2. Liga: Kirchhof verliert gegen Rödertal durch direkt verwandelten Freiwurf nach der Schluss-Sirene

24:25 - Unvollendete Aufholjagd

Eine gegen zwei: die Kirchhoferin Marieke Blase (l.) wird in dieser Szene von Lisa-Marie Ostwald und Jurgita Markeviciute (beide HC Rödertal) am Abschluss gehindert. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Es passiert selten, aber es passiert, Und es ist der SG 09 Kirchhof passiert, hat den heimischen Handball-Zweitligisten in ein Tal der Tränen gestürzt. Ein direkt verwandelter Freiwurf von Lisa-Marie Preis nach der Schluss-Sirene gegen eine Sechs-Frauen-Mauer - abgefälscht und irgendwie über den Innenpfosten den Weg ins Netz findend - besiegelte die 24:25 (9:13)-Heimniederlage des Aufsteigers.

„Mehr Pech geht kaum“, bedauerte SG-Trainer Caillat zutiefst, dass die „unglaubliche Energieleistung“ seiner Mannschaft unbelohnt blieb: „Nach der Pause haben wir all‘ unsere Vorsätze hervorragend umgesetzt, mehr war nicht möglich.“ Die fulminante Kirchhofer Aufholjagd imponierte auch den 300 Zuschauern in der Melsunger Stadtsporthalle, die mit ihren stehend dargebrachten Ovationen nach dem Schlusspfiff zum größten Trostspender mutierten.

Der Schlüssel zur unvollendeten Wende war eine enge Deckung durch Sharelle Maarse für Linkshänderin Lisa-Marie Preis, die den größten Anteil (sechs Tore) daran hatte, dass ihre Mannschaft mit einer scheinbar komfortablen 13:9-Führung in die Pause ging. Ohne ihre Torjägerin blieb den Gästen ob der aufopferungsvollen Abwehrarbeit der Kirchhofer Deckung inklusive einer glänzend aufgelegten Torfrau Morf fast nur noch die Nervenstärke von Jurgita Markeviciute beim Siebenmeter. Zu wenig, um verhindern zu können, dass Marieke Blase, die im Abschluss immer mehr Verantwortung übernahm, nach 39 Minuten zum 16:16 ausgleichen konnte.

Von un an war‘s ein Kampfspiel auf Augenhöhe mit wechselnder Führung. Und als sich der ersatzgeschwächte SG-Rückraum - Rafhaela Priolli musste wegen ihrer Rückenbeschwerden passen und Izabella Nagy war mit einer Daumenverletzung ins Spiel gegangenen - verschlissen hatte, sprangen die Außen Laura Nolte und besonders Christin Kühlborn in die Bresche. Ihr Treffer zum 23:22 (58.) nährte die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg, der dem Neuling aber noch auf der Zielgeraden von Markeviciute und Preis entrissen wurde.

Viertes Spiel, vierte Niederlage - und doch hat auch diese Partie gezeigt, dass Kirchhofs Mini-Kader leistungsmäßig „dran“ ist. Genau daraus bezog Christian Caillat ganz schnell wieder Hoffnung. „Wenn wir wieder vollständig sind und weiter so konzentriert arbeiten, kommen wir da unten raus,“ versuchte der Franzose sich und das Team schnell wieder aufzubauen. Seine frustrierten Spielerinnen hatten es bitter nötig. • Kirchhof: Morf (25 Gegentore/19 Paraden), Küllmer (n.e.); Berz, Ulrich, Nolte 3, Kühlborn 5/1, Nagy 1, Maarse 1, Blase 10/4, Mai 4, Stockschläder. Rödertal: Hubald (18/9, Rammer (34.-45., 6/2); Müller, Markeviciute 12/5, Ostwald 1, Pöschel, Frankova 2, Preis 7, Alesiunaite, Neustadt, Nepolsky, Jäger 2, Rösike 1, Havel. SR: Heinz/Lehnhardt. Siebenmeter: 7/7:8/7. Zeitstrafen: 8:6-Minuten. Disqualifikation: Alesiunaite (49.)

Von Ralf Ohm

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