2. Liga

Kirchhof läuft lange hinterher - und lässt Herrenberg mit 32:25 abblitzen

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Wieder mal fulminant durchgesetzt: Dionne Visser (Mitte) erzielt hier gegen die Herrenbergerinnen Sandra Kussamul (l.) und Lauren Kappus einen ihrer sechs Treffer für Kirchhof. 

Melsungen. Erst ließ die SG 09 Kirchhof nicht locker, dann den Gegner "alt" aussehen. Gegen Herrenberg feiert der heimische Handball-Zweitligist nach 13:14-Pausenrückstand so einen furiosen 32:25-Erfolg.

Manchmal muss eine Mannschaft ein ganz dickes Brett bohren, um am Ende als strahlender Gewinner vom Feld zu gehen. Handball-Zweitligist Kirchhof nahm diese Herausforderung an. Lief gegen die SG H2Ku Herrenberg ständig einem Rückstand hinterher, glich sechs Mal aus, bevor sie selbst in Führung gehen konnte - und bog in der Schlussphase mit einem 7:0-Lauf auf die Siegerstraße ein. Genau der war nötig, um die abwehrstarken Gäste mit 32:25 (13:14) in die Knie zu zwingen.

„Das Ergebnis täuscht. Das war über weite Strecken ein hochklassiges Spiel auf Augenhöhe“ wusste SG-Trainer Denk die nackten Zahlen einzuordnen. Und konnte sich umso mehr über den elften Saisonsieg freuen. Zumal dieser fast 50 Minuten am seidenen Faden hing. Als der Tabellenneunte nämlich seinem Ruf als defensivstärkstes Team der Liga gerecht wurde. Die Gastgeber zappeln ließ. Die sich zunächst richtig schwer gegen das gegnerische 6:0-Bollwerk tat. Ja, die Baden-Württembergerinnen hatten sogar bis zum 7:10 (17.) dank ihrer gefährlichen Außen Bok und Gebhard sowie den Geistesblitzen von Torjägerin Neubrander die besseren Lösungen in der Offensive. Doch die SG verzagte nicht. Wie die quirlige Michelle Urbicht, die ihre Mannschaft mit fünf Toren vor der Pause im Spiel hielt.

Die nutzte Christian Denk zur taktischen und mentalen Feinjustierung. Die wirkte. „Wir haben nach dem Wechsel eine Schüppe drauf gelegt“, erklärte Dionne Visser. Insbesondere die nach ihrer Einwechslung hochmotivierte Holländerin. Die explodierte. Im Gegenstoß, über Rechtsaußen, vom Kreis. Und war so mit fünf Treffern an der 19:17-Führung beteiligt. Die Wende? Noch nicht. Auch nicht als die Kreisläuferin zum 23:19 traf, weil die Gäste durch Saskia Putzke und Lea Neubrander auf 23:21 verkürzten (47.).

Dionne Visser explodiert

Dann aber mit fliegenden Fahnen untergingen. Weil die Kirchhofer 5:1-Deckung zur undurchlässigen Gummiwand mutierte, sich Torfrau Demianczuk zu steigern wusste. „Purer Wille“ war das für die vorgezogene Leona Svirakova, die in ihrer neuen Rolle nun in ihrem Element war. Und insbesondere mit der zentralen Abwehrspielerin Diana Sabljak hervorragend harmonierte, die wiederum, lange heftig bearbeitet, in der Offensive auftaute. Wo die SG mit langen und temporeichen Angriffen immer weiter bohrte und so die „Kuties“ zermürbte.

Die wähnten sich im falschen Film, konnten die vertauschten Rollen kaum fassen. Die Denk-Schützlinge genossen sie, ließen erst (etwas) locker, als die Partie beim 29:21 durch Danique Boonkamp (55.) - dem siebten Kirchhofer Treffer in Folge - gelaufen war. Kirchhofs Coach entschied sich prompt zu einer Auszeit, damit seine Mannschaft den ersten frenetischen Applaus der begeisterten Zuschauer noch während des Spiel genießen konnte. Nicht die letzte Huldigung, denn diese wundersame Wandlung auf dem Feld erzeugte auch auf der Tribüne Glücksgefühle.

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