2. Bundesliga: Kirchhof spielt 28:28 in Nürtingen – Maarse und Küllmer zeigen sich

Achterbahnfahrt zum Remis

Sharelle

Nürtingen. Bei Unentschieden im Handball stellt sich stets die Frage: War es ein gewonnener oder ein verlorener Zähler? Ein Blick auf die Facebook-Seite der SG 09 Kirchhof verriet am späten Samstagabend, dass das 28:28 (12:14) im Kellerduell der 2. Bundesliga bei der TG Nürtingen für die Grün-Weißen als Erfolg einzustufen ist.

„Wir holen uns den nächsten Punkt! Fantastisch“, lautete der Post über ausschließlich strahlenden Gesichtern des jungen Teams. Klar, es war erst die zweite Punkteteilung nach dem 29:29-Coup bei Sachsen Zwickau am sechsten Spieltag für den Neuling. Und einer nach einem Wechselbad der Gefühle. „Der erste Sieg war drin, wir hätten aber auch verlieren können“, wusste SG-Coach Christian Caillat.

Dessen Spielerinnen begannen mit einer stabilen 6:0-Deckung und blieben über 5:5 (8.) und 7:7 (11.) auf Augenhöhe. Angetrieben von der Führenden der Torschützenliste, der erstliga-erfahrenen Verena Breidert, übernahm Nürtingen anschließend das Zepter. Und Kirchhof hatte schnell ein Problem: Nach nur 20 Minuten kassierte Abwehrchefin Raphaela Priolli ihre zweite Zeitstrafe. Das schien die Gäste zu lähmen, die jetzt Lücken offenbarten und bis zur Pause (12:14) durchaus unüberlegt agierten.

Doch nur kurzweilig, denn der Neuling bewies Moral. Daran beteiligt zwei Spielerinnen, die bislang wenig Einsatzzeiten hatten. Die erst 16-Jährige Paula Küllmer im Tor (Caillat: „Paula hat einen anständigen Job gemacht.“) und Sharelle Maarse auf Halbrechts für Priolli (Caillat: „Sie hat vorn wie hinten überzeugt und uns gut geholfen.“). Maarse war mit zwei Treffern maßgeblich am starken Zwischenspurt auf 19:16 (40.) beteiligt. Dabei führte Izabella Nagy glänzend Regie. Bis zum 21:18 durch Christin Kühlborn (43.) sah es gut aus - doch dann traf Kirchhof achteinhalb Minuten das Tor nicht. „Wir sind leider noch nicht so weit, dass wir unser Spiel 60 Minuten durchbringen können“, weiß der Coach.

Das hätte fatale Folgen haben können, weil Breidert, die phasenweise klasse von Kim Mai im Verbund mit dem Mittelblock Nagy/Blase aus dem Spiel genommen wurde, am Ende wieder auftaute. Per Siebenmeter traf die frühere Göppingerin zum 24:21 (50.). Doch die SG 09 ließ sich nicht unterkriegen. Zweimal Marieke Blase, die endlich einfache Treffer aus der zweiten Reihe generierte, zweimal Maarse und Laura Nolte ebneten den Weg zur Wende, den Kapitänin Kühlborn unwiderstehlich per Doppelschlag zum 28:27 in der vorletzten Minute einläutete. Doch die Turngemeinde hatte eine Antwort parat: Einen Siebenmeter nämlich von Breidert zum Ausgleich, der die Grün-Weißen zunächst traf, ehe sie das Remis anständig feierten. • Nürtingen: Hesel, Grabowski - Kunicke 2, Gaber, Jahn, Wieder 4, Cleve 5, Breidert 11/4, Molner, Quattlender 3, Oeder 2, Bauer 1. Kirchhof: Küllmer (15.-30., 40.-60), Morf (1.-15., 30.- 40.) - Stockschläder, Priolli, Nagy 7/1, Nolte 1, Kühlborn 7, Wäscher, Maarse 4, Berz, Blase 8/1, Mai 1. SR: Drechsler/Hutner. Z: 300. Siebenmeter: 4/4:3/2. Zeitstrafen: 6:8-Minuten. (sbs) Foto: Kasiewicz

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