Christian Caillat, der neue Trainer des SG 09 Kirchhof, im HNA-Interview

Mission Klassenerhalt: Christian Caillat setzt beim Zweitliga-Aufsteiger auf läuferische Tugenden und mannschaftliche Geschlossenheit. Foto: Kasiewicz

Kirchhof. Nein, auf ihren Urlaub müssen sie verzichten. Spielerinnen wie Trainer. Denn: Beim Zweitliga-Aufsteiger SG 09 Kirchhof wird bis zum Saisonstart am 12. September durchtrainiert.

Das Saisonziel, der Klassenerhalt, macht‘s nötig. Unabhängig von weiteren möglichen Verstärkungen betont der neue Trainer Christian Caillat im HNA-Interview, dasss sich jede einzelne Spielerin steigern muss, damit die SG als Mannschaft im Handball-Unterhaus mithalten kann.

Wie geht es einem Franzosen, aufgewachsen in Marseille, in der 560 Seelen-Handgemeinde Kirchhof?

Christian Caillat: Ganz gut, das ist ein schönes Dorf. Aber eigentlich spielt das für mich keine Rolle, denn ich wohne in Göttingen und fahre jeden Tag zum Training.

Wie sind die ersten Eindrücke von Ihrem neuen Club, von ihrem neuen Team?

Caillat: Die SG hat eine sehr, sehr engagierte Führung, die mit viel Herz arbeitet. Eine Herzlichkeit, die mich an das Umfeld bei meinem letzten Club in Duderstadt erinnert. Die Mädchen sind sehr fleißig, ziehen voll mit. Man spürt, dass sie arbeiten wollen, dass sie lernen wollen und genau so habe ich mir das vorgestellt.

Sie sind mit neun Spielerinnen aus der Meistermannschaft in die erste Vorbereitungsperiode gegangen. Wie groß ist noch der Verstärkungsbedarf, um in der 2. Liga mithalten zu können?

Caillat: Meine Grundforderung lautet: Ich möchte mit einem Kader von zehn Feldspielerinnen plus zwei Torfrauen im Training arbeiten.

Und positionsspezifisch?

Caillat: Auf jeden Fall eine Torfrau, eine Linkshänderin und wenn möglich noch eine Kreisläuferin, die im Mittelblock decken kann.

Keine Veränderung im Rückraum?

Caillat: Nachdem Marieke Blase verlängert hat und Isabella Nagy uns verstärken wird, sind wir da ganz gut aufgestellt.

Also kommt kein Ersatz für Cristina Mihai?

Caillat: Sie zu ersetzen, ist für uns auch aus finanziellen Gründen unmöglich. Nun muss Rafhaela Priolli im Angriff mehr Verantwortung übernehmen. Wichtiger ist für mich eine Linkshänderin auf Rechtsaußen. Taktisch wären wir mit einer Rechtshänderin auf dieser Position auf Dauer doch arg eingeschränkt.

Keine Angst, dass die Zeit für notwendige Transfers knapp werden könnte?

Caillat: Die Gefahr besteht, doch ich bin zuversichtlich, dass wir noch die passenden Lösungen finden werden.

Sie haben sich nach Ihrem Engagement beim TV Jahn Duderstadt für einen neuen Verein und dafür entschieden, erstmals ein Frauenteam zu übernehmen. Warum?

Caillat: Ich wollte nach dem Rückzug von Duderstadt aus familiären Gründen unbedingt in der Region bleiben und da war das Kirchhofer Angebot das interessanteste. Ich habe mir per Video ein Bild von der Mannschaft gemacht und dann zugesagt ohne groß darüber nachzudenken, dass es sich um ein Frauenteam handelt. Handball ist Handball, auch wenn die Spielweisen von Männern und Frauen etwas unterschiedlich sind.

Wie ist Ihre Spielphilosophie?

Caillat: Die will ich eigentlich nicht verraten (lacht) … Nur so viel: Bei mir wird viel gelaufen. Und meine Spielphilosophie ist abhängig von dem Kader, von den Qualitäten der einzelnen Spielerinnen. Und da denke ich, werden wir in der 2. Liga sehr stark von unserer Abwehr und unserer Kompaktheit leben.

Wie stark wird die Spielphilosophie durch den ehemaligen Bundesliga-Spieler Caillat geprägt? Einer, der stark im eins zu eins war und immer wieder erfolgreich den Abschluss suchte.

Caillat: Klar, ich bin Franzose und mag das einfache Spiel. Ich denke, Handball muss man nicht komplizierter machen, als es ist. Es geht vorrangig darum, Zweikämpfe zu gewinnen bzw. Spieler so in Zweikämpfe zu bringen, dass er sie gewinnen kann.

Was sind ihre kurz- und mittelfristigen Ziele mit der SG 09?

Caillat: Bei uns ist alles dem Klassenerhalt untergeordnet. Und dann will ich natürlich auch jede Spielerin ein bisschen besser machen. Eine wichtige Voraussetzung für unser Klassenziel, denn um in der 2. Liga mitzuhalten, muss sich jede Spielerin um zehn bis 20 Prozent steigern.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.