2. Liga: Neckarsulm macht mit Kirchhof kurzen Prozess – Rafhaela Priolli ist zurück

Frecher Beginn zu wenig

Kein Durchkommen: Maike Daniels (Nummer 10) und Luisa Gerber (rechts) packen hier beherzt gegen Kirchhofs Kapitänin Christin Kühlborn zu. Neckarsulm hatte auf alle Ideen der SG 09 eine Antwort. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Nein, diesmal nicht. Wieder lag die SG 09 Kirchhof gegen einen Favoriten in der 2. Handball-Bundesliga mit 11:21 zurück. Doch im Gegensatz zum 29:29 vor einer Woche in Zwickau unterlag der Aufsteiger mit 23:37 deutlich gegen Spitzenreiter Neckarsulmer Sport-Union.

„Man muss akzeptieren, wenn der Gegner besser ist. Wir haben dagegen gehalten, was wir dagegen halten konnten“, sagte SG-Coach Christian Caillat. Nur zehn Minuten lang sah’s nicht so aus, dass ein noch siegloser Neuling gegen einen Meisterschaftsfavoriten spielt. „Kirchhof hat frech begonnen“, zollte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic den Grün-Weißen Respekt.

Die legten gut los und hatten einen Überraschungsmoment dank Raphaela Priolli auf ihrer Seite. Denn die Brasilianerin, die nach einer Schulterverletzung eigentlich nur in der Abwehr mitwirken sollte, setzte gleich in der zweiten Minute mit einem Treffer aus acht Metern zum 1:1 ein Zeichen. „Raffa hat den Test im Abschlusstraining bestanden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sie wieder ins Laufen zu kriegen“, freute sich Caillat. Gegen Neckarsulm war der Spaß nach dem zwischenzeitlichen 5:3 (8.) aber schnell wieder vorbei.

NSU provoziert viele Fehler

Erstens, weil Izabella Nagy die Latte (10.) und per Siebenmeter den Pfosten traf (15.). Zweitens, weil NSU-Torfrau Melanie Herrmann unaufgeregt einen Strafwurf von Kim Mai parierte (9.). Drittens, „weil sich unser Mittelblock gesteigert hat, wir Fehler von Kirchhof provoziert haben und über die erste und zweite Welle richtig Spaß hatten“ (Emir Hadzimuhamedovic).

Gestützt auf Kathrin Fischer und Lena Hoffmann in der Deckung machte Neckarsulm kurzen Prozess. Eine Augenweide die gestochen scharfen Pässe der Championsleague erprobten Maike Daniels. Unwiderstehlich, wie Linksaußen Hannah Breitinger all’ ihre neun Chancen vor der Pause nutzte und die perfekte Abnehmerin für die Tempogegenstöße war. Über 11:7 (15.), 14:9 (20.) und 21:11 (30.) hatte sich der Spitzenreiter entscheidend abgesetzt.

Was nicht hieß, dass sich die SG 09 aufgeben würde. Die beiden Außen Christin Kühlborn und Laura Nolte landeten nach Wiederanpfiff einen Doppelschlag. Es sollte ein Strohfeuer bleiben, weil die Schwäbinnen zwar munter durchwechselten, aber eben mit gleich bleibender Qualität. Louisa Wolf (Mitte) und Isabell Tisseker (Halbrechts) nahmen das Zepter nach ihrer Hereinnahme in die Hand. Da störte auch die kurze Deckung durch Lisa-Marie Berz im 5:1-System oder die Umstellung auf eine 4:2-Variante (Berz und Sharelle Maarse) den Favoriten nicht.

„Wir haben jetzt gegen fünf der besten sechs Mannschaften gespielt. Bald kommen die Gegner, gegen die wir punkten müssen“, erklärt Christian Caillat mit Blick auf die Partien gegen Beyeröhde (21. November), in Nürtingen (28. November) und gegen Halle-Neustadt (6. Dezember). • SG 09: Morf (12 Paraden/37 Gegentore), Ludwig - Priolli 3/1, Nagy 5, Nolte 1, Kühlborn 5, Maarse 1, Berz 1, Blase 4/2, Ulrich, Mai 3/1. NSU: Herrmann (bis 41./9/14), Rüttinger (4/8), Kalmbach 3, Hoffmann 5, Wolf 3, Breitinger 10/3, Gerber 4, Fischer, Tisseker 5/1, Daniels 3, Ineichen 2, Vojtiskova 2, Beddies. SR: Chung/Otto. Z: 250. Siebenmeter: 7/4:4:4. Zeitstrafen: 4:8 Minuten.

Von Sebastian Schmidt

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