2. Bundesliga: Punktet Kirchhof auswärts?

Caillat setzt auf die Dynamik

Raphaela Priolli

Kirchhof. Christian Caillat kennt das größte Problem seiner Spielerinnen. „Sport ist zu 50 Prozent Selbstvertrauen“, erklärt der Coach der SG 09 Kirchhof. Und schiebt vor dem Kellerduell bei der TG Nürtingen (Sa. 17.30 Uhr) in der 2. Handball-Bundesliga nach: „Für mich als Trainer ist das die schwierigste Situation“.

Doch der 2,02 m große Ex-Profi ist keiner, der deswegen die Nerven verliert. Im Gegenteil: Der Franzose lobt das glänzende Potenzial, das bei den Grün-Weißen dank vorbildlicher Nachwuchsarbeit schlummert. „Für die Zukunft wird es sich bezahlt machen, dass jetzt so viele junge Spielerinnen Zweitliga-Erfahrung sammeln. Die Mädels sind sich der Lage bewusst und hängen sich im Training weiter voll rein“, lobt der 41-Jährige.

Was fehlt, um wie zuletzt beim 23:25 gegen den TV Beyeröhde einen schlagbaren Gegner zu besiegen? „Wir müssen dynamischer werden, dürfen im Angriff nicht verzweifeln“, weiß Caillat. Heißt etwa, dass Raphaela Priolli mehr ins gebundene Spiel einbezogen werden muss, um zu einfachen Toren aus dem Rückraum zu kommen. Nach auskurierter Schulterverletzung erinnerte die mit 26 Jahren einzige im Kader, die nicht mehr im U 23-Bereich am Ball ist, wieder an starke Auftritte aus dem Aufstiegsjahr, hielt sich aber vorn dezent zurück. Auch Schlagwürfe von Izabella Nagy, die im Training zuletzt etwas kürzer treten musste, sind ein Mittel, das der SG 09 helfen kann.

Denn Nürtingen ist ein Team, bei dem Kirchhof punkten kann. Der Gegner aus Baden-Württemberg spielt erst sein zweites Jahr 2. Bundesliga und liegt mit 5:13-Punkten in Reichweite zum Neuling (1:17). Allerdings verfügt Trainer Stefan Eidt über die mit Abstand beste Torjägerin: die 36-Jährige Verena Breidert. Die Halbrechte führt die Liste mit 97/30-Treffern an und spielte früher ein Jahrzehnt in Göppingen erstklassig.

Zu beachten bei der Turngemeinde sind Kreisläuferin Christina Stockhorst, die im Sommer für Deutschland bei der Beachhandball-EM spielte, Junioren-Nationalspielerin Lisa Wieder und die Deutsche Jugendmeisterin Elena Oeder. Nicht zu vergessen die slowakische Internationale Silvia Szüsz, die mit einem Zweitspielrecht von den TusSies Metzingen ausgestattet ist. Allerdings: „Wir sind nicht in der Situation, in der wir auf den Gegner gucken“, macht Christian Caillat deutlich. Und wird sein Team ermutigen, damit es endlich wieder Selbstvertrauen tanken kann. (sbs) Foto: Kasiewicz

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