2. Liga: Kirchhof gewinnt Offensivspektakel gegen Hannover mit 38:32 - Joker Küllmer und Muchocka

Handballfest vor Rekordkulisse

Sie kam (rein), sah und siegte mit der SG 09: Paulina Muchocka (r.), die sich in dieser Szene gegen die Hannoveranerinnen (v.l.) Ivonne Krängel und Lareen Gräser durchsetzt. Foto: Kasiewicz

melsungen. Wenn ein Trainer seinen Schützlingen eine „Top-Teamleistung“ attestiert und gleichzeitig noch reichlich Sonderlob verteilt, muss er wohl zufrieden sein. Christian Denk war laut Selbsteinschätzung „einfach nur happy“. Drei Tage zuvor zum zweiten Mal Vater geworden hielten die Glücksgefühle dank eines 38:32-Erfolges der SG 09 Kirchhof über die HSG Hannover-Badenstedt an. Ja entluden sich erst richtig beim Coach des heimischen Zweitligisten angesichts eines Handballfestes vor Rekordkulisse (900 Zuschauer), das - außer vielleicht die beiderseitig etwas fahrige Abwehrarbeit - keine Wünsche offen ließ.

Auch die Dramaturgie hatte es in sich. Per Achterbahnfahrt (über 6:3, 7:9 und 12:9) hatte der Gastgeber zwar nach 17 Minuten das Kommando übernommen, konnte sich allerdings trotz zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Vorsprungs erst spät - nach drei Treffern Folge von Christin Kühlborn, Diana Sabljak und Dionne Visser zum 36:28 (54.) - in Sicherheit wiegen.

Es war ein Offensivspektakel, bei dem die SG in der Breite klare Vorteile hatte. Während die Ex-Kirchhoferin Jana Pollmer (12/5) phasenweise zur Alleinunterhalterin mutierte, ging beim Gastgeber von allen Positionen Torgefahr aus. Laura Nolte, die durch den Ausfall von Karolina Bijan auf Rechtsaußen ran musste, holte sich im Tempogegenstoß das nötige Selbstvertrauen, um danach auch aus schwierigem Winkel zweimal einzulochen.

Und Linksaußen Christin Kühlborn drehte nach der Pause unwiderstehlich auf. 30 Minuten brauchte die Kapitänin bei ihrem Comeback, „um mich vom Druck zu befreien“, dann war sie nicht mehr zu halten. Nutzte den sich bietenden Raum der gegnerischen Abwehr, die auf eine 5:1-Deckung umgestellt hatte. Und war beim formidablen Kirchhofer Umschaltspiel eine Bank. „Wir haben viel zu viele einfache Tore kassiert“, ärgerte sich HSG-Trainer Roland Friebe.

Und als die Gastgeberinnen dann doch mal kurz wackelten, gab ihnen die eingewechselte Paulina Muchocka wieder Halt. „Sie brachte die Ballsicherheit zurück“, kam die Spielmacherin in den Genuss der besonderen Anerkennung des Trainers. Durchaus eine Genugtuung für den 33-jährigen Neuzugang, der bisher in Kirchhof noch nicht so recht angekommen schien. Nun aber seine Chance nutzte und Besserung gelobte: „Ab jetzt läuft‘s auch bei mir.“

Als Joker, der (mal wieder) so richtig stach, entpuppte sich auch Paula Küllmer. Gleich nach ihrer Einwechslung (40.) für die keineswegs schwache Katarzyna Demianczuk parierte sie einen Siebenmeter von Jana Pollmer und später noch einen von Rabea Pollakowski. Und dazwischen einige freie Bälle der Niedersachsen, die in punkto solcher Trümpfe klar das Nachsehen hatten. • Kirchhof: Demianczuk (9 Paraden/22 Gegentore), Küllmer (ab 40., 7/10), Siggaard; Grothnes, Lucas, Boonkamp 4, Nolte 5, Muchocka 2, Kühlborn 9, Svirakova 1, Sabljak 7/4, Ringelb 2, Visser 6. Mai 2. Badenstedt: Belgardt (21.-42., 4/11, Kemmer (7/27); Pollakowski, Seehausen 3, Düvel 2, Krängel 2, Gerber, Wagenlader 2, Pollex, Ahrens 5, Gräser 6, Defayay, Pollmer 12/5. SR: Hellbusch/Jansen. Z.: 900. Siebenmeter: 4/4:7/5. Zeitstrafen: 4:10-Minuten.

Von Ralf Ohm

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