Start. Der Modus Jeder-gegen-Jeden hat sich bewährt, deswegen bieten wir Spannung bis zum Schluss“, betont SG-Coach Christian Denk. Der 35-Jährige muss sich nun an viele neue Gesichter gewöhnen, denn fast alle Turnier-Gegner haben den Trainer gewechselt.

Weltklasse-Spielerin nun Trainerin

Auch Halle-Neustadt. Da ist nun die ehemalige Weltklasse-Spielerin Tanja Logvin tätig, die bis Februar noch in Diensten der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten stand. Die 43-Jährige hat weiterhin die Ex-Kirchoferin Swantje Heimburg an Bord und baut auf die international erprobten Neuzugänge Emilia Galinska (Borussia Dortmund), Mariana Lopes Ferreira (Boden Handboll IF), Isabel Gois (Madeira SAD) und Victoria Divak (Achenheim Truchtersheim Handball). Allerdings wiegen auch die Abgänge von Mikaela Johansson (Skara HF), Helena Mikkelsen (VfL Oldenburg), Sarah Andreassen und Eileen Uhlig schwer.

Noch heftiger sind zwei Abgänge bei der HSG Blomberg-Lippe. Nach 16 Jahren hat sich Coach Andre Fuhr verabschiedet, um beim TuS Metzingen ein neues Kapitel aufzuschlagen. Sein Nachfolger Steffen Birkner kommt von den Drittliga-Männern des VfL Fredenbeck, wo er auch Nachwuchskoordinator war. Der zweite Verlust für den letztjährigen Tabellenachten ist Rückraum-Ass Alicia Stolle, die nun beim Thüringer HC für höhere Aufgaben reifen soll. Das ansonsten eingespielte HSG-Team wurde durch Munia Smits, der Schwester von Nationalspielerin Xenia Smits, und Nele Franz aus der eigenen zweiten Mannschaft erweitert.

Bayer kommt mit Talentschmied 

Noch einen Platz besser in der 1. Liga war Bayer Leverkusen. Dort hat die Chefin der Werkselfen, Renate Wolf, ihren Post freiwillig freigemacht, um ausschließlich als Geschäftsführerin tätig sein zu können. Ihr Nachfolger ist Robert Nijdam. Ein 43-jähriger Holländer, der zuletzt Leiter der erfolgreichen Handball-Akademie Papendal in Arnheim war. Eben jener Talentschmiede, in der die heutigen Kirchhoferinnen Dionne Visser, Danique Boonkamp und Iva van der Linden reiften. Von den sechs Neuen Leverkusens kommen Torhüter Nele Kurzke und Linksaußen Joanna Rode (beide HC Rödertal) erstliga-erprobt.

Außerdem sind mit Werder Bremen und dem BSV Sachsen-Zwickau zwei Liga-Rivalen der SG 09 am Start. „Das Ergebnis hat mit Blick auf die 2. Liga schon einen kleinen Wert. Zwischen dem dritten und achten Platz ist für uns bei unserem Turnier alles möglich“, schätzt der SG-Coach die eigenen Chancen ein. 

Vor allem Bremen ist ein Gradmesser, weil Kirchhof bei Werder wie schon 2017 sein erstes Saisonspiel bestreiten wird. Dort ist – analog zur Konkurrenz – mit Maximilian Busch für Florian Marotzke ein neuer Übungsleiter tätig. Der besonders den Abgang von Ausnahmekönnerin Isabelle Dölle (Buxtehuder SV) kompensieren muss.

Die Gastgeberinnen

Es sind nur zwei Buchstaben. Ein Wort. Mitunter wird „zu“ entscheidend sein für den Saisonverlauf der SG 09 Kirchhof und auch das Abschneiden beim Heinrich- Horn-Gedächtnisturnier. „Die Euphorie ist nach dem Sieg im Test gegen den Vipers nicht geringer geworden. Die Stimmung ist gut und alle sind motiviert“, sagt Christian Denk. Deswegen ist der SG-Coach bestrebt dafür zu sorgen, dass nicht „zu“ viel Euphorie aufkommt, das Team nicht „zu“ motiviert auftritt und die Stimmung nicht „zu“ gut wird. Warnzeichen, um demütig zu bleiben, was in der vergangenen Saison ein Schlüssel zum Erfolg war. 

Nun schicken sich alle Neuen an, die Qualität weiter anzuheben. Michelle Urbicht bringt sich als technisch versierte Spielmacherin ein. Dahinter gibt Alena Breiding mächtig Gas. Sandra Szary macht auf Halbrechts mit ihrer Wurfkraft Eindruck und könnte sich eventuell noch mehr zeigen, weil Leona Svirakova (Flüssigkeit im Knöchel) zumindest noch bis heute Sportverbot hat. Die vierte Neue, Iva van der Linden, legt ebenfalls vermehrt ihre Scheu ab. Kein Wunder, dass Coach Denk allen Akteurinnen Spielpraxis beim Turnier verspricht – und zusieht, dass alles im grünen Bereich bleibt, aber nicht „zu“ grün. 

Der Spielplan

Freitag: 19 Uhr Juniorenteam Kirchhof - Thüringer HC II. Anschließend Fan-Abend in der Stadtsporthalle. 

Samstag, 9 Uhr Westfriesland - Kirchhof; 9.40 Uhr Halle Neustadt - Bremen; 10.20 Uhr Blomberg/Lippe - Zlin; 11 Uhr Zwickau - Westfriesland; 11.40 Uhr Kirchhof - Bremen; 12.20 Uhr Halle Neustadt - Leverkusen; 13 Uhr Zlin - Zwickau; 13.40 Uhr Blomberg/Lippe - Westfriesland; 14.20 Uhr Leverkusen - Bremen; 15 Uhr Kirchhof - Zlin; 15.30 Uhr Halle Neustadt - Zwickau; 16.20 Uhr Bremen - Blomberg/Lippe; 17 Uhr Westfriesland - Leverkusen; 17.40 Uhr Zlin - Halle Neustadt; 18.20 Uhr Zwickau - Blomberg/Lippe; 19 Uhr Kirchhof - Leverkusen. 

Sonntag, 9 Uhr Zlin - Westfriesland; 9.40 Uhr Zwickau - Kirchhof; 10.20 Uhr Blomberg/Lippe - Halle Neustadt; 11 Uhr Bremen - Westfriesland; 11.40 Uhr Zlin - Leverkusen; 12.20 Uhr Zwickau - Bremen; 13 Uhr Blomberg/Lippe - Kirchhof; 13.40 Uhr Leverkusen -Zwickau; 14.20 Uhr Westfriesland - Halle Neustadt; 15 Uhr Bremen - Zlin; 15.40 Uhr Leverkusen - Blomberg/Lippe; 16.20 Uhr Kirchhof - Halle Neustadt.

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