Was war denn da los?

Warum HNA-Fotografen gefährlich leben

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Gefährlicher Spielfeldrand: Unser Fotograf Wilfried Hartmann rutschte beim Versuch aus, den Torjubel des FC Ederbergland als Bild festzuhalten.

Allendorf. Vollen Einsatz zeigen nicht nur die Sportler, sondern auch unsere Mitarbeiter. Wie beim Heimsieg des FC Ederbergland: Als unser Fotograf Wilfried Hartmann den Jubel über das 1:0 festhalten wollte, rutschte er aus und landete samt seiner Kameraausrüstung auf dem Boden.

Die Arbeit am Spielfeldrand ist nicht immer ganz ungefährlich, wie unser Fotograf erzählt:

"Als Fotoreporter der HNA begann ich 1995. Seither ist kaum eine Saison vergangen, in der ich nicht am eigenen Leib erfahren musste, wie weh Sport auch für mich sein kann. „Immer ran. Den Sportplatz kann jeder fotografieren. Du musst da sein, wo was los ist“, waren die ersten Worte, die mir mit auf den Weg gegeben wurden.

Seither habe ich erfahren, dass ein Spielfeld nicht an der Seiten- oder Torauslinie endet. Während sich in großen Stadien die Fotografen hinter Banden verschanzen können, stehen die Sportler auf dem Land im freien Schussfeld.

Wilfried Hartmann

Sportplatz Münchhausen: Ein Ball schlug mir - umgeleitet von der Umrandung - ins Gesicht. Ergebnis: Brille kaputt. Waldsportplatz Grüsen: Ralf Noll nimmt drei Meter vor mir einen Ball volley und schießt mir die Mütze vom Kopf. Zehn Zentimeter tiefer und die Reporterkarriere wäre wohl vorbei gewesen. Sporthalle Frankenberg: Robert Ingenbleek setzt als Handballer der HSG Ederbergland zum Sprungwurf an. Der Ball schlug vom Pfosten seitlich gegen mein Knie. Es war ein Gefühl, als sei es ein Baseball-Schläger gewesen. Oder der Sportplatz in Battenberg: Ein Spieler aus Oberliederbach rutschte in mich hinein - das Ergebnis: ein dicker Knöchel bei mir. Nicht zu vergessen ein Vorfall in Flieden, als mich ein Spieler der Heimmannschaft gegen die Bande wuchtete. Schulter- und Kopfschmerzen über zwei Tage waren das Resultat.

Und jetzt das: Ingo Miß erzielte am Samstag das 1:0 und lief zum Jubel in meine Richtung. Einige Spieler warfen sich auf ihn - mit dem Rücken zu mir. „Du musst Emotionen auf dem Bild haben“, sagte ich mir, lief auf den Platz und ging in die Hocke. Ich merkte, dass ich für mein Objektiv zu nah dran war und wollte einen Schritt zurück machen, trat in ein Loch, verlor das Gleichgewicht und fiel um. Michael Möllmann half mir auf, Sprüche vom Spielfeldrand gab es trotzdem. Aber: Das Foto war trotz meines Umfallers im Kasten." (zhw)

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