Fragen und Antworten zur 2. Liga: Viele Anwärter, aber kein erklärter Aufstiegsfavorit

Caillat: Abstiegskampf pur

Karsten

Kirchhof. Nur eine Saison hat‘s gedauert, dann war die SG 09 Kirchhof wieder „da“. In der 2. Handball-Bundesliga nämlich, wo der Aufsteiger ab kommenden Wochenende somit auf eine Reihe alter Bekannter trifft wie Nellingen, Zwickau, Rödertal, Halle-Neustadt, Neckarsulm, Mainz oder Bensheim/Auerbach.

Trotzdem hat sich im Unterhaus einiges getan, was unsere Antworten auf die drängendsten Fragen rund um den Saisonstart offenbaren.

? Was gibt‘s Neues in der 2. Liga?

!14 statt 16 Mannschaften gehen ab kommenden Wochenende an den Start. Wohl mit mehr Druck, denn die Zahl der Absteiger (vier statt zwei) verdoppelte sich gegenüber der letzten Saison. Die ersten beiden steigen wie gehabt in die 1. Liga auf.

? Wie ist die Liga bezüglich ihres Niveaus einschätzen?

!Auf jeden Fall extrem ausgeglichen. „Es gibt keine Über-Mannschaft, aber man kann auch niemanden abschreiben“, sagt Kirchhofs Trainer Christian Caillat. Sein Kollege Karsten Moos (HC Rödertal), Ex-Coach der HSG Bad Wildungen Vipers, sieht‘s ähnlich: „Das wird eine verdammt enge Runde. Da muss man ständig am Limit spielen.“

? Gibt es trotzdem einen Aufstiegsfavoriten?

!Ja und Nein. Zumindest sind Teams wie Neckarsulm, Zwickau, Halle-Neustadt, Nellingen und Bensheim/Auerbach aufgrund namhafter Verstärkungen bzw. einer starken letzten Runde weit oben zu erwarten. Beim Saisonziel sind derlei Verdächtige indes höchst zurückhaltend. „Wir wollen oben mitspielen, aber der Aufstieg ist für uns kein Thema“, erklärt Trainer Florian Bauer (Bensheim/Auerbach) stellvertretend für seine Kollegen.

? Wie sind die Absteiger aus der 1. Liga einzuschätzen?

!Ganz schwer einzuschätzen. Trier und die Vulkan-Ladies gleichen nach einem personellen Schnitt einer Wundertüte. Entsprechend vorsichtig die Prognosen der Verantwortlichen. „Der Wiederaufstieg wäre natürlich wünschenswert, ist aber keineswegs unser gestecktes Ziel“, lässt Weiberns Geschäftsführer Manfred Sattler Zurückhaltung walten, zumal Stammtorfrau Branka Zec mit einem Kreuzbandriss die gesamte Hinrunde ausfällt. Auch Triers Kapitänin Judith Derbach will sich unter keinen Umständen unter Druck setzen lassen: „Von uns sind keine Wunderdinge zu erwarten. Wir sind in einem Prozess, in dem die jungen Spielerinnen erst noch an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden müssen.“

? Und was erwartet die vier Aufsteiger?

!Sie werden es wohl richtig schwer haben, die Klasse zu halten. Insbesondere die SG 09 Kirchhof und die TG Nürtingen, die sich kaum verstärkt haben und weitgehend mit ihrer eingespielten Drittliga-Mannschaft der letzten Saison in das „Abenteuer 2. Liga“ gehen. Personell etwas zugelegt haben dagegen die Mit-Aufsteiger SG Mainz/Bretzenheim und Werder Bremen, wo unter anderem die Ex-Bad Wildungerin Alina Otto (zuletzt VfL Oldenburg) anheuerte. Teams wie Herrenberg und Haunstetten müssen wohl ebenfalls auf der Hut sein. Was darüberhinaus für andere, derzeit noch abstiegsferne Konkurrenten gilt.

? Was waren die „Königs-Transfers“?

!Gleich mit drei Spielerinnen vom dänischen Champions-League-Teilnehmer Viborg hat sich SV Union Halle-Neustadt verstärkt. Allerdings fällt davon Sarah Sandreassen wegen eines Kreuzbandrisses und weiterer komplizierter Verletzungen für die gesamte Saison aus. Der BSV Sachsen Zwickau hat sich die Dienste von Aleksandra Baranowska, der Torfrau des polnischen Meisters Lubin, gesichert. Dazu kommt noch Junioren-Nationalspielerin Nicole Lederer, die zum Erstliga-Kader des HC Leipzig zählte. Gleich drei erstligaerfahrene Spielerinnen - Seline Ineichen, Melanie Herrmann und Maike Daniels - wechselten von Göppingen nach Neckarsulm.

? Wie sind die Perspektiven der SG 09 Kirchhof?

! Ziemlich klar. „Wir spielen von Anfang an um den Klassenerhalt“, weiß der SG-Coach, der Meistertrainer Markus Berchten abgelöst hat. Der Franzose macht keinen Hehl daraus, dass er sich noch die ein oder andere dringend notwendige Verstärkung wünscht, traut aber auch dem aktuellen Kader nach einer langen Vorbereitung einiges zu: „Wenn die Deckung steht, haben wir gegen jeden Gegner eine Chance.“ Archivfotos: nh

Von Ralf Ohm

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