Analyse

Bei den Handballerinnen der SG 09 Kirchhof bahnt sich ein Umbruch an

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Große Vorfreude: Ex-Juniorennationalspielerin Sina Ritter wurde von Kirchhof als abwehrstarke Linksaußen und Option für den Rückraum verpflichtet. 

Kirchhof. Sportlich in sicheren Gewässern muss Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof in der nächsten Saison mindestens drei Leistungsträgerinnen ersetzen.

Wenn eine Mannschaft in ihrer ersten Saison nach dem Aufstieg mit neun Siegen durch die Rückrunde schwebt, dürfte sie, zumal personell noch leicht verstärkt, in der zweiten ebenfalls keine Probleme haben, sich von der Abstiegszone fern zu halten. So lautete das Kalkül der Fans der SG 09 Kirchhof - und es scheint aufzugehen. Der heimische Handball-Zweitligist hat sich als aktueller Tabellensiebter im Mittelfeld festgesetzt, mit erheblichen Rückstand zur Spitzengruppe, aber auch mit sicherem Abstand zur gefährdeten Zone.

Sportlich ist damit zumindest in diesem Fall widerlegt, dass die zweite Saison für einen Neuling die schwierigere ist. Auch ein Ende der Aufstiegseuphorie ist angesichts konstant hoher Zuschauerzahlen nicht feststellbar, eher ist sie nahtlos in eine nachhaltige Begeisterung für die Mannschaft von Christian Denk übergegangen.

Trotzdem ist die laufende Spielzeit urplötzlich zu einer besonderen Herausforderung geworden. Für die SG-Verantwortlichen, die in der kommenden Saison drei Leistungsträgerinnen ersetzen müssen, für die Mannschaft, die zum Saisonende weitgehend auseinanderfällt. Und bis dahin beweisen muss, dass sie auch in unruhigen Zeiten zusammen hält. Wie zuletzt beim überraschenden 26:23-Erfolg in Rödertal.

Erfolgreiche Aufbauarbeit

Natürlich geht es nicht spurlos an Kirchhof und seinem Umfeld vorbei, wenn mit Christin Kühlborn das Eigengewächs schlechthin, die dienstälteste Spielerin und das langjährige Gesicht der Mannschaft den Verein verlässt. Eine solche Personalentscheidung löst Enttäuschung aus. Ebenso, dass mit den Holländerinnen Danique Boonkamp und Dionne Visser zwei Leistungsträgerinnen gehen, die erst bei der SG 09 zu dem gemacht wurden, was sie jetzt sind: gestandene Zweitligaspielerinnen, die das Interesse von Erstligisten geweckt haben.

Ihre sportlichen Wechselmotive sind allesamt nachvollziehbar. Und es ehrt die drei, dass sie frühzeitig reinen Tisch gemacht haben. Gibt es doch dem Verein die Chance, ebenso frühzeitig nach Ersatz Ausschau zu halten. Keine Frage. Es bahnt sich angesichts anderer ungeklärter Personalfragen ein personeller Schnitt an, was die zweite Saison noch richtig spannend macht.

In Kirchhof keine neue Erfahrung. Ungewohnt und erfreulich dagegen, dass damit diesmal kein Abstieg verbunden ist, kein Neuanfang eine Klasse tiefer. Vielmehr ist die erfolgreiche Aufbauarbeit der letzten Jahre ein Pfund für kommende Verhandlungen. Und Trost für den Verlust von drei Leistungsträgerinnen, die die SG liebend gern gehalten hätte. 

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