2. Bundesliga: Christian Denk übernimmt in Kirchhof – Fokus vermehrt auf Jugend

Caillat und SG 09 getrennt

Gibt jetzt nicht mehr die Richtung vor: Christian Caillat, von dem sich die SG 09 Kirchhof in beiderseitigem Einvernehmen getrennt hat. Links im Bild ist Talent Johanna Ulrich zu sehen. Foto: Kasiewicz

Kirchhof. 14 Spiele, nur zwei Punkte und 332:427 Tore: Das ist die Bilanz, die in der Ära Christian Caillat bei der SG 09 Kirchhof stehen bleiben wird. Denn der Handball-Zweitligist und der Trainer haben sich in beiderseitigem Einvernehmen getrennt.

„Das ist die logische Konsequenz. Aus seiner und aus Sicht des Vereins ist es leider nicht glücklich verlaufen“, erklärte SG-Macherin Renate Denk. Nachfolger zunächst bis Saisonende ist Christian Denk. Der 32-Jährige gehört seit 2012 als Co-Trainer zur ersten Mannschaft (erst unter Gernot Weiss, dann Markus Berchten und eben Caillat), ist seit zehn Jahren in der starken Jugendarbeit der SG tätig (derzeit B-Mädchen, Oberliga) und führte das Juniorteam im vergangenen Sommer als Meister der Landesliga in die Oberliga.

Kleiner Kader soll bleiben

Mit ihm stellen die Grün-Weißen die Weichen für die Zukunft. Klare Tendenz: Das aktuelle Team wird im Kern zusammenbleiben, der Nachwuchs noch mehr in den Fokus rücken. Große Kader wie in der Serie 2013/2014, in der trotz 17 annähernd gleichstarken Akteurinnen ein unnötiger Abstieg zu Stande kam, sind nicht geplant. „In 50 Jahren Damenhandball hatten wir immer elf bis 13 Spielerinnen, das soll so bleiben“, macht Renate Denk deutlich.

Um nicht zu verhehlen, dass die Kaderzusammensetzung in dieser Runde ein Problem darstellt. Christian Caillat, ohnehin erst spät für seine erste Station im Frauenbereich verpflichtet, hatte erst Recht nach dem Abgang von Führungskraft Cristina Mihai auf zumindest zwei erfahrene Feldspielerinnen und eine Torfrau gehofft. „Leider habe ich meine Wunschspielerinnen nicht bekommen“, sagt der Franzose, der für seine Tätigkeit bei der SG sechsmal pro Woche aus Göttingen anreiste.

Pech hatte Caillat, dass anfangs Abwehrchefin Raphaela Priolli wochenlang verletzt ausfiel, ebenso Allrounderin Rica Wäscher. Zudem konnte bis vor zwei Monaten Marieke Blase (Zweitspielrecht vom Thüringer HC) deutlich weniger trainieren als im Aufstiegsjahr, verpasste auch zwei Spiele. Alles Gründe, warum die Grün-Weißen gegen Mainz-Bretzenheim (23:26/19:19 nach 48 Minuten), gegen Rödertal (24:25/entscheidender Treffer mit einem direkten Freiwurf nach dem Abpfiff), gegen Beyeröhde (23:25/19:19 nach 51 Minuten), Nürtingen (28:28/Ausgleich in letzter Minute) und gegen Mainz 05/Budenheim (21:22/17:11 nach 40 Minuten) Zähler liegen ließen.

„Ich habe es mit der besten Motivation gemacht, aber es hat leider nicht gerecht. Den Mädels und dem Verein wünsche ich von Herzen alles Gute“, sagt der B-Lizenz-Inhaber, der nun regenerieren möchte und offen lässt, wann er wieder ein Team übernimmt.

Von Sebastian Schmidt

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