Christin Kühlborn strahlt vor Saisonstart der SG 09 im HNA-Interview Zuversicht aus

„Eine Schippe drauflegen“

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Sie will sich mit ihrer SG 09 Kirchhof in der 2. Bundesliga durchbeißen: Kapitänin und Linksaußen Christin Kühlborn.

Kirchhof. Mit 22 Jahren ist Christin Kühlborn bereits Kapitänin. Und nicht nur das.

Die Linksaußen, seit ihrem vierten Lebensjahr bei der SG 09 Kirchhof, verfügt auch über die meiste Erfahrung in der 2. Handball-Bundesliga. Ein Abenteuer, in das die SG-Handballerinnen heute mit dem Gastspiel beim TV Haunstetten (Sa. 18 Uhr) gehen. Vor dem Saisonstart wagt die Leistungsträgerin im HNA-Interview zwar keine exakte Prognose, rechnet sich aber beim Neuling der letzten Saison durchaus Chancen aus. Wie auch der Klassenerhalt kein Wunschdenken sein muss.

Am Samstag geht‘s nach einer langen Vorbereitung endlich los. Seid Ihr bereit?

Christin Kühlborn: Auf jeden Fall. Wir sind heiß auf die Saison und freuen uns, dass es endlich losgeht.

Die Spielerinnen haben die kompletten Sommerferien geopfert, um auf die 2. Liga hinzu arbeiten. Was hat diese intensive Vorbereitung gebracht?

Kühlborn: Auf diesem Niveau muss man Opfer bringen. Das gehört einfach dazu, insbesondere für eine junge, noch ausbaufähige Mannschaft wie uns. Konditionell sind wir topfit, so dass wir uns auf unsere taktischen und spielerischen Aufgaben konzentrieren können. Die Integration der Neuzugänge hat super funktioniert, wobei wir auch einige Talente aus der A-Jugend heranführen konnten.

An der Zusammensetzung der Mannschaft hat sich gegenüber dem Aufstiegsteam fast nichts geändert, dafür aber auf der Trainerbank. Welche neuen Elemente hat Christian Caillat eingebracht?

Kühlborn: Die Vorbereitung ist fast genauso gelaufen wie sonst. Der Trainer hat eine sehr ruhige Art, mit uns zu reden. Er mag im Angriff das einfache Spiel ohne Schnörkel und in der Abwehr haben wir diesmal verstärkt auch offensive Deckungssysteme ausprobiert.

Wie lautet das Saisonziel?

Kühlborn: Ganz klar der Klassenerhalt, den wollen wir mit aller Macht erreichen. Dabei ist allen bewusst, wie schwer das wird.

Wie sehen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt in einer 2. Liga, die so ausgeglichen wie selten zuvor eingeschätzt wird?

Kühlborn: Wir können es schaffen, wenn wir konstant unsere Leistung abrufen. Nur personell darf uns natürlich nichts passieren.

Was zeichnet die SG aus? Was sind ihre die Trümpfe?

Kühlborn: Wir Spielerinnen sind noch jung, talentiert und erfolgshungrig. Da ist sich keiner zu schade, die Drecksarbeit zu machen. Der gute Teamgeist kommt noch aus der letzten Saison. In der Abwehr haben wir mit Marieke Blase und Rafhaela Priolli einen bärenstarken Mittelblock und im Angriff wird Izabella Nagy für Aufsehen sorgen. Sie hat viele Wurfvarianten, wirft sehr sicher und kann ihre Nebenleute gut einsetzen.

Wie lassen sich die Defizite – die dünne Spielerdecke und fehlende Linkshänderin auf Rechtsaußen – kompensieren?

Kühlborn: Auf Rechtsaußen habe ich gar nicht so große Bedenken. Natürlich würde eine Linkshänderin mehr Räume öffnen, aber Laura Nolte hat eine tolle Vorbereitung gespielt. Als Rechtshänderin macht sie das super. Wichtiger noch wäre daher für mich die Verpflichtung einer zweiten Torfrau.

Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle als Kapitänin und eine der wenigen Spielerinnen, die bereits Zweitliga-Erfahrung hat?

Kühlborn: Ich muss schon schmunzeln, wenn ich mit meinen 22 Jahren als erfahren bezeichnet werde. Ich habe schon 2. Liga gespielt und weiß, was da auf uns zukommt. Genau das habe ich in der Vorbereitung versucht, der Mannschaft zu vermitteln, nämlich dass jede einzelne von uns in allen Belangen eine Schippe drauflegen muss.

Wie sind die SG-Chancen zum Auftakt beim Chancen TV Haunstetten?

Kühlborn: Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe, das uns schon zeigen kann, wo es in dieser Saison hingeht. Wenn wir uns auf unser Spiel konzentrieren und diszipliniert das umsetzen, was wir vorbereitet haben, haben wir eine gute Chance.

Ihr Tipp?

Kühlborn: Den behalte ich für mich.

Warum?

Kühlborn: Das könnte Unglück bringen.

Von Ralf Ohm

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